Kaufhaus Weiser

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Fassaden des Kaufhauses Weiser Hochstraße 2/4
Kaufhauses Weiser 1.jpg
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Hochstraße 2/4
Stadtteil: Buer
Baujahr: 1927
Seit wann in Denkmalliste: 27.08.1987
Bemerkung: Architekt: Fritz Niebel
Dokument der Denkmalbehörde: A128.pdf
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Kaufhaus Weiser, Hochstraße

Geschichte

1908 kam der damals 27-jährige junge Kaufmann Josef Weiser aus Essen, wo er bei Cramer & Meermann tätig gewesen war, in das aufstrebende Buer und eröffnete klein und bescheiden an der Essener Straße, ein Textilwarengeschäft. Angefangen vom Knopf bis zur Brautausstattung war bald alles bei Weiser zu haben. Die Kundschaft wuchs, die Ladenräume wurden zu eng, und 1921/22 zog er an den Springemarkt um und errichtete einen kleineren Neubau. 1928 wurde dieses Haus bereits wieder abgerissen und enstand an gleicher Stelle das jetzige Geschäftshaus, das seit dem 27. August 1987 auf der Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen steht. Ein für damalige Verhältnisse modernes und schönes Haus, in dem sich das Geschäft Weiser zur Freude der Kundschaft schön ausweiten und ausbreiten konnte.

1933 ließ sich Weiser in Bochum nieder und eröffnete dort ein großes Haus.

1935 übernahm er das zur jüdischen Alsberg-Gruppe gehörende Kaufhaus Alsberg in Recklinghausen, ein nicht minder bedeutendes Haus.

1938 erwarb Weiser von der „Deutschen Centralbodenkredit AG" /Berlin, das Kaufhaus der „Martin Rings AG" am Goldbergplatz. Dabei handelte es sich um das ehemalige Kaufhaus des jüdischen Warenhaus Unternehmens Gebr. Alsberg, welches sich die "Martin Rings AG" im Jahre 1933 mit Hilfe der Nationalsozialisten angeeignet hatte. Im Jahre 1954 wurde das Haus im großen Stil umgebaut und erhielt ein modernes Gesicht. Vornehme Glaspassagen im Erdgeschoß, ein geschmackvoller Eingang, Zweckmäßige Veränderungen im Inneren ließen hier ein ganz neues Haus entstehen. Damit nicht genug, begann Weiser auch mit dem Neubau eines Hauses in Recklinghausen, da das alte den Anforderungen nicht mehr entsprach. Auch in Bochum wird vergrößert und neu gebaut, es gibt in der Firma keinen Stillstand. Aus dem kleinen Laden, in dem der Inhaber und seine Frau die Kunden zuerst allein bedienten, ist ein Unternehmen geworden, das etwa 700 Personen beschäftigte.

Haus Hochstraße 7 / Springesstraße

Das Kaufhaus wurde in den Jahren 1927 bis 1928 errichtet. Der Entwurf stammte von dem Architektenbüro Weber und Heide aus Buer.

Ungewöhnlich für die Kaufhausarchitektur der 1920er Jahre ist die horizontale Gliederung der Fassade, die anstelle der für diese Zeit charakteristischen vertikalen Fassadengliederung, mit hohen, schmalen Fensteröffnungen steht. Stattdessen werden die drei Obergeschosse durch große, rechteckige Fenster und Sohlbankgesimse unterteilt. Als Material wurde Sandstein gewählt, in dem auch der figürliche Skulpturenschmuck an der Fassade im Erdgeschoss ausgeführt ist. An zwei Gebäudeecken sitzt jeweils ein zusätzliches Geschoss auf, das durch eng nebeneinander gereihte Lanzettfenster durchbrochen wird und von einer Brüstung abgeschlossen wird. In der Mitte der Dachfläche dieser Geschosse, wurde jeweils ein Pavillon platziert, der schmale, rechteckige Fenster und einen oberen Abschluss in Form eines Zinnenkranzes aufweist. Dadurch wirken die beiden Gebäudeecken wie Türme und das Kaufhaus bekommt einen wehrhaften Charakter. Stilistisch stehen zudem die der Gotik entlehnten Lanzettfenster im Kontrast mit den einfachen, rechteckigen Fenstern der darunterliegenden Geschosse.

Chronik

  • 1908 Gründung der Firma durch Josef Weiser in der Horster Straße in Buer im Strothmannschen Haus (früher Essener Straße 16 a).
  • 1911 Umzug zur Horster- / Ecke Beckeradstraße (jetzt Leifeld)
  • 1919 Eröffnung einer Filiale in Hassel.
  • 1921 Errichtung und Bezug des Anwesens Hochstraße 7 ( Flachbau mit Wohnhaus )
  • 1928 Abriß und Neubau des Geschäftes, so wie es sich heute präsentiert.
  • 1933 Anmietung des Hauses Bochum, Bongardstraße 21.
  • 1935 Kauf und Inbetriebnahme des heutigen Anwesens in Bochum, Kortumstraße (vorm. Clemens).Im selben Jahr Erwerb des Hauses in Recklinghausen ( vorm. Kaufh. Alsberg ).
  • 1938 wurde am Stern, Hochstraße 2 -4, das Kaufhaus der „Martin Rings AG" erworben. ( vorm. Gebr. Alsberg ) Ergänzung des Sortimentes um Herrenkonfektion.
  • 1959 Umbau und anschließende Neueröffnung des Kaufhauses in Bochum.
  • 1968 Neubau und Wiedereröffnung des Hauses in Hassel, das zu Beginn des zweiten Weltkrieges geschlossen worden war.
  • 1979/80 Umbau und Renovierung der Buerschen Häuser Hochstraße 2-4 und 7.
  • 1980 In allen Kaufhäusern der Fa. Weiser GmbH & Co. KG wird heute ein Textilvollsortiment eingeführt. Die Leitung des Gesamtunternehmens liegt in den Händen von Franz, Josef und Karl Weiser.
  • 1984 wurde das Kaufhaus Weiser von Sinn-Leffers übernommen.

Literatur

Weblinks

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Quelle