Kaiserstraße (Schalke)

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Dieser Artikel beschreibt die ehemalige Kaiserstraße. Für andere Bedeutungen siehe Kaiserstraße (Begriffsklärung).
Blick vom Kaiserplatz in die Kaiserstraße
Blick vom Kaiserlichen Postamt von Norden aus

Die Kaiserstraße war eine Straße im Gelsenkirchener Ortsteil Schalke. Sie begann am Kaiserplatz, dem heutigen Kennedyplatz und endetet am Schalker Markt.

Geschichte

Die Kaiserstraße wurde um 1870 angelegt. Sie verlief parallel zur älteren Schalker Straße. Der Kaiserplatz und die anschließende Straße erhielten ihre Namen in Erinnerung an die Gründung des Kaiserreiches nach dem Krieg von 1870/1871. Daran sollte auch das in der 1870er-Jahren aufgestellte Kaiser-Wilhelm-Denkmal erinnern, zu „Kaisers Geburtstag" fanden dort Feiern statt. Mit dem Kaiserreich war auch ein größerer Wirtschaftsraum entstanden. An die Stelle des Talers trat die Reichsmark. Dafür wurde eine „Reichsbank" eingerichtet. Die Zweigstelle für Gelsenkirchen lag deshalb am Kaiserplatz. Auch das Post- und Telegrafenwesen wurde eine Reichsaufgabe. Deshalb war es ebenfalls kein Zufall, dass am Schalker Ende der Kaiserstraße ein „Kaiserliches Postamt" lag.

Die Kaiserstraße war vor dem Ersten Weltkrieg sozusagen die beste Anschrift in Gelsenkirchen. In dem schönen Eckhaus Kaiserstraße 2 wohnte laut Adressbuch von 1910 der Gutsbesitzer Heinrich Herbert, sein Vater war Beigeordneter und Gemeindevorsteher von Gelsenkirchen. Die Familie Herbert wird in Gelsenkirchener Urkunden schon im 17. Jahrhundert genannt. In Nr. 4 wohnte damals Dr. Alfred zur Nieden, der seit 1903 Landrat des Landkreis Gelsenkirchen und später Polizeipräsident von Gelsenkirchen war. Das Kreishaus mit dem Landratsamt wurde 1887 unter Landrat Dr. Constanz von Baltz gebaut. In den nächsten Häusern der Kaiserstraße wohnten dann auch „normale" Bürger, allerdings direkt gegenüber der Dienstvilla von Oberbürgermeister Theodor Machens.

Mitten in in der Kaiserstraße erinnerte die quer verlaufende Grenzstraße an den früheren Übergang von Gelsenkirchen nach Schalke. Dann folgten auf der Ostseite wieder Direktorenvillen. 1963/1964 wurde die Kaiserstraße als vierspurige Hauptverkehrsstraße mit gesonderten Gleisen für die Straßenbahn ausgebaut. Dazu wurde der Straßenraum radikal verbreitert. Auf beiden Seiten wurden die Häuser, soweit sie den Krieg überstanden hatten, abgebrochen. Nur die noch erhaltene katholische Pfarrkirche St. Joseph gibt heute noch Orientierung und das Haus Nr. 91 unterhalb der Berliner Brücke ist das einzige noch erhaltene Haus aus der Gründerzeit.

An der Straße lagen das erste Schalker Gymnasium Gelsenkirchen, der Gelsenkirchener Tennisklub und das Rheinisch-Westfälische Feuerwehrmuseum (Haus Nr. 67). Auch hatte im Haus Nr. 55 die Firma Küppersbusch dort ihren ersten Betrieb.

Am 9. Februar 1966 wurde die Straße in Kurt-Schumacher-Straße umbenannt, die heute die Verbindungsstraße von Schalke bis nach Buer ist.

Persönlichkeiten

die an der Straße im Laufe der Jahrzehnte gelebt haben: (unvollständige Liste)

Quellen

  • Diverse Adressbücher Gelsenkirchen
  • Recherche Dr. Lutz Heidemann
  • Text von Karlheinz Weichelt in: Schalke, erschienen im Suttonverlag, ISBN 978-3-86680-624-5

Weblinks

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