Iduna-Hochhaus

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Büro- und Geschäftshaus Iduna-Haus
50 Iduna Versicherung Ge.jpg
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Ebertstraße 20
Stadtteil: Altstadt
Baujahr: 1966-1968
Seit wann in Denkmalliste: 28.04.2022
Bemerkung: Architekt: Architekturbüro KPS (Prof. Friedrich Wilhelm Kraemer, Ernst Sieverts und Günter Pfennig unter Mitarbeit von Günter Stammeier und

Eckardt Hogrebe, Hans-Rolf Dönges)
Bauherr: Iduna Vereinigte Lebensversicherung aG für Handwerk, Handel und Gewerbe.

Dokument der Denkmalbehörde: A353.pdf
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Der Gebäudekomplex wurde 1966-1968 (Planung 1964-66) nach einem Entwurf des Braunschweiger Architekturbüros KPS (Prof. Friedrich Wilhelm Kraemer, Ernst Sieverts und Günter Pfennig unter Mitarbeit von Günter Stammeier und Eckardt Hogrebe, Hans-Rolf Dönges) in der Altstadt zwischen Alter Markt, der Ebertstraße, der Von-Oven-Straße sowie der evangelischen Altstadtkirche und damit am historischen Gründungsort der Stadt errichtet. Vor dem Bau des Iduna-Hauses wurde dieses Quartier von der vor allem gründerzeitlichen Wohnbebauung an den Straßen Alter Markt, Kreuzstraße und Am Rundhöfchen geprägt. Die von Süden kommende Kreuzstraße mündete etwa auf Höhe der Passage des Iduna-Flachbaus in die Ebertstraße und wurde für den Neubau vollständig aufgegeben. Auch die im Zweiten Weltkrieg in Teilen beschädigte Wohnbebauung wurde für das Iduna-Haus abgetragen.

Das in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre für die Iduna-Versicherung errichtete Büro- und Geschäftshaus an der Ebertstraße ist bedeutend für Städte und Siedlungen, hier insbesondere für die Stadt Gelsenkirchen. Als erstes Hochhaus der Stadt dokumentiert es mit seinem Angebot von Büroarbeitsplätzen und Geschäften augenfällig den wirtschaftlichen Strukturwandel, von dem alle ehemaligen Schwerindustrie Städte des Ruhrgebiets betroffen waren. Ab den frühen 1960er Jahren verlor auch in Gelsenkirchen – das als Europas Steinkohlestandort Nr. 1 galt – die Montanindustrie ihre einstige Bedeutung. Viele Bergwerke wurden geschlossen und die Zahl der Industriebeschäftigten reduzierte sich auf nahezu ein Viertel. Das Iduna-Haus versinnbildlicht den von großen strukturellen Problemen begleiteten Prozess von einer Industrie- hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft: Die neuen Arbeitsplätze wurden in den 1960er und -70er Jahren vor allem im Finanzsektor, durch Banken und Versicherungen, geschaffen.