Hygieneinstitut

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Das Hygieneinstitut ist ein Labor für effiziente Diagnostik in der Rotthauser Straße 19.

Hygieneinstitut

Eine Typhus-Epidemie führte von Anfang September bis Ende Oktober 1901 zu 3.200 Erkrankten und mehreren hundert Toten in Gelsenkirchen.[1]

Robert Koch hielt am 18. Oktober 1901 in der Stadthalle einen Vortrag zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und setzt sich für die Einrichtung einer Seuchenstation ein. Der Gelsenkirchener Landrat Wilhelm Hammerschmidt greift die Erkenntnisse von Koch auf und gründet am 7. November des gleichen Jahres den Verein zur Bekämpfung von Volkskrankheiten im Ruhrkohlengebiet. Dieser Verein ist der Träger des wenig später geschaffenen Gelsenkirchener Hygieneinstitut.

1904 wurde ein Verfahren eröffnet, um die Verantwortlichen für das Desaster festzustellen.[2] Die Wasserversorgungsgesellschaft hatte dem Trinkwasser verunreinigtes Wasser beigemischt, was zur Verbreitung des Typhus geführt hatte.[3]

Um die Bevölkerung vor neuen Epidemien zu schützen, erfolgten eine stetige Kontrolle des Trinkwassers und die Untersuchungen von eventuell erkrankten Personen. Außerdem wurden begann man mir der Fortbildung von Ärzten und Nahrungsmitteltechniker.

Zu Beginn der 1930er Jahre gab es drei medizinische Fachrichtungen, die Laboratoriumsmedizin, die Umweltmedizin und Umwelthygiene und die Pathologie.

1938 wurde das Pathologische und Gewerbepathologische Institut gegründet. Direktor wurde Prof. Dr. med. Gustav Adolf Gerstel.

1950 wurde eine Zweigstelle in Menden (heute in Iserlohn) und 1966 in Siegen gegründet.

Heute umfasst das Angebot mehr als 2.000 verschiedenen Analysen aus allen Bereichen der Labormedizin, der Medizinischen Mikrobiologie und der Krankenhaushygiene.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Handbuch der Wasserversorgungstechnik. (online)
  2. Gelsenkirchen Typhoid Epidemic of I9OI, Robert Koch, and the Dead Hand of Max von Pettenkofer. (online; PDF; 721 kB)
  3. Hydropolis: Wasser und die Stadt der Moderne. (online)