Kirchstraße

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Dieser Artikel betrifft die heutige Kirchstraße. Früher trugen mehrere Straßen diesen Namen, siehe Kirchstraße (Begriffsklärung).
Straße in Gelsenkirchen

Kirchstraße

ehemaliger Name: Wiehagenstraße
Hausnummern (ungerade): 1 - 51
Hausnummern (gerade): 2 - 36
Stadtteil: Altstadt
Postleitzahl: 45879
Hausnummern (ungerade): 53 - Ende
Hausnummern (gerade): 38 - Ende
Stadtteil: Bulmke-Hüllen
Postleitzahl: 45888
Bevölkerung
(Stand 31.12.2020 • Quelle: Stadt Gelsenkirchen )
Einwohner dieser Straße: 462
davon weiblich: 252
Lagekarte
 
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Die Kirchstraße ist eine Straße in Gelsenkirchen. Die Kirchstraße beginnt im Stadtteil Altstadt mit der Hausnummer 1 bzw. 2.

Bedeutung

Die Kirchstraße verbindet den Neumarkt in der Altstadt mit der Hohenzollernstraße in Bulmke-Hüllen. Allerdings ist sie heute auf Höhe der Ringstraße durch das einbiegende südliche Ende der Bismarckstraße optisch so geteilt, dass sie in zwei Hälften zerfällt, eine Altstädter Hälfte und eine Bulmker Hälfte, die sich in ihrer städtischen Ausprägung stark voneinander unterscheiden.

Geschichte

Schon um 1820 war ein Teil der Kirchstraße ausgehend vom Neumarkt bis in den Bereich der heutigen Ringstraße vorhanden und wurde später dann auch als Verbindungsweg vom dörflichen Zentrum um die damaligen Georgskirche – heute evangelische Altstadtkirche – zum Nachbardorf Bulmke genutzt. Um 1850 war der Weg beidseitig mit Nuss- und Brombeersträuchern bewachsen. Auf dem aus dem Jahre 1877 stammenden handgezeichneten „Stadtplan“ von Gelsenkirchen findet man die Kirchstraße noch als Wiehagenstraße verzeichnet, weil dieser Weg zu einem Weideland führte, das sich noch bis 1829 in Gemeineigentum befand. Allerdings war der Name Wiehagen bereits durchgestrichen und durch Kirchstraße ersetzt worden. Am 8.Februar 1878 erfolgte vom Stadtrat der Stadt Gelsenkirchen die endgültige Umbenennung in Kirchstraße.

An der Kirchstraße – heutige Nummer 7a katholischer Kindergarten von St. Augustinus – wurde im Jahre 1869 das erste katholische Krankenhaus „Maria Hilf“ eröffnet, das von den „Dernbacher Schwestern“ betrieben wurde.

Im Jahre 1872 wurde an der Kirchstraße Nr. 36 das Marienhospital eröffnet, das bis zum Jahre 1977 als Krankenhaus diente. Heute befindet sich an dieser Stelle das Seniorenpflegeheim St. Vinzenz-Haus.

Durch die Zusammenlegung von Gelsenkirchen mit den im Umkreis liegenden Dörfern mussten einige bis dahin existierende Straßen mit dem Namen „Kirchstraße“ im Jahre 1903 umbenannt werden. In Heßler wurde aus der Kirchstraße die Friedensstraße – heute Holtgrawenstraße - , in Hüllen die Westfalenstraße – heute Skagerrakstraße - und in Schalke die Pariser Straße – heute Pothmannstraße. Weitere Eingemeindungen in den folgenden Jahren machten noch folgende Umbenennungen notwendig: in Rotthausen wurde die Kirchstraße umbenannt in Haydnstraße, in Erle erhielt sie den Namen Borgswiese und in Horst wurde sie zur Strickerstraße.

Altstadt

Die Kirchstraße beginnt am Taxistand am Neumarkt in der Altstadt. Hier befinden sich eine Filiale der Volksbank, das Fotostudio Sauerland sowie ein alteingesessener Imbiss, die Futterkrippe. Weitere Geschäfte und Betriebe im westlichen Teil der Kirchstraße sind das Eiscafé Europa, die Kneipe Stadtgespräch, der Stempel- und Schildermacher Stempel Sturm, sowie eine Reihe weiterer Geschäfte. Auch Arztpraxen sind in diesem Teil der Kirchstraße ansässig.

Über der Kreuzung Kirchstraße / Weberstraße hing in den 1950er Jahren eine Heuerampel.[1] Das Haus Nr. 24 an dieser Kreuzung war der Sitz der ehemaligen Tuchgroßhandlung J. Rustemeyer.[2] Später befand sich dort die Kneipe Nürnberger Trichter [3]. Heute ist dort ein orthopädischer Schuhmacher ansässig. Gegenüber, jedoch mit Adresse auf der Weberstraße, befindet sich ein großes Geschäftshaus, das der Sitz der ehemaligen Firma Möbel Heiland war.[4]

Der Straßenabschnitt zwischen Weberstraße und Ringstraße wird auf der südlichen Seite komplett von einer in den 1980er Jahren vom Architekten Stratmann erbauten Gebäudegruppe eingenommen. In diesem Komplex befinden sich Altenwohnungen, das Seniorenpflegeheim St. Vinzenz-Haus, ein Kindergarten, sowie, zur Weberstraße hin, Geschäfte. Auf diesem Grundstück stand früher das alte Marienhospital.[5]

Eine Besonderheit auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist Cheech & Chong, ein Fachhandel für Hanfprodukte, Wasserpfeifen und psychedelische Accessoires. Außerdem befinden sich hier neben weiteren Geschäften zwei Bestatter und eine Kneipe.

