Max Schulte-Umberg

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Max Schulte-Umberg (* 10. März 1876 im Dorf Stiepel , † 4. Juli 1953 in Gelsenkirchen-Buer) war ein deutscher Architekt.

Wohnhaus in der Westerholter Straße 30

Leben

Max Schulte-Umberg wurde am 10. März 1876 in dem Dorf Stiepel geboren. Schulte-Umberg war evangelisch.

Über seine Ausbildung fehlen Informationen. Er könnte die Baugewerkschule in Höxter besucht haben, denn er kam 1905 aus Bielefeld in das damalige Amt Buer. Im Oktober 1903 hatte er Elisa Claus geheiratet, die 1878 in Darmstadt geboren wurde. Er könnte also auch dort studiert und seine Frau kennengelernt haben. [1]

Bald nach seinem Zuzug begann Schulte-Umberg seine Tätigkeit quasi mit einem Paukenschlag. Er errichtete sich 1906/1907 das Wohnhaus Westerholter Straße 30. An vielen Details ist die Beeinflussung durch den Jugendstil spürbar. Das Grundstück lag an der Verbindungsstraße Westerholt, das damals noch zum Amt Buer gehörte. So gab es an der Straße einige Gründerzeithäuser und kurz zuvor war dort das Amtsgericht gebaut worden. Bald nach der Fertigstellung seines Wohnhauses erhielt Schulte-Umberg von dem Amtsgerichtsrat Brockmann und dem Lehrer Dr. Kämper den Auftrag für das Doppelhaus Beisenstraße 51-53. Die Nähe zum Jugendstil ist auch hier bei den Schmuckformen unübersehbar. Es folgten Aufträge von dem Arzt Dr. Jansen für dessen Haus Maelostraße 3 und für den Notar Dr. Heinrich Pöppinghaus am Springemarkt. Gleichzeitig entstanden Wohn-und Geschäftshäuser an der Hochstraße, der Horster Straße und in den Außenvierteln von Buer und Resse. Schulte-Umberg knüpfte Verbindungen zu dem reichen Landwirt Ressemann, mit dem er für die Zeche Ewald die Arbeitersiedlung Luisenstraße/Waterloostraße baute.

Er war zeitweilig Mitglied in der I. Abteilung der Stadtverordnetenversammlung. Seine Mitwirkung an der Gestaltung des Wappens für die Stadt Buer in Westfalen wurde im Verwaltungsbericht von 1913 ausdrücklich erwähnt. Das Werksverzeichnis weist für die 1920er Jahre eine Lücke auf. Die erklärte sich dann durch Angaben im städtischen Melderegister, weil spätestens 1919 die Familie Schulte-Umberg nach Essen gezogen war. Das Haus Westerholter Straße 30 bewohnte nun der Bauunternehmer und Kaufmann Eduard Schniering und als Untermieter zeitweilig auch der städtische Syndikus Dr. Paul Große-Boymann. 1930 kehrte Schulte-Umberg nach Buer zurück. Sein Stil hatte sich inzwischen deutlich verändert. Er entwarf nun Gebäude mit flächigen Fassaden und seriell gereihten Fenstern. Er wohnte zunächst zur Miete, dann baute er sich 1932 in dem neu erschlossenen Wohngebiet beim Krankenhaus Bergmannsheil das Haus Graf-Spee-Straße 3[2](heute: Zum Ehrenmal). Aus der NS-Zeit sind bis jetzt nur wenige Entwürfe von ihm bekannt geworden. 1949 entwarf er noch für den Bergwerksdirektor Otto Heine das Wohnhaus Cranger Straße 90.

Kirchenbauten

Schulte-Umberg hat sich als einziger der in Buer ansässigen Architekten auch dem Kirchenbau zugewandt. Für Hassel ist nicht sicher, ob er nur Pfarrhaus und Gemeindezentrum entworfen hat oder auch schon die evangelische Pfarrkirche. Der Erste Weltkrieg unterbrach in Hassel sowohl den Weiterbau von Bergarbeiter-Häusern als auch den Bau einer evangelischen Kirche. Der kurz zuvor fertiggestellte große Gemeindesaal schien ausreichend.

Das nächste Kirchenprojekt von Schulte-Umberg, die von 1911 bis 1913 gebaute Christus-Kirche Beckhausen an der Bergstraße, stand auch unter keinem glücklichen Stern. Die 1936 angelegte Bundesautobahn 2 bildete eine städtebauliche Zäsur zu den Gemeindeteilen in Richtung Norden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt und später nur vereinfacht wiederhergestellt. Details wie die vorgelagerte Taufkapelle, das Schmuckfeld über den Fenstern oder das leicht geschweifte Traufgesims entfielen. Besonders bedauerlich war das bezüglich der auf die Fernwirkung ausgerichteten Bauelemente, zum Beispiel den freistehenden Turm mit seiner originellen Haube, der früher gewissermaßen einen architektonischen Dialog mit der benachbarten St. Ludgeri-Kirche führte. Stilistisch war es eine Kirche des Obergangs. Die Schwierigkeit für die Zeitgenossen mit derartigen Situationen umzugehen, zeigen Begriffe, die 1913 im Verwaltungsbericht der Stadt Buer gewählt wurden, um die Kirche zu charakterisieren: "ansprechend und doch monumental modern".

Der nächste von Schulte-Umberg entworfene evangelische Sakralbau, die Pauluskirche in Resse kann ebenfalls, was nicht abwertend gemeint ist, unter dem Begriff "späthistoristisch" subsumiert werden. Innen ist es ein Emporensaal in protestantischer Tradition, bei dem romanische und frühchristliche Schmuckformen zur Anwendung kamen. Außen spürt man an der Kantigkeit der Baukörper und der doch recht reduzierten Ornamentik den Übergang zur Architektursprache der 1920er Jahre. Das drückt sich zum Beispiel an den seriell gereihten Fenster und den profillosen Arkaden an den Nebeneingängen aus. Es gibt einen Satz Zeichnungen mit Unterschriften gemeinsam von den Architekten Baukhage aus Herten und Schulte-Umberg. Hugo Baukhage hatte 1903 das Pfarrhaus entworfen und vielleicht hatte man ihm auch Versprechungen für die Kirche gemacht.

Ebenso stammte auch der Entwurf des Jubiläumsbrunnen in Resse von ihm. Die Ausführung erfolgte dann durch Rudolf Zisenis aus Düsseldorf.

Schulte-Umberg verstarb am 4. Juli 1953 in Buer.

Entworfene Häuser

-unvollständige Liste-

Quelle

Einzelnachweise

  1. einen Hinweis gibt es in: Darmstadt: STÄDTEBAU-Monatshefte für Stadtbaukunst; Städtisches Verkehrs-, Park und Siedlunswesen, Herausgeber: Werner Hermann, VERLAG ERNST WASMUTHA.-G.
  2. Adressbücher Gelsenkirchen 1939 bis 1951