Kevin Kurányi

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Kevin Kurányi

im Trikot von Dynamo Moskau
Spielerinformationen
Voller Name Kevin Dennis Kurányi Rodríguez
Geburtstag 2. März 1982
Geburtsort Rio de Janeiro, Brasilien
Größe 190 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1988–1993
1993–1994
1994–1996
1996–1997
1997–2001
Serrano FC
Las Promesas Panama
Serrano FC
Las Promesas Panama
VfB Stuttgart
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2000–2002
2001–2005
2005–2010
2010–2015
2015–2016
VfB Stuttgart Amateure
VfB Stuttgart
FC Schalke 04
Dynamo Moskau
TSG 1899 Hoffenheim
33 (10)
99 (40)
162 (71)
123 (50)
14 0(0)
Nationalmannschaft
2002–2003
2002
2003–2008
Deutschland U 21
Team 2006
Deutschland
6 0(2)
1 0(1)
52 (19)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 7. Mai 2016

Kevin Dennis Kurányi Rodríguez (* 2. März 1982 in Rio de Janeiro, Brasilien) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Zuletzt stand er in der Saison 2015/16 bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag. Der Stürmer bestritt 52 Länderspiele für die deutsche A-Nationalmannschaft. Im März 2017 beendete er seine Karriere als Profifußballer.

Herkunft

Kevin Kurányis Urgroßvater stammt aus Dänemark,[1] sein Großvater aus Ungarn, seine Mutter aus Panama und sein Vater aus Frankreich. Kurányi selbst ist in Brasilien geboren, wuchs in Panama auf und hat drei Staatsbürgerschaften: die brasilianische, die panamaische und die deutsche.[2] Kurányi, dessen Vater im Raum Ludwigsburg aufwuchs, lebte bis zu seinem 16. Lebensjahr in Lateinamerika.

Kurányis Name wird in den deutschen Medien nur in den seltensten Fällen wie im Ungarischen üblich als ['kura:ɲi] mit Betonung auf der ersten Silbe ausgesprochen.

Karriere

Vereine

VfB Stuttgart

Über die Vereine Serrano FC Petropolis und Las Promesas Panama kam er 1997 zum VfB Stuttgart, mit dem er 2003 Zweiter der deutschen Meisterschaft wurde. In der Saison 2003/04 wurde er Vierter und erreichte das Achtelfinale der Champions League.

FC Schalke 04

Zur Saison 2005/2006 wechselte Kurányi zum Ligakonkurrenten FC Schalke 04, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2010 gültigen Vertrag unterschrieb. Der Transfer brachte dem VfB Stuttgart eine Ablösesumme in der Höhe von 7 Mio. € ein.[3]

Kurányi im Mai 2017

Im August 2005 gewann er mit Schalke den Ligapokal und erzielte den 1:0-Siegtreffer gegen den VfB Stuttgart. Mit Schalke wurde er in der Liga erneut Vierter und erreichte das UEFA-Pokal-Halbfinale. Im Mai 2007 wurde Kurányi zum zweiten Mal in seiner Karriere deutscher Vizemeister. 2008 erreichte er mit Schalke das Viertelfinale der Champions League.

Kurányi im Trikot des FC Schalke 04

In der Saison 2007/08 erzielte er den ersten Viererpack seiner Bundesligakarriere: Beim 5:0-Sieg am 15. April 2008 gegen Energie Cottbus markierte Kurányi die letzten vier Treffer. Am 6. Dezember 2009 erzielte er mit seinem Treffer zum 1:0 gegen Hertha BSC sein 100. Bundesligator.

