Max Meyer (Kinderarzt)

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Dieser Artikel betrifft den Kinderarzt Max Meyer. Für andere Bedeutungen siehe Max Meyer (Begriffsklärung).

Dr. Max Meyer (* 10. Februar 1884 in Gelsenkirchen, † nach 1969 in New York) war ein deutscher Kinderarzt.

Wohnhaus und Praxis in der Husemannstraße

Leben

Max Meyer wurde 1884 in Gelsenkirchen als Sohn von Levy und Fanny Meyer geboren. Er hatte noch zwei Brüder, Kurt und Friedrich Meyer. Beide Brüder waren Prokurist in der Fa. M. Rothmann & Co.[1]

Max Meyer studierte in Straßburg, München und Berlin Medizin. Seine Approbation erfolgte 1909 und seine Doktorarbeit schrieb er ebenfalls 1909 in Berlin. Meyer war Kriegsteilnehmer im ersten Weltkrieg. Ca. 1922 ließ er sich als Kinderarzt in der Gelsenkirchener Altstadt nieder.

Am 10. Mai 1939 wanderte er zunächst nach London aus und seine Adresse dort war, 83 Lordship Park, N16. Seine Ehefrau folgte über Belgien im Januar 1940. Von London wanderten sie gemeinsam in die USA aus. Ihre Adresse in New York war License 40, Ped. 645 West End Ave. [2] Wann er seine deutschen Staatsbürgerschaft verlor ist nicht bekannt.[3]

Dr. Meyer und seine Familie gehörten zu einer Gruppe Gelsenkirchener Juden, die sich 1919/1920 um die Gründung einer orthodoxen jüdischen Gemeinde (Israelitische Religionsgemeinschaft -"Adass Jisroel") bemühten. Damit wandte sich diese relativ kleine Gruppe Gelsenkirchener Juden gegen die als liberal bekannte Synagogengemeinde von Gelsenkirchen. Die Gründung der orthodoxen jüdischen Gemeinde scheiterte an der Ablehnung der Anerkennung als jüdische Gemeinde durch den Regierungspräsidenten Arnsberg im Jahr 1920.

Dr. Max Meyer hatte seine Praxis in der Hindenburgstraße 75. Das Haus entstand nach den Plänen des Gelsenkirchener Architekten Josef Franke. Die Bekanntschaft Meyers mit Franke geht wahrscheinlich in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Im Sommer 1912 waren alle vier Kinder Frankes an Masern erkrankt. Vor allem bei dem erst 18 Monate alten Sohn Rolf, dessen Zustand lebensbedrohlich war, hatten die Eltern »die Hoffnung fast aufgegeben«, wie Franke an den Schuldirektor Anton Führer in Rheine schrieb. In dieser Zeit entstand wohl ein enger Kontakt zu dem behandelnden Kinderarzt Max Meyer, für dessen Mutter, die Witwe Fanny Meyer, Franke bereits 1911 das Wohn- und Geschäftshaus Husemannstraße 41 (ehemals Dickampstraße) errichtet hatte. Zehn Jahre später erteilte Max Meyer dem Architekten den Auftrag für ein Wohnhaus mit Arztpraxis.

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Beitrag in den Gelsenkirchener Geschichten (Jüdisches Wohnhaus Husemannstraße 75)
GG-Icon.png Thematisch passender Beitrag in den Gelsenkirchener Geschichten (Fa. M. Rothmann & Co.)

Quellen

Einzelnachweise

  1. Adressbuch Gelsenkirchen 1927
  2. Zitat aus "Jüdische Kinderärzte 1933-1945" von Eduard Seidler, Karger, 2007
  3. Mitteilung über die Aberkennung des akademischen Grades veröffentlicht in "Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger" am 17. Januar 1941, Medizinische Fakultät Berlin.