Johannes Baptist Przyklenk

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Johannes Baptist Przyklenk Missionare von der Heiligen Familie (MSF) (* 30. Dezember 1916 in Pogosch (Brandewalde); † 3. Mai 1984 in Indaiatuba)[1] war katholischer Bischof von Januária.

Leben

Johannes Baptist Przyklenk wurde als jüngstes von vier Kindern im schlesischen Brandewalde geboren. Sein Vater fiel im Ersten Weltkrieg und die Mutter zieht mit der Familie nach Gelsenkirchen-Rotthausen,wo er aufwächst. [2] Er trat der Ordensgemeinschaft der Missionare von der Heiligen Familie bei. 1938 wurde er von seinem Orden in die Mission nach Brasilien entsandt.[3] Er studierte Theologie am Collegium Maximum der Jesuiten in São Leopoldo.[2] Am 8. Dezember 1940 empfing er in Brasilien die Priesterweihe. Er war Lektor an einer Ordenshochschule und Kaplan in Santo Ângelo und in Passo Fundo.[1] An der Lateranuniversität in Rom erlangte er das Lizentiat des Kirchenrechts. Ab 1947 war er Generalsekretär seines Ordens im Generalat in Rom.

Papst Johannes XXIII. ernannte ihn am 1. Juni 1962 zum Bischof von Januária. Der Bischof von Essen, Franz Hengsbach, spendete ihm am 29. Juli desselben Jahres in Kevelaer die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Heinrich Maria Janssen, Bischof von Hildesheim, und Heinrich Tenhumberg, Weihbischof in Münster.

Bischof Johannes Przyklenk nahm an allen Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils teil. Er setzte sich dafür ein, dass das Konzil allen Gläubigen (nicht nur den Priestern) das beständige Lesen der Heiligen Schrift nahelegte. Seine Anregung wurde von drei Konzilstheologen, Alois Grillmeier, Otto Semmelroth und Joseph Ratzinger, aufgenommen und fand Eingang in die Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung.[4]

Papst Paul VI. ernannte Johannes Przyklenk am 1. März 1976 zum Apostolischen Vikar von Tromsø. Am 19. Februar 1977 wurde er erneut zum Bischof von Januária ernannt. Am 20. Juli 1983 verzichtete er auf sein Amt.

Bischof Przyklenk starb während der Vollversammlung der brasilianischen Bischofskonferenz (Conferência Nacional dos Bispos do Brasil, CNBB) im Kloster Itaici in Indaiatuba. Tausende gaben ihm das Geleit, als der Verstorbene nach Januária überführt und dort in der Kathedrale Nossa Senhora das Dores beigesetzt wurde.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Diocese de Januária: Bispos, abgerufen am 8. Juni 2020.
  2. 2,0 2,1 Vor einer Bischofsweihe in Kevelaer. Ein deutscher Missionar wurde Bischof in Brasilien. In: Kirche+Leben vom 22. Juli 1962.
  3. Josef Enssen: Die in Übersee tätigen Missionskräfte aus dem Bistum Essen. Diözesanstelle für Weltmission im Bistum Essen, Essen 1970, S. 18.
  4. Jared Wicks: Scripture reading urged Vehementer (Dei Verbum No. 25): background and development. In: David G. Schultenover: 50 years on. Probing the riches of Vatican II. Michael Glazier, Collegeville 2015, ISBN 978-0-8146-8301-9, S. 365–390, hier S. 378.