Margot Spielmann

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Margot Spielmann (* 21. Mai 1926 in Gelsenkirchen, † Herbst 1942 in Mülhausen) war ein jüdisches Mädchen.

Leben

Margot war ein jüdisches Mädchen aus Gelsenkirchen. 1942 wohnte sie mit ihrer Mutter Luise Todtenkopf (geb. Breuer, gesch. Spielmann), dem Stiefvater Curt Todtenkopf und ihrer Großmutter Henriette Breuer in dem sogenannten Judenhaus in der Augustastraße 7 in der Altstadt.[1]

Luise und Curt Kopf versuchten zusammen mit ihrer Tochter Margot in das unbesetzte Frankreich zu fliehen, wurden aber auf der Flucht verhaftet. Die schwer zuckerkranke Margot erlitt einen Schock und kam in ein Krankenhaus in Mülhausen, während ihre Eltern getrennt und vermutlich nach Auschwitz deportiert wurden. Ihre Mutter saß bis zu ihrer Deportation im Gefängnis in Münster ein. Margot verblieb im Krankenhaus in Mülhausen. Dort verstarb sie vermutlich im Spätherbst 1942. Die behandelnde Ärztin teilte später mit, dass Margot, vor ihrem Abtransport, in ein tiefes Koma gefallen sei. Man habe sich im Krankenhaus absichtlich nicht mehr um die Rettung bemüht, um ihr Deportation und Ermordung zu ersparen.

Margot Spielmann sollte ursprünglich am 31. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert werden. Auf der Deportationsliste wurde sie mit dem handschriftlichen Vermerk "nicht eingetroffen" gestrichen.[2]

Margots Großmutter Henriette Breuer wurde am 31. Juli 1942 nach Theresienstadt. deportiert.[3]

Informationstafel am Hauptbahnhof Gelsenkirchen

Ehrung

Das Jüdische Museum Westfalen zeigt in seiner Dauerausstellung ein Poesiealbum von Margot Spielmann. Unter den Eintragungen finden sich die Namen weiterer junger Mädchen, die ebenfalls deportiert und ermordet wurden.

Seit 2009 schreibt das Jüdische Museum Westfalen einen Wettbewerb für junge Menschen aus, der seit 2015 Margot-Spielmann-Preis heißt. Erwünscht sind jeweils Arbeiten, die sich mit jüdischer Geschichte, Religion und Gegen­wart sowie der Geschichte des National­sozialismus befassen. Man will damit zur intensiven Beschäftigung mit originellen Themen­stellungen der jüngeren Geschichte und zu aktiven erinnerungs­kulturellen Beiträgen ermutigen.

Am Südeingang des Hauptbahnhof Gelsenkirchen befindet sich eine Informationstafel auf der sich auch Ihr Name befindet.

„Margot Spielmann, geb. 21.5.1926, deportiert nach Auschwitz, umgekommen...“

Quelle

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Beitrag in den Gelsenkirchener Geschichten

Einzelnachweise