Lukaskirche

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
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Die Evangelische Lukaskirche und deren Gemeindeeinrichtungen befinden sich auf dem Eppmannsweg 32 im Ortsteil Hassel.

Evangelische Lukaskirche

Geschichte

Der Entwurf der Kirche stammte von den Architekten Günther Marschall Wikipedia-Link und Fred Janowski. Sie spiegelt die Nüchternheit und Offenheit der Nachkriegszeit wieder. Der frei stehende Glockenturm wirkt als städtebauliches Zeichen zum umgebenden Neubaugebiet. Bei den Gebäuden wechseln Wandscheiben mit großen Fenstern. Auf eine Empore und eine große Orgel wurde dabei verzichtet. Mit einem fünfeckige Grundriss wurde von traditionellen Raumformen abgegangen. Durch den aus der Mitte versetzten Zugang und das Gegenüber von Mauern und Fenstern entstand ein spannungsreicher Innenraum. An den schweren Betonunterzügen ist die Symmetrieachse abzulesen. Mit dem Bau der Kirche und des Gemeindezentrums wurde 1959 begonnen, und am 15. Januar 1961 wurde sie eingeweiht. Gleichzeitig mit der Kirche entstand der Kindergarten und ein „Haus der offenen Tür" für Kinder und Jugendliche, das nach Dietrich Bonhoeffer Wikipedia-Link benannt wurde. Das Kirchengebäude dient nicht nur Gottesdienstzwecken, sondern ist auch ein Raum, in dem Menschen aus Hasselund dem ganzen Ruhrgebiet ihre Sorgen gemeinsam besprechen und nach Auswegen suchen können. Hier wurden mehrere Bürgerinitiativen gegründet, die sich für Umwelt- und Sozialschutz einsetzten, und wiederholt fanden in der Kirche Flüchtlinge aus Asien Schutz und Hilfe.

Benannt wurde die Kirche nach Lukas, der in einem der vier Evangelien das Leben Jesu beschrieb. Besonders Lukas überliefert Aussagen zur Verantwortung der Reicheren in den Gemeinden gegenüber den Ärmeren.

Heutiger Zustand

In den 550 Quadratmeter großen Innenraum der Kirche wurden zwei Einbauten gesetzt, die mit ihrer organischen Form an Samenkörner erinnern sollen. Somit konnte das nicht mehr ausgelastete Kirchengebäude als Teil des Stadtteilzentrums Bonni seinen Stadtteilbewohnern zusätzliche Begegnungsräume und Platz für Gruppenversammlungen oder Kulturveranstaltungen bieten. Gleichzeitig konnte eine liturgische Nutzung beibehalten werden. Durch Glaswände, die von Holzlamellen umgeben sind, wurde eine Abgrenzung zum Kirchenraum geschaffen. Zum einen wird so eine gewisse Privatsphäre erzeugt, zum anderen ist ein freier Blick auf den Altar möglich. Über ein Betondach sind die beiden Einbauten miteinander verbunden und ermöglichen eine Nutzung durch Chöre oder Musiker mit insgesamt 60 Personen. Eine weitere Umbaumaßnahme war die Ausstattung des Altarbereiches mit Veranstaltungstechnik. In der ehemaligen Sakristei im Eingangsbereich sind unter anderem zwei neue Toilettenräume entstanden.

Im März 2010 führte die Stadt Gelsenkirchen einen Ideenwettbewerb mit vier Architekturbüros zur Erlangung erster räumlicher Ideen für ein Stadtteilzentrum durch. Das von der Jury favorisierte Büro Kroos+Schlemper Architekten aus Dortmund wurde von der Stadt Gelsenkirchen mit der Erarbeitung eines qualifizierten Vorentwurfs mit einer Kostenschätzung beauftragt.

Die Umsetzung des Entwurfs von Kroos+Schlemper Architekten begann im Juli 2013 mit der symbolischen Grundsteinlegung. Träger des neuen Stadtteilzentrums ist die im September 2011 eigens dafür gegründete Bürgerstiftung „Leben in Hassel“. Die Finanzierung des Projektes erfolgt über Städtebaufördermitteln vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Gelsenkirchen sowie über einen Eigenanteil der Bürgerstiftung, der über Spenden und Eigenleistungen erbracht wird.

2018 erfolgte die Inbetriebnahme der Einbauten in der Kirche.

Quelle

Weblinks

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