Mit seinem zehnten Saisontor am 23. Januar 2010 gegen den VfL Bochum erzielte Kurányi in acht aufeinanderfolgenden Spielzeiten eine zweistellige Anzahl Saisontreffer. Dies haben in der Geschichte der Bundesliga nur zwei Spieler übertroffen: Gerd Müller (13-mal in Folge) und Manfred Burgsmüller (zehnmal). Mit insgesamt 71 Bundesligatoren liegt Kurányi hinter Klaus Fischer (182 Tore) und Ebbe Sand (74 Tore) auf Platz 3 der erfolgreichsten Schalker Bundesligatorschützen. Sein Vertrag mit dem FC Schalke 04 lief zum 30. Juni 2010 aus.

Wechsel nach Russland

In der Sommerpause 2010 wechselte Kurányi zum russischen Erstligisten FK Dynamo Moskau. Sein erstes Pflichtspiel für Dynamo Moskau bestritt Kurányi am 31. Juli 2010 beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Krylja Sowetow Samara. Sein erstes Tor erzielte er am 14. August 2010 in seinem zweiten Spiel beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Zenit Sankt Petersburg mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 in der 26. Minute. Nur eine Woche später gelang ihm im Spiel gegen den Stadtrivalen Lokomotive Moskau (3:0) sein erster Doppeltorerfolg. Bis zum Ende der Saison traf der Stürmer regelmäßig. Die Dynamo-Fans wählten ihn zum Spieler der Saison.[4] Laut russischen Medien verdiente Kurányi in Moskau 5,7 Millionen Euro pro Jahr und war bis zum Wechsel von Samuel Eto’o in die russische Liga der bestbezahlte Fußballspieler Russlands.

Am 17. November 2011 verlängerte Kurányi seinen Vertrag mit Dynamo Moskau vorzeitig bis Mitte 2015. Im März 2015 gab er auf seiner Homepage bekannt, den Vertrag nicht über die Saison 2014/15 hinaus zu verlängern.

TSG 1899 Hoffenheim

Nachdem er seinen Vertrag nicht verlängert hatte, kehrte Kurányi in der Sommerpause 2015 nach Deutschland zurück und hielt sich zunächst beim Viertligisten 1. FC Saarbrücken fit.[5] Am 24. Juli 2015 schloss er sich der TSG 1899 Hoffenheim an. Er erhielt einen bis zum Ende der Saison 2015/16 gültigen Vertrag.[6] Sein Pflichtspieldebüt gab er am 9. August 2015 bei der 0:2-Niederlage gegen den TSV 1860 München im Erstrundenspiel um den DFB-Pokal mit Einwechslung für Tarik Elyounoussi in der 62. Minute. Bis zum Ende der Saison erzielte er in 16 Bundesligaspielen nicht ein einziges Tor für Hoffenheim. Sein bis zum Saisonende 2015/16 gültiger Vertrag wurde nicht verlängert; Kuranyi ist entschlossen, seine Karriere noch nicht zu beenden.

Anfang Februar 2017 absolvierte Kurányi beim weißrussischen Verein FK Dinamo Brest ein Probetraining. Im März 2017 beendete er schließlich seine Karriere als Profifußballer.

Nationalmannschaft

Kurányi im Juni 2005

Sein erstes Länderspiel in der deutschen Nationalmannschaft bestritt er am 29. März 2003 in Nürnberg beim 1:1-Unentschieden gegen Litauen. Kurányi nahm mit der deutschen Nationalmannschaft an der Europameisterschaft 2004 in Portugal und im Jahr 2005 beim Konföderationen-Pokal in Deutschland teil. Vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann wurde Kurányi jedoch nicht für die WM 2006 nominiert. Am 7. Februar 2007 gab er beim 3:1-Sieg gegen die Schweiz sein Comeback in der Landesauswahl und traf sogleich zum 1:0. Beim 2:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am 24. März 2007 erzielte er beide Tore für das deutsche Team. Am 28. März 2007 lief Kurányi im Freundschaftsspiel gegen Dänemark in Duisburg erstmals als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft auf. Für die EM 2008 wurde er vom Bundestrainer Joachim Löw ins deutsche Aufgebot berufen. Im Finale gegen Spanien wurde der damals 26-jährige eingewechselt. Die deutsche Mannschaft verlor das Spiel mit 0:1.

