Jörg Berger

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Jörg Berger
Spielerinformationen
Geburtstag 13. Oktober 1944
Geburtsort Gotenhafen, Deutschland
Sterbedatum 23. Juni 2010
Sterbeort Duisburg, Deutschland
Größe 180 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
SSV Stötteritz
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1964–1970 1. FC Lokomotive Leipzig
Stationen als Trainer
1970–1972
1972–1974
1974–1976
1976–1978
1978–1979
1979–01/80
03/80–1981
1981–10/82
1983–01/86
01/86–03/86
1986–12/88
12/88–04/91
09/91–02/93
10/93–10/96
1997–10/97
03/98–08/98
04/99–12/99
2000–12/00
10/01–2004
11/04–08/05
2009
2009–05/10
Lok Leipzig II
FC Carl Zeiss Jena
Hallescher FC Chemie
DDR U-19
DDR U-21
SV Darmstadt 98
SSV Ulm 1846
Fortuna Düsseldorf
KSV Hessen Kassel
Hannover 96
SC Freiburg
Eintracht Frankfurt
1. FC Köln
FC Schalke 04
FC Basel
Karlsruher SC
Eintracht Frankfurt
Bursaspor
Alemannia Aachen
Hansa Rostock
Arminia Bielefeld
Autorennationalmannschaft

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jörg Berger (* 13. Oktober 1944 in Gotenhafen, heute Gdynia, Polen; † 23. Juni 2010 in Duisburg) war ein deutscher Fußbalspieler und Fußballtrainertrainer.

Karriere

In seiner aktiven Zeit als Fußballer spielte Berger für den DDR-Oberligisten 1. FC Lokomotive Leipzig. Wegen einer Muskelverletzung musste er seine Karriere als Oberligaspieler allerdings sehr früh beenden und studierte dann an der Deutsche Hochschule für Körperkultur DHfK Leipzig. Daran schloss er seine Trainerlaufbahn an.[1] Berger war in der DDR ein angesehener Fußballtrainer, der vorgesehen war, irgendwann die Fußballnationalmannschaft der DDR als Nachfolger von Georg Buschner zu übernehmen.

Berger war Trainer der Nachwuchs-Auswahlmannschaft der DDR, als er 1979 ein Spiel in Jugoslawien nutzte, um in den Westen zu flüchten. Dort übernahm er als erste Cheftrainerstelle 1979 die Mannschaft von SV Darmstadt 98 (2. Bundesliga). Als DDR-Flüchtling sah er sich Bedrohungen ausgesetzt, die von der Ministerium für Staatssicherheit im Westen organisiert wurden. So überlebte er als Trainer von KSV Hessen Kassel Mitte der 1980er Jahre möglicherweise einen Giftanschlag. Beweise für die Morddrohungen erhielt er aber erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 nach Durchsicht seiner Stasiakten.[2] In der Frühphase seiner Trainerkarriere verpasste Berger 1984 und 1985 zweimal als 4. der 2. Fußball-Bundesliga knapp den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. Danach trainierte der Motivationskünstler Jörg Berger mehrere Bundesligavereine, die er oft vor dem Abstieg rettete, wodurch er sich seinen Spitznamen „Feuerwehrmann“ verdiente. Jedoch bekam er selten die Chance, eine Mannschaft über längere Zeit aufzubauen. Seine Bestleistungen als Trainer erreichte er mit zwei dritten Plätzen in der Bundesliga mit Eintracht Frankfurt 1990 und dem FC Schalke 04 1996. Im Oktober 1996 wurde er bei Schalke entlassen und von Huub Stevens abgelöst. Er konnte deshalb den Schalker UEFA-Pokal-Gewinn in derselben Saison nicht mehr als Trainer feiern.[1]

1997, während gut drei Monaten (Juli – Oktober) war er Trainer des FC Basel.

Letzter großer Erfolg von Jörg Berger war der Einzug ins Finale um den DFB-Pokal mit dem Zweitligaverein Alemannia Aachen.[3] Jedoch wurde der Vertrag von Berger nach der Niederlage gegen den amtierenden deutschen Meister Werder Bremen und bei gleichzeitigem Nichtaufstieg in die 1. Bundesliga in Aachen einvernehmlich zum 30. Juni 2004 aufgelöst.

Vom 17. November 2004 bis zum 14. August 2005 war er Cheftrainer von Hansa Rostock. Dort wurde er nach einer 1:4-Niederlage gegen den TSV 1860 München nach dem 2. Spieltag der 2. Liga entlassen.

Weiterhin war er als TV-Experte, u. a. für die 2. Liga, beim Fernsehsender Sky Deutschland tätig.

Am 6. März 2009 erschien seine Autobiografie Meine zwei Halbzeiten: Ein Leben in Ost und West[4], in der sein Leben in der DDR und die von seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik 1979 bis 1990 reichende Verfolgung und Beobachtung durch die Staatssicherheit der DDR sowie sein Leben nach der Wende und seine Krebserkrankung dargestellt werden. Das Buch stieg bis auf Platz 8 der Spiegel-Bestsellerliste. Die erste Auflage war innerhalb weniger Tage nach Erscheinen ausverkauft.

Am 19. Mai 2009 wurde er als neuer Trainer von Arminia Bielefeld vorgestellt. Nachdem der Abstieg der Arminia dennoch nicht verhindert werden konnte, verließ Berger den Verein bereits wieder am 24. Mai 2009.[5]

Berger betreute ab 2009 [6][7] die deutsche Autorennationalmannschaft, die er am 2. Mai 2010 in seinem letzten Spiel als Trainer zur Europameisterschaft führte.

Ehrungen

Seit dem 23. Januar 2013 ziert ein Abbild von Jörg Berger eine der zwölf „Säulen der Eintracht“ in der U-Bahn Station Willy-Brandt-Platz in Frankfurt.

Berger war in zweiter Ehe verheiratet und Vater von drei Kindern, einem Sohn aus erster Ehe und Zwillingstöchtern aus zweiter Ehe.

Während des Jahres 2002 pausierte Berger längere Zeit als Trainer von Alemannia Aachen wegen einer Operation.[8] Im Jahre 2005 unterzog er sich erneut einer Operation. Im November 2008 wurde wieder eine Chemotherapie begonnen. Jörg Berger erlag am 23. Juni 2010 seinem langen Krebsleiden.

Trainerstationen

  • 1972–1974 1. FC Lokomotive Leipzig als Jugendtrainer
  • 1972–1974 FC Carl Zeiss Jena als Jugendtrainer
  • 1974–1976 Hallescher FC
  • 1976–1978 DDR-Jugendtrainer
  • 1978–1979 B-Fußballnationalmannschaft der DDR[9]
  • 1979–1980 SV Darmstadt 98
  • 1980–1981 SSV Ulm 1846
  • 1981–1982 Fortuna Düsseldorf
  • 1983–1986 KSV Hessen Kassel
  • 1986 Hannover 96
  • 1986–1988 SC Freiburg
  • 1988–1991 Eintracht Frankfurt
  • 1991–1993 1. FC Köln
  • 1993–1996 FC Schalke 04
  • 1997 FC Basel
  • 1998 Karlsruher SC
  • 1998–1999 Eintracht Frankfurt
  • 2000 Bursaspor[10]
  • 2001–2004 Alemannia Aachen
  • 2004–2005 Hansa Rostock
  • 2009 Arminia Bielefeld

Literatur

  • Jörg Berger: Meine zwei Halbzeiten – ein Leben in Ost und West. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009, ISBN 978-3-498-00654-9.

Weblinks

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Einzelnachweise