Bulmke

An der Kreuzung Kirchstraße / Ringstraße befindet sich ein Hochhaus (Nr 42), in dessen Erdgeschoss die ehemalige Firma Ford Storck ihren Sitz hatte. Heute befinden sich dort eine Fahrschule sowie die Kaufmännische Privatschule Walter Sitzer. Westlich davon befinden sich ein Aldi-Markt sowie eine Zoohandlung.

Der folgende Abschnitt der östlichen Kirchstraße liegt zwischen den lang gezogenen Mauern des katholischen Altstadtfriedhofes (südlich) und des evangelischen Altstadtfriedhofes (nördlich). Beide Friedhöfe werden seit der Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhundert bis heute genutzt und ersetzten die alten Friedhöfe im Kirchbereich und an der heutigen Robert-Koch-Straße. Die Friedhöfe bilden nach der Ringstraße eine weitere deutliche Trennung des Altstädter Teils der Kirchstraße von ihrem Bulmker Teil.

Der Straßenabschnitt bis zur Kreuzung mit der Straße Auf Böhlingshof ist von Bauten der Gründerzeit und der 1920er Jahre auf der südlichen Seite, sowie von Bauten der Nachkriegszeit auf der nördlichen Seite geprägt. Hier befindet sich eine weitere Kneipe, das Königstübchen. Im Hinterhaus des Hauses Nr. 52 befindet sich ein Gemeindezentrum der evanglisch-freikirchlichen Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden.

Der letzte Abschnitt über Kreuzungen mit der Hüttenstraße, Auf dem Graskamp bis zur Hohenzollernstraße ist geprägt von Wohnbebauung aus den Nachkriegsjahren und kleineren Geschäften, z.B. Blumen Tonk. An der Kreuzung mit dem Graskamp, die als kleiner Kreisverkehr ausgebildet ist, befindet sich die Gaststätte Erlkönig, die ein Treffpunkt der Mittelalter-Larp-Szene ist. In einem Flachbau mit der Nr. 85 befindet sich das Zentrum des Alevi-Bektasi Kulturverein Gelsenkirchen.

Architektur / Sehenswertes

Die Kirchstraße ist zum größten Teil von eher zurückhaltender Architektur der Nachkriegsjahre geprägt. Sehenswert ist die Skulptur „Rattenfänger von Hameln“ des Halfmannshöfer Künstlers Hubert Nietsch, die an der Ecke Im Lörenkamp an einer Hauswand angebracht ist. Verblassten Charme haben die ehemaligen Geschäftshäuser Rustemeyer und Heiland an der Ecke Weberstraße.

Auf den beiden Altstadtfriedhöfen befinden sich unter anderem Gräber von Gelsenkirchener Persönlichkeiten, etwa die der Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Vattmann und Hubert Scharley, das Grab der Familie Ernst Bischoff, sowie eine Reihe alter Grabsteine.

Im Bulmker Teil der Kirchstraße sind die Häuser 50 und 52 zu erwähnen, deren geschmückte Fassaden aus der Gründerzeit stammen. Zwischen Auf Böhlingshof und Hüttenstraße hat sich ein kurzer Abschnitt des alten Fischgrät-Pflasters erhalten.[6]

Lebensqualität

Der Altstädter Teil der Kirchstraße hat Innenstadtlage mit gutem Branchenmix inklusive dem damit verbundenen Verkehrsaufkommen. Im Abschnitt zwischen Lörenkamp und Weberstraße befinden sich mehrere leerstehende Ladenlokale, die einen stark verwahrlosten Eindruck machen. Eine Verbesserung der Gesamt-Situation der Straße erreichte die 2008 im Rahmen des Stadtumbaus durchgeführte Begrünung dieses Abschnittes im Rahmen des Projektes "Grüner Faden".

Der Bulmker Teil der Kirchstraße ist eine, trotz der Nähe zur Innenstadt, ruhige Wohngegend mit gutem sozialen Umfeld.

Namensdeutung

So benannt weil sie von Osten aus in gerader Richtung auf die Altstadtkirche und die Propsteikirche St. Augustinus in der Altstadt zuläuft.

Bildergalerie

Quellen

  • Historische Rundgänge durch Gelsenkirchen, Hrsg.: Sparkasse Gelsenkirchen, 1995
  • Jürgen Pastowski, Lexikon der Gelsenkirchener Straßen, 1995/96, unveröffentlicht
  • Alphabetisches Straßenverzeichnis der Stadt Gelsenkirchen 1977
  • Alphabetisches Straßenverzeichnis der Stadt Gelsenkirchen 1903
  • Ruhr-Nachrichten vom 7.6.1956

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