Beim Spiel am 11. Oktober 2008 gegen Russland, bei dem er lediglich auf der Tribüne saß, reiste er noch vor der zweiten Halbzeit eigenmächtig zurück nach Hause. Daraufhin reagierte Löw und informierte Kurányis Verein. Noch in der Nacht nach dem Spiel fällte Löw die Entscheidung, Kurányi nicht mehr zu Länderspielen zu berufen.[7] Für die Nichtberücksichtigung bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 sei laut Löw dieser Vorfall jedoch nicht mehr ausschlaggebend gewesen, vielmehr passe Kurányi aus personellen und taktischen Gründen nicht in die Nationalmannschaft.[8] Somit blieb der 52. Länderspieleinsatz am 6. September 2008 sein bis dato letzter für die DFB-Elf, für die er 19 Treffer erzielt hatte.[9]

Erfolge

  • DFB-Junioren-Pokal: 2001
  • Deutscher Vizemeister: 2003 mit dem VfB Stuttgart, 2007 und 2010 mit dem FC Schalke 04
  • DFL-Ligapokalsieger: 2005 mit dem FC Schalke 04
  • Vize-Europameister: 2008 mit der deutschen Fußballnationalmannschaft

Sonstiges

Seit dem Ende seiner Spielerkarriere ist er als Spielerberater[10] und TV-Experte tätig. Für die ARD war er beim FIFA Confed Cup 2017 und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland als Experte zu sehen.[11]

Im November 2017 gab er bekannt, dass er Gespräche mit dem Fußballverband von Panama führt und dort als Berater für die panamaische Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 vorgesehen war. Kurányi lehnte aber im weiteren Verlauf ein Engagement ab, weil er bereits eine Verpflichtung als TV-Experte habe.[12]

Soziales Engagement

Seit 2013 engagiert sich Kurányi bei Show Racism the Red Card – Deutschland e. V. und beteiligte sich an der Kampagne „Unsere Elf gegen Rassismus“.[13]

Weblinks

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]

Einzelnachweise

  1. Michael Jahn: Drei Stürmer in einem. In: Berliner Zeitung. Abgerufen am 2014-06-30.
  2. Staatsbürgerschaften von Kurányi Focus, 29. März 2006
  3. Millionendeal: Kuranyi wechselt nach Schalke. Spiegel Online (11. Juni 2005). Abgerufen am 18. September 2014.
  4. Kevin Kuranyi von Fans zum Spieler der Saison gewählt vom 29. November 2010 auf sportbild.de
  5. Saarbrücker Zeitung: Kuranyi trainiert beim FCS, 8. Juli 2015, abgerufen am 24. Juli 2015.
  6. Pressemitteilung auf achtzehn99.de
  7. Löw: „Werde Kurányi nicht mehr nominieren“ spiegel.de (abgerufen am 20. Februar 2016)
  8. spiegel-online.de vom 3. Mai 2010: Fußball-Nationalelf: Kader für Südafrika – Löw verzichtet bei WM auf Schalkes Star Kuranyi
  9. Matthias Arnhold (7. August 2014). Kevin Kurányi - Goals in International Matches. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. Abgerufen am 15. September 2014.
  10. Mit Panama zur WM? Kevin Kuranyi ringt ums Kampfgewicht. In: n-tv.de. 2017-11-29. Abgerufen am 2018-05-10.
  11. Kuranyi verstärkt ARD-Team bei der WM sportschau.de 2018-05-08
  12. WM 2018: Ex-Bundesliga-Stürmer Kevin Kuranyi über den Traum von Debütant Panama. In: spox.com. 2018-03-05. Abgerufen am 2018-05-10.
  13. Ein Sturmpartner für Anthony Ujah: sechstes Mitglied unserer „Elf gegen Rassismus“