Jo Knümann

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Josef Bernhard Knümann (* 11. Februar 1895 in Gelsenkirchen; † 25. Dezember 1952 ebenda) war ein deutscher Pianist und Komponist von Unterhaltungsmusik.

Leben

Nach erstem Klavier- und Geigenunterricht in der Musikschule seines Vaters Bernard Knümann trat er bereits mit 9 Jahren unter dem Künstlernamen "Wilhelmy" öffentlich auf und unternahm mit 11 Jahren erste Konzertreisen ins Ausland. 1909 kam er an die Musikhochschule Köln und studierte Klavier bei Carl Friedberg und Komposition bei Ewald Strässer. 1913 wechselte er nach Berlin an die Hochschule für Musik und spielte dort am 2. Oktober ein erfolgreiches Konzert mit dem Blüthner-Orchester unter der Leitung von Edmund von Strauß.

Grabstätte auf dem Katholischen Altstadtfriedhof

Es folgte eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland, unter anderem auch vor dem englischen König Georg V.. Ab 1924 konzentrierte er sich auf den Bereich der Unterhaltungsmusik. Mit seinem "Orchester ohne Noten" spielte er in den führenden Kaffeehäusern der Zeit wie dem Cafe Vaterland in Berlin, dem Cafe Wien am Ring in Köln, dem Hamburger Alsterpavillon, dem Grand Hotel in Den Haag, dem Cafe Winke’s in Amsterdam u.a. 1935 übernahm er die Musiker des Orchesters des nach Belgien emigrierten jüdischen Musikers Michael Schugalté.

In seinen vor allem für Salonorchester geschriebenen Kompositionen griff er gern auf Volksmusik verschiedener Länder zurück und gab den Stücken entsprechende Titel wie "Ungarisch", "Russisch", "Rumänisch", "Schottisch", "Arabisch" u.a. Ab 1942 erschienen die Stücke auch im Druck, wurden von Schallplattengesellschaften wie Elektrola, Odeon, Columbia und Deutsche Grammophon aufgenommen und im Rundfunk gesendet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Knümann nach Quedlinburg evakuiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Knümann zuerst in Berlin und im Harz. Ab 1948 wirkte und lebte er als Privatlehrer und Unterhaltungsmusiker in der Vattmannstraße in Gelsenkirchen[1] , wo er 1952 nach längerer Krankheit starb. Knümann's Grabstätte befindet sich auf dem Katholischen Altstadtfriedhof.

Der musikalische Nachlass Knümanns befindet sich im Deutschen Komponistenarchiv in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden.

Werke

  • Außenseiter (Das gebackene Hühnchen) Berlin 1942
  • Ich hab ein Lieb im fernen Land, Berlin 1943
  • Ungarisch, Berlin 1943
  • Vögleins Sehnsuchtslied, Berlin 1944
  • Bergmannsleben, Berlin 1950
  • Klänge am Rhein, Berlin 1950
  • Arabisch, Berlin 1950
  • Czardas I., Berlin 1950
  • Czardas II., Berlin 1951
  • Italienische Serenade, Recklinghausen 1951
  • Russisch, Berlin 1951
  • Rumänisch, Berlin 1951
  • Balkan, Berlin 1952
  • Schottisch, Berlin 1954
  • Slawisch, Berlin 1955
  • Erotische Suite (Suite der Liebe), Recklinghausen 1958
  • Zwischen zwei Flüssen, Berlin 1961

Quellen und Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Adressbuch Gelsenkirchen 1951