Köln-Mindener Eisenbahnbrücke

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Die Köln-Mindener Eisenbahnbrücke überquerte die Ückendorfer Straße.

ehemalige Eisenbahnbrücke an der Ückendorfer Straße

Mit der Gründung der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft im Jahre 1843 wurde in Köln das langjährige Ringen um eine Eisenbahnstrecke zwischen dem Rheinland und den norddeutschen Seehäfen, sowie der preußischen Landeshauptstadt Berlin beendet. Ab den 1830er Jahren hatten mehrere Eisenbahnkomitees in den Städten Düsseldorf, Köln und Aachen untereinander und mit der Preußischen Regierung um eine Lösung gerungen. Im Vordergrund aller Bemühungen stand bei allen Beteiligten die Umgehung der holländischen Rheinzölle, die die Ein- und Ausfuhr von Waren beim Transport auf dem Rhein erheblich verteuerten.

Durch diese Bahnlinie erhielt Gelsenkirchen einen bedeutungsvollen Anschluß an das damals noch weitmaschige Eisenbahnnetz. Die Bahnstation lag etwa 700 m südlich des Dorfes und wurde am 15. Mai 1847 eröffnet. Das Dorf war durch einen unbefestigten Feldweg mit dem Bahnhof verbunden. Die zentrale Bedeutung der Gemeinde Gelsenkirchen innerhalb der relativ selbständigen umliegenden Bauernschaften südlich der Emscher wurde zwar durch diese Bahnstation stark gefördert. Als Stadt hat Gelsenkirchen aber auf Grund seiner Lage an dieser Bahnlinie keine außergewöhnlichen Impulse erhalten. Der Bahnhof konnte sich nicht zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickeln, da in Gelsenkirchen Hbf später nur die im Nahverkehr bedeutungsvolle Strecke nach Essen Hbf von der Köln-Mindener-Strecke abzweigte.

Die Ückendorfer Straße wurde von mehreren Werksbahnen und zwei Staatsbahnlinien gekreuzt. Für ihre Unterführung legte die Bauabteilung der Königlichen Eisenbahndirektion Essen bereits Ende 1900 einen Entwurf vor. Geplant waren fünf dicht nebeneinanderliegende Brückenbauwerke, und zwar von Nord nach Süd: eine eingleisige Überführung der Werksbahn zwischen dem Schalker Gruben- und Hüttenverein und der Gewerkschaft Orange; eine dreigleisige Brücke der Anschlußbahn des Schalker Vereins zum Bahnhof Gelsenlirchen der Köln-Mindener Bahn; eine Brücke mit vier Gleisen, von denen die nördlichen beiden zur Bahnlinie zwischen Schalke und Herne-Wanne gehörten, die südlichen waren die Personengleise der alten Köln-Mindener Strecke; die vierte Brücke, ebenfalls mit drei Gleisen, überführte die Güterbahn zwischen Gelsenkirchen und Wanne; auf der fünften Brücke verlief das Anschlußgleis der im Süden des Schalker Vereins gelegenen Zeche Alma.

Von diesen Brückenbauwerken waren nur noch die beiden nördlichen teilweise in ihren ursprünglichem Zustand erhalten. Auffällig waren die Stützen zu beiden Seiten der Straße, auf denen jeweils der Hauptträger und einer der beiden seitlichen Träger auflagen. Die Säulenschäfte waren aus vier gewalzten Quadranteisen zusammengesetzt, wobei die Niete hier auch eine dekorative Funktion hatten. Die Spannweite der Hauptträger betrug zehn Meter die der Seitenträger 2,75 m.

Im April 2013 wurde die Brücke abgerissen. Die Stützen wurden von den Freunde des Bahnbetriebswerks Bismarck Förderverein e.V. nach zähen Verhandlungen mit einem Schrotthändler vor dem Schmelzofen gerettet[1] .

Quelle

Weblink

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Einzelnachweise

  1. WAZ am 4. JUni 2013: Historische Säulen gerettet