Kreis Recklinghausen

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Wappen des Kreis Recklinghausen

Der Kreis Recklinghausen (auch mit einem Zusatz als der Vestische Kreis bezeichnet) liegt im Norden des Ruhrgebiets im Nordwesten des Landes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Münster und ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Sitz des Kreises ist die Stadt Recklinghausen.

Geographie

Räumliche Lage und Bevölkerung

Der Kreis Recklinghausen ist ein Kreis des Ruhrgebiets, der sich im Norden bis ins südliche Münsterland erstreckt. Mit 628.817 Einwohnern (31. Dez. 2010) ist er (abgesehen vom Sonderfall Region Hannover) der bevölkerungsreichste Landkreis Deutschlands.

Der größte Fluss im Kreis ist die Lippe.

Kreisangehörige Gemeinden

Der Kreis Recklinghausen gliedert sich in zehn kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte und sechs Große kreisangehörige Städte sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind die Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt. Der Kreis Recklinghausen ist der einzige Landkreis in Deutschland, in dem alle Gemeinden über 25.000 Einwohner haben.

(In Klammer die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2011) [1])

Lagekarte vom Kreis Recklinghausen

Große kreisangehörige Städte

  1. Castrop-Rauxel (74.323)
  2. Dorsten (76.518)
  3. Gladbeck (74.045)
  4. Herten (61.178)
  5. Marl (84.680)
  6. Recklinghausen (115.648)

Mittlere kreisangehörige Städte

  1. Datteln (34.543)
  2. Haltern am See (37.216)
  3. Oer-Erkenschwick (30.727)
  4. Waltrop (28.953)

Kraftfahrzeugkennzeichen

Das Kfz-Kennzeichen für den Landkreis ist RE. Seit dem 12. November 2012 werden auf Wunsch zusätzlich auch wieder die alten Unterscheidungszeichen CAS (Castrop-Rauxel) und GLA (Gladbeck) ausgegeben.

Nachbarkreise bzw. -städte

An den Kreis Recklinghausen grenzen im Norden die Kreise Borken und Coesfeld, im Osten der Kreis Unna und die kreisfreie Stadt Dortmund, im Süden die kreisfreien Städte Bochum, Herne, Gelsenkirchen, Essen und Bottrop sowie im Westen der Kreis Wesel.

Geschichte

Im Mittelalter gehörte das Gebiet um Recklinghausen, das Vest Recklinghausen, zum Kurfürstentum Köln. Von 1446 bis 1576 wurde es an die Herren von Gemen und Schaumburg-Lippe verpachtet. 1811 wurde es dem Herzogtum Berg angeschlossen.

Nach dem Wiener Kongress wurde das Vest Recklinghausen 1815 zusammen mit anderen westfälischen Gebieten dem Königreich Preußen zugeschlagen und in die Provinz Westfalen integriert. In der Folge entstanden 1816 der preußische Regierungsbezirk Münster und der Landkreis Recklinghausen.

Nach mehreren Gebietsänderungen erhielt er bei der letzten Kreisreform von 1975/76 seine heutige Gestalt, als die früher kreisfreien Städte Castrop-Rauxel, Gladbeck und Recklinghausen in den Kreis Recklinghausen eingegliedert und die ehemals kreisangehörige Gemeinde Kirchhellen nach Bottrop eingemeindet wurden.

Politik

Flagge (Banner) und Wappen

§ 1 der Hauptsatzung des Kreises Recklinghausen [2] legt fest:

„Das Banner des Kreises Recklinghausen ist (von heraldisch rechts nach heraldisch links) Schwarz-Weiß-Grün. Es trägt in der Mitte der Fahnenbahn das Wappen des Kreises Recklinghausen.
Das Wappen besteht aus einem silbernen Nesselblatt auf grünem Schild sowie einem schwarzen, gleichschenkeligen Kreuz mit goldenem Schlüssel in der Mitte.“

Das Nesselblatt steht für die Herrlichkeit Lembeck, ein Amt des Fürstbistums Münster, das nördlich der Lippe bei Dorsten lag. Das schwarze Kreuz ist das Zeichen der Kölner Bischöfe, die einen großen Teil des Gebietes, das Vest Recklinghausen, besaßen. Der Schlüssel im Kreuz symbolisiert Sankt Peter, den Patron des Erzbistums Köln.

Das Wappen wurde am 30. Juni 1952 genehmigt.

Landräte

  • 1816-1829: Wilhelm Graf von Westerholt-Gysenberg
  • 1830-1849: Karl Friedrich Devens
  • 1848–1893: Alexander Gustav Otto Robert Freiherr von Reitzenstein
  • 1893–1913: Felix Friedrich Graf von Merveldt
  • 1913–1919: Robert Bürgers
  • 1919–1924: Erich Klausener
  • 1924–1927: Dr. Max Hüesker
  • 1927–1933: Dr. Max Schencking
  • 1939–1945: Hans Reschke, NSDAP
  • 1956–1960: Willi Steinhörster, SPD
  • 1961–1961: Peter Heckmann, SPD
  • 1961–1964: Theodor Liesenklas, CDU
  • 1964–1966: Peter Heckmann, SPD
  • 1966–1975: Franz Becker, SPD
  • 1975–1994: Helmut Marmulla, SPD
  • 1994–1999: Hans Ettrich, SPD
  • 1999–2004: Hans-Jürgen Schnipper, CDU
  • 2004–2009: Jochen Welt, SPD
  • 2009–0000: Cay Süberkrüb, SPD

Partner- und Patenschaften[3]

  • Nordbezirk (Israel)|Region Nord-Israel
  • Kreis Sörmland]], Schweden, 1987
  • Landkreis Beuthen-Tarnowitz
  • Powiat Wodzisławski, Polen, 2001
  • Heeresfliegerregiment Rheine

Literatur

  • Aloys Börner: Der Kreis Recklinghausen. Die Post, Berlin 1894
  • Der Kreis Recklinghausen; Stuttgart: Konrad Theiss Verlag, 1979; ISBN 3-8062-0183-8
  • Jörg Hajt: Der Kreis Recklinghausen – Bilderreise zwischen Ruhrgebiet und Münsterland; Essen: Klartext Verlag, 1997; ISBN 3-88474-521-2
  • Periodika: Der Vestische Kalender, erscheint seit 1923
  • Periodika: Vestische Zeitschrift, wissenschaftliche Zeitschrift, erscheint seit 1891

Weblinks

Quellen