Bergmannsheil und Kinderklinik Buer

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Bergmannsheil Buer
Ehem. Kinderklinik Buer

Bergmannsheil und Kinderklinik Buer ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung in Buer. Träger ist die Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH.

Das Bergmannsheil in Buer wurde im Jahre 1929 insbesondere zur Unfallversorgung von Bergleuten eröffnet.

Seit der Fusion im Jahr 2002 mit den Städtischen Kinderkliniken firmieren die Kliniken gemeinsam unter der Bezeichnung Bergmannsheil und Kinderklinik Buer, kurz: BKB.

Die Kliniken verfügen zusammen über zehn Fachabteilungen mit insgesamt 430 Betten und 850 Mitarbeitern. Sie erbringen jährlich etwa 120.000 Pflegetage bzw. Beköstigungstage. Der Jahresumsatz beträgt etwa 45 Mio Euro.

Im Bergmannsheil Buer werden seit 1984 Schwerstbrandverletzte versorgt. Während der 18. Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde es als Referenzkrankenhaus der FIFA für alle Sportler, Betreuer und Funktionäre geführt.

Am 6. Dezember 2007 wurde der Umzug der Kinder- und Jugendklinik in den Neubau an der Adenauerallee abgeschlossen. Die Kliniken liegen damit unmittelbar nebeneinander. Die angeschlossene Kinder- und Jugendklinik bietet Lehrgänge an und gewährleistet die Unfall-Erstversorgung von Kindern und Jugendlichen.

Chronik der Kinderklinik

Die Stadt Gelsenkirchen eröffnete 1921 erstmals ein Kinderkrankenhaus mit 110 Betten in der Tannenbergstraße in einem Gebäude, das vorher der ev. Kirchengemeinde als Altenheim gedient hatte. Bereits damals gab es eine angegliederte staatliche Säuglings- und Kinderschwesternschule. Die Lage war in lufthygienischer Hinsicht infolge der Staub- und Rauchbelästigung durch die unmittelbar benachbarte Zeche Wilhelmine Victoria äußerst ungünstig. Das Krankenhaus wurde 1944 vollständig durch Bomben zerstört. 1950 wurde mit den Planungen für ein überregional bedeutendes Krankenhaus begonnen, das durch modernste bauliche Maßnahmen insbesondere der Kindersterblichkeit durch Frühgeburtlichkeit und den alten und neuen Infektionskrankheiten begegnen konnte. An der Stelle an der Westerholter Straße fand sich die relativ reinste Luft im Stadtgebiet, da durch die Höhenlage die Gefahr von Bodennebeln weitgehend ausgeschaltet war. Die Einweihung der Städtischen Kinderklinik an der Westerholter Straße erfolgte am 31. Mai 1958. Neben dem überörtlich bedeutenden Frühgeburtenzentrum wurde auch ein Poliomyelitis-Behandlungszentrum mit Heilschwimmbad zur Unterwasserbehandlung gelähmter Kinder eingerichtet. Abgesehen vom Haupthaus mit 182 Betten befand sich auf dem Gelände ein Isolierhaus mit 60 Betten für die Infektionskranken. Wegen der außerordentlichen Knappheit an Pflegepersonal und der relativ großen Entfernung zum Ortskern wurde fast das gesamte Personal (186 Personen) in neu geschaffenem Wohnraum auf dem Gelände untergebracht. Neben einer Frauenmilch-Sammelstelle, deren Sammelauto täglich die zu Hause gebliebenen Mütter besuchte und deren Milch zur Ernährung der stationären Säuglinge abholte, gab es auch schon ein erstes "Transportkästchen für Frühgeborene", das als ein Vorläufer der heutigen Inkubatoren gelten kann. Als Klinik der Grund- und Regelversorgung sowie als neonatologisches Schwerpunktkrankenhaus hat die Kinderklinik in den nachfolgenden Jahrzehnten Akzente gesetzt. Durch das besondere Behandlungsprogramm für Neurodermitis und Asthma, sowie andere allergische Erkrankungen, unter der Leitung von Prof. Dr. E. A. Stemmann, hat sie für diesen Bereich überregionale Bedeutung.

Chronik des Bergmannsheil

Aufgrund der hohen Anzahl an verletzten Bergleuten in den seinerzeit sehr zahlreichen Schachtanlagen in und um Gelsenkirchen hat die Bergbau-Berufsgenossenschaft im Jahr 1927 mit dem Bau eines weiteren berufsgenossenschaftlichen Krankenhauses neben dem damals bereits bestehenden Bergmannsheil in Bochum begonnen. 1929 konnte dann das Bergmannsheil II Buer als für die damalige Zeit hochmoderner Bau mit 250 Betten als unfallchirurgisches Krankenhaus eröffnet werden. So konnten die Schwerverletzten unmittelbar von der Zeche aus in eine "erstklassige Heilstätte" gebracht werden und mussten nicht in einem beliebigen, gerade in der Nähe gelegenen Krankenhaus versorgt werden. Als 1977 erhebliche Renovierungsarbeiten im Knappschaftskrankenhaus Ückendorf fällig wurden, hat die Bundesknappschaft das Bergmannsheil in Buer erworben und beide Häuser in einer Fusion zum Knappschaftskrankenhaus Bergmannsheil Buer zusammengeführt. Der gesamte medizinische Betrieb wurde ins Bergmannsheil nach Buer verlegt. Doppelt vorhandene Abteilungen wurden zusammengelegt und in den folgenden Jahren verschlankt. Das ehemalige Knappschaftskrankenhaus in Ückendorf wurde nicht mehr in seiner ursprünglichen Funktion in Betrieb genommen. 1980 wurde das Spektrum des Unfallkrankenhauses durch die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie erweitert und eine Abteilung für Schwerstbrandverletzte etabliert. 1986 wurde der Neubau eines Untersuchungs- und Behandlungsbereiches erstellt, in dem die verschiedenen Leistungsstellen wie Operationsbereich, Laboratorien und Röntgendiagnostik konzentriert wurden. Heute stellt das Bergmannsheil Buer als regionales Traumazentrum den Schwerpunkt für die Unfallversorgung im Raum Gelsenkirchen dar. Mit Eröffnung des Erweiterungsneubaus im Februar 2000 wurden durch mehrere Baumaßnahmen insgesamt 67 Patientenzimmer mit integrierter Naßzelle erstellt. Mit dem Neubau des Süd-Westflügels im Februar 2004 konnten die Modernisierungsmaßnahmen des Pflegebereichs nahezu abgeschlossen werden.

Kinderzimmer BekiBuer

Im Jahr 2014 wurde das Kinderzimmer BekiBuer der Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH eröffnet. Eltern, die in den Krankenhäusern beschäftigt sind und eine flexible, auf ihre Arbeitszeiten zugeschnittene Kinderbetreuung suchen, erhalten im Kinderzimmer ein bedarfsorientiertes Angebot. Träger des Kinderzimmers ist die do.it projekt-management GmbH & Co. KG aus Castrop-Rauxel, die seit vielen Jahren erfolgreich unternehmensnahe Kinderbetreuungskonzepte und Maßnahmen zur Steigerung der Familienfreundlichkeit in Unternehmen installiert.

Einrichtung und Daten

Die Kliniken verfügen zusammen über zehn Fachabteilungen mit insgesamt 430 Betten, davon 290 Planbetten, und 850 Mitarbeitern. Sie erbringen jährlich etwa 120.000 Pflege- beziehungsweise Beköstigungstage bei etwa 10.000 stationär aufgenommenen Patienten. Der Jahresumsatz beträgt etwa 45 Millionen Euro.

Therapiemethoden

Nach der Veröffentlichung des Films Elternschule 2018 wurden die Therapiemethoden der Kinderklinik kontrovers diskutiert.[1] Auch versucht die Klinik teils mit Unterlassungsaufforderungen, Kritiker zum Schweigen zu bringen.[2]

Standorte

Weblinks

Einzelnachweise