Hugo Kracht

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Friedrich Wilhelm Hugo Kracht (* 16. März 1870 in Bochum-Werne; † 23. September 1953 in Bad Laasphe) war ein deutscher Lehrer, Autor von Wanderliteratur, Mitbegründer des Deutschen Jugendherbergswerks und langjähriges Vorstandsmitglied im Sauerländischen Gebirgsverein (SGV).

Leben

Hugo Kracht wurde, entgegen bisheriger Aussagen, am 16. März 1870 als Sohn des Obersteigers Johann Dietrich Wilhelm Kracht und seiner Ehefrau Anna Elisabeth, geborene Nolle, im Dorf Werne (heute Stadtteil von Bochum) geboren.[1]

Kracht arbeitete nach seiner Ausbildung seit dem 11. August 1890 als Lehrer in Katernberg an der Paul-Gerhardt-Schule. Seinen Schuldienst beendete er am 15. März 1932.

Kracht war verheiratet mit Auguste "Utta" Schuppener, einer Wirtstochter vom Wittgensteiner Hof in Laasphe. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Die Familie lebte bis Mai 1943 in Essen.

Kracht verstarb am 23. September 1953 und wurde auf dem städtischen Friedhof am Lehrberg in Laasphe (heute Bad Laasphe) beigesetzt.

Wirken

1893 trat Kracht dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) bei und gründete 1901 dort die lokale SGV Ortsabteilung Katernberg-Stoppenberg, der er bis 1933 vorstand. Noch weitere 25 Ortsabteilungsgründungen durch ihn folgten im Laufe der Zeit. 1919 bis 1933 bekleidete er das Amt des stellvertretenden Hauptvorsitzenden des SGV-Gesamtvereins.

Unter Karl Eugen Dellenbusch wirkte er als Obmann der SGV Bezirke Unteruhr und Wittgenstein und betreute den Bau des Kohlberghauses. Er war an der Gründung des Deutschen Jugendherbergswerks beteiligt und ermöglichte durch die Sammlung von Spenden unter planerischen Beteiligung seiner SGV Ortsabteilung den Bau einer Jugendherberge an der Hasper Talsperre. Während Dellenbuschs Inhaftierung übernahm er ab August 1945 vorläufig den Hauptvorsitz des SGV, bis 1947 wieder ein ordentlicher Vorstand gewählt werden konnte.

Hugo Kracht war auch Mitbegründer und Vorsitzender des 1919 in Gelsenkirchen gegründeten SGV Bezirkes Emscher-Lippe. In diesem Bezirk waren zunächst die Abteilungen Gelsenkirchen, Buer, Recklinghausen, Katernberg, Stoppenberg, Wanne-Eickel, Herne und Gladbeck vertreten.

Schriften

Neben seiner Vereinsarbeit fand er Zeit 1907 ein „Sommerfrischen- und Gasthofverzeichnis des Sauerlandes“ herauszugeben, der in seiner zweiten Auflage 1909 443 Orte umfasste. Sein Wanderführer „Sauerländisches Wanderbuch“ erschien bis zu seiner Vereinigung mit dem „Sauerlandführer“ von Karl Kneebusch 1928 sieben Auflagen. Das gemeinsame Werk „Führer durch das Sauerland, Siegerland, Wittgensteiner Land, Bergische und Oberbergische Land, Waldeck und das Gebiet der unteren Ruhr“ erlebte bis 1974 insgesamt 34 Auflagen und wurde mehr als 215.000 mal gedruckt.

1909 hat er für den SGV das erste Heft des Liederbuches „Frisch Auf!“ zusammengestellt und auch die Werbeschrift „Auf ins Sauerland“ stammte von ihm. Seit 1931 hat Kracht in Essen erste Kennzeichnungen für das Wanderwegenetzt durchgeführt und einige kleinere Wanderführer geschrieben. So das Heft „Wanderungen durch Essen und seiner Landschaft“ von 1937.

Ehrungen

  • Benennung der Krachtstraße in Bismarck
  • Kracht-Gedenkstein in Bad Laasphe
  • Umbenennung des 80 Kilometer langen Bezirkwanderwegs ◇10 (SGV Bezirk Unterruhr) von Schloss Oberhausen nach Essen-Katernberg in Hugo-Kracht-Weg.

Literatur

  • Walter Hostert: Geschichte des Sauerländischen Gebirgsvereins, Sauerländischer Gebirgsverein, Hagen / Arnsberg, 1966
  • Karlheinz Rabas: Hugo Kracht - Ein Leben für das Sauerland (Heimatbund Gelsenkirchen; Gelsenkirchen in alter und neuer Zeit Heft 16)

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum (Sauerländischer Gebirgs-Verein SGV Abteilung GE)

Einzelnachweise

  1. Karlheinz Rabas: Hugo Kracht - Ein Leben für das Sauerland (Heimatbund Gelsenkirchen; Gelsenkirchen in alter und neuer Zeit Heft 16)