Mesut Özil

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Mesut Özil

Mesut Özil (2013)
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Oktober 1988
Geburtsort Gelsenkirchen, Deutschland
Größe 180 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1995–1998
1998–1999
1999–2000
2000–2005
2005–2007
DJK Westfalia 04 Gelsenkirchen
DJK Teutonia Schalke Nord
DJK Falke Gelsenkirchen 1919
Rot-Weiss Essen
FC Schalke 04
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006–2008
2008–2010
2010–2013
2013–2021
2021–
FC Schalke 04
Werder Bremen
Real Madrid
FC Arsenal
Fenerbahçe Istanbul
30 0(0)
71 (13)
105 (19)
184 (33)
12 0(1)
Nationalmannschaft2
2006–2007
2007–2009
2009–2018
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
11 0(4)
16 0(5)
92 (23)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 4. September 2021
2Stand: 23. März 2018

Mesut Özil ([ˈmesut ˈœzil], * 15. Oktober 1988 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Fußballspieler. 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Kindheit und Ausbildung

Die Großeltern von Mesut Özil und sein damals zweijähriger Vater siedelten einst aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Zonguldak an der türkischen Schwarzmeerküste nach Gelsenkirchen über. Mesut Özil wurde 1988 in Gelsenkirchen geboren und wuchs mit einem älteren Bruder und zwei jüngeren Schwestern in der Bornstraße in Bulmke-Hüllen[1] auf.[2] Eine Halbschwester hat er aus einer außerehelichen Affäre seines Vaters Mustafa.[3] Dieser besitzt auch die deutsche Staatsangehörigkeit[4] und agierte von Juli 2011 bis Oktober 2013 als sein sportlicher Berater und Manager, eine Aufgabe, die seitdem Mesuts Bruder Mutlu übernommen hat.[5]

Özil besuchte von 2000 bis 2005 die Gesamtschule Berger Feld in Buer, die er mit der mittleren Reife verließ.[6] Er gilt in der Öffentlichkeit als zurückhaltend und schüchtern[7] und zählt den französischen Fußballspieler Zinédine Zidane zu seinen Vorbildern.[8]

Da das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht bis Ende 2014[9] keine doppelte Staatsbürgerschaft erlaubte, legte Özil mit seiner Volljährigkeit seine türkische ab, um eingebürgert zu werden.[10] Zur immer wiederkehrenden Frage seiner Staatsangehörigkeit und nationalen Identität äußerte sich Özil im Jahr 2012 wie folgt:

„Ich habe in meinem Leben mehr Zeit in Spanien als in der Türkei verbracht – bin ich dann ein deutsch-türkischer Spanier oder ein spanischer Deutsch-Türke? Warum denken wir immer so in Grenzen? Ich will als Fußballer gemessen werden – und Fußball ist international, das hat nichts mit den Wurzeln der Familie zu tun.“

Mesut Özil

Vereine

In seiner Jugendzeit spielte er zunächst für die DJK Westfalia 04 Gelsenkirchen, DJK Teutonia Schalke Nord und DJK Falke Gelsenkirchen 1919 und später fünf Jahre lang für Rot-Weiss Essen. und später fünf Jahre lang für Rot-Weiss Essen. Im Sommer 2005 wechselte Özil in die Jugendabteilung des FC Schalke 04. 2008 folgte der Transfer zu Werder Bremen, von wo er 2010 zur spanischen Mannschaft Real Madrid wechselte. Derzeit spielt er beim FC Arsenal.

Schalke 04

Mit den A-Junioren des FC Schalke 04, für die er in der Saison 2005/06 zehn Treffer erzielte, gewann Özil am 4. Juni 2006 die Deutsche Juniorenmeisterschaft (2:1 im Finale gegen den FC Bayern München]. Ab der Spielzeit 2006/07 gehörte er dem Kader der Schalker Profimannschaft an. Seine ersten Pflichtspiele im Seniorenbereich bestritt Özil gegen Bayer 04 Leverkusen und Bayern München im DFL-Ligapokal 2006. Am 12. August 2006 (1. Spieltag) gab er beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesligadebüt, als er in der 80. Spielminute für Hamit Altıntop eingewechselt wurde. Insgesamt kam Özil in seiner Premierensaison, in der er mit dem FC Schalke 04 Vizemeister wurde, auf 19 Einsätze in der Bundesliga.

In der Hinrunde der Saison 2007/08 hatte er sich noch nicht endgültig etabliert, obwohl er sechs seiner elf Einsätze in der Startelf bestritten hatte und auch in der Champions League viermal eingesetzt worden war. Dann gab der Verein im Januar 2008 bekannt, den noch bis zum 30. Juni 2009 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.[11] Vorausgegangen waren Unstimmigkeiten bei den anstehenden Vertragsverhandlungen zwischen Özils Vater und dem Spielerberater auf der einen Seite und der Vereinsführung des FC Schalke 04 andererseits.

Werder Bremen

Daraufhin wechselte Özil bereits am 31. Januar 2008, dem letzten Tag der Wintertransferperiode, vorzeitig zu Werder Bremen, bei denen er einen bis zum 30. Juni 2011 datierten Vertrag unterschrieb.[12] Am 26. April 2008 (30. Spieltag) schoss er mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 beim 3:3-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den Karlsruher SC sein erstes Tor in der Bundesliga. Zwölfmal kam er in der Rückrunde zum Einsatz, sechsmal davon im Startaufgebot. Wie auch in seinem ersten Profijahr beim FC Schalke 04 wurde Özil mit Werder Bremen Vizemeister. In der Saison darauf wurde er von Anfang an eingesetzt und spielte sich bis zum fünften Spieltag in die Stammformation. Mit 14 Vorlagen war er der wichtigste Torvorbereiter im Team. Während es in der Liga nur zu einem Mittelfeldplatz reichte, spielte Werder Bremen einen sehr erfolgreichen Pokalwettbewerb 2008/09 und gewann den DFB-Pokal. Dabei schoss Özil im Finale das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über Bayer 04 Leverkusen. International spielte er in dieser Saison 14-mal für Werder: Nach dem Ausscheiden aus der Champions League nach der Gruppenphase erreichte er mit der Mannschaft das Finale im UEFA-Cup, das gegen Schachtar Donezk verloren wurde.

In der Saison 2009/10 wurde Özil zu einem Schlüsselspieler im Werder-Team. Er war erneut erfolgreichster Vorlagengeber und erzielte neun Tore. Am 1. Mai 2010 (33. Spieltag) absolvierte er in der Schalker Veltins-Arena sein 100. Bundesligaspiel und erzielte beim 2:0-Auswärtssieg gegen seinen ehemaligen Verein in der 55. Spielminute den 1:0-Führungstreffer. Am Ende erreichte Werder den dritten Platz in der Tabelle. Dazu erreichte Özil zum zweiten Mal in Folge das DFB-Pokalfinale, das diesmal aber verloren wurde.

Real Madrid

Im August 2010 wechselte Özil für rund 15 Millionen Euro zu Real Madrid. Sein Debüt in der Primera División gab er am 29. August 2010 zum Saisonauftakt, als er im Rahmen eines 0:0-Unentschiedens beim RCD Mallorca nach der Halbzeit eingewechselt wurde. Beim 1:0-Heimsieg über den CA Osasuna am darauffolgenden Spieltag stand Özil erstmals in der Startelf. Am sechsten Spieltag erzielte er beim 6:1-Heimsieg über Deportivo La Coruña sein erstes Tor in der Primera División. Insgesamt absolvierte Özil in seiner ersten Saison in Spanien 36 Ligaspiele, davon 30 von Beginn an. Er erzielte sechs Treffer, gab 19 Vorlagen und wurde mit Real Madrid Vizemeister hinter dem FC Barcelona. Die Katalanen behielten auch im Halbfinale der Champions League die Oberhand. In der Gruppenphase hatte Özil zuvor gegen den AC Mailand sein erstes Tor in der Champions League erzielt. Das dritte Duell mit Barcelona im spanischen Pokalfinale gewannen die Madrilenen. Mit dem Gewinn der Copa del Rey gewann Özil seinen ersten spanischen Vereinstitel. Er hatte sich in Madrid auf Anhieb als Stammspieler etabliert.

In seinem zweiten spanischen Jahr geriet Özil, der zu Saisonbeginn die Rückennummer 10, traditionell die Nummer des Spielmachers, erhalten hatte, nach einer schwachen Hinrunde in die Kritik. Der Rang des Spielmachers wurde ihm in dieser Zeit zudem von seinem Mannschaftskameraden Ángel Di María abgelaufen. Als Di María in der Rückrunde lange verletzungsbedingt fehlte, gelang es Özil, wieder an die Leistungen der Vorsaison anzuknüpfen. Er gehörte zum Kern der Mannschaft und absolvierte 35 Saisonspiele. Mit 121 Toren stellte der Real-Sturm um Cristiano Ronaldo einen neuen Ligarekord auf, Özil war mit 17 Torvorlagen der beste Vorbereiter der Liga. Real Madrid gewann 32 der 38 Saisonspiele und sicherte sich mit dem neuen Rekord von 100 Punkten die spanische Meisterschaft. Im Halbfinale der Champions League schoss Özil im Hinspiel beim FC Bayern München das wichtige Auswärtstor; trotzdem reichte es zum zweiten Mal in Folge nicht zum Erreichen des Finales.

Da sein Spiel wie im Vorjahr zu Anfang der Spielzeit 2012/13 Leistungsschwankungen aufwies, verpflichtete Real Madrid mit Luka Modrić nach Saisonbeginn einen weiteren Kreativspieler. Am 20. April 2013 absolvierte Özil in der Ligabegegnung gegen Betis Sevilla sein 150. Pflichtspiel für Real Madrid, in dem er zwei Tore schoss. Obwohl er am Saisonende national und international ohne Titelgewinn blieb, steigerte Özil mit neun Toren in der Liga seine Torgefährlichkeit und gab zusätzlich 13 Vorlagen. Zur Saison 2013/14 verpflichtete Real Madrid mit Isco einen weiteren Spielgestalter. Nachdem er am dritten Spieltag gegen Athletic Bilbao nicht eingesetzt worden war, während Isco zwei Tore zum 3:1-Sieg beigesteuert hatte, entschied Özil, den Verein am folgenden Tag zu verlassen. Noch in der Woche zuvor hatte er einen Wechsel aufgrund der Konkurrenzsituation ausgeschlossen. Während seiner Zeit bei Real hatte Özil 159 Pflichtspiele bestritten und 27 Tore erzielt.

FC Arsenal

Am 2. September 2013 wechselte Özil am letzten Tag der Transferperiode überraschend für ca. 50 Millionen Euro in die Premier League zum FC Arsenal. Mit seinem Wechsel wurde er zum teuersten Einkauf des FC Arsenal, zum teuersten Verkauf von Real Madrid sowie zum bis dahin teuersten Wechsel eines Deutschen (dieser Rekord soll 2016 von Leroy Sané eingestellt worden sein. Er wurde Teamkollege seiner Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski und Per Mertesacker. Özil gab sein Debüt in der Premier League am 14. September 2013 beim 3:1-Auswärtssieg gegen den AFC Sunderland. Mit Arsenal gewann er 2014 und 2015 jeweils den FA Community Shield und den FA Cup. In der Saison 2015/16 gab Özil mit 19 Torvorlagen die meisten in der Premier League.

Im Frühjahr 2020 lehnte Özil neben zwei anderen Spielern des Vereins einen Lohnverzicht in Höhe von 12,5 Prozent, auf den sich der FC Arsenal mit seinen Spielern aufgrund der hohen Kosten im Zuge der Corona-Krise verständigt hatte, ab. Bei seinem Jahresgehalt von 20 Millionen Euro hätte Özil pro Monat auf rund 200.000 Euro verzichten müssen.

Als Reaktion darauf stand Özil zwar nach wie vor bis Juni 2021 beim FC Arsenal unter Vertrag, wurde aber nicht für den Saisonkader 2020/21 gemeldet. Im August äußerte er sich gegenüber einer englischen Zeitung mit den Worten "Wenn ein Verein will, dass ein Spieler geht und der Spieler das ablehnt, muss der Verein das akzeptieren, außer man findet zusammen eine Lösung. Ich will nicht gehen, damit hat sich das." zu seiner Situation und diversen Wechselspekulationen.

Fenerbahçe Istanbul

Ende Januar 2021 wurde Özils Vertrag beim FC Arsenal aufgelöst und dieser wechselte ablösefrei in die türkische Süper Lig zu Fenerbahçe Istanbul. Der 32-Jährige wählte die Rückennummer 67 in Anlehnung an das Kfz-Kennzeichen der Provinz Zonguldak, in dem die Stadt Devrek liegt, aus der seine Eltern stammen.

Nationalmannschaft

Junioren-Nationalmannschaften

Özil wurde erst vergleichsweise spät für deutsche Jugend-Nationalmannschaften berücksichtigt. Im September 2006 nominierte ihn der damalige U-19-Bundestrainer Frank Engel erstmals für die U 19. Sein Länderspieldebüt gab Özil daraufhin am 5. September 2006 beim 1:0-Auswärtssieg über die Auswahl Österreichs. Am 21. März 2007 schoss er mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 beim 2:0-Heimsieg über Georgien sein erstes Länderspieltor. Özil gehörte auch dem deutschen Kader bei der U-19-Europameisterschaft 2007 in Österreich an. Dort erzielte er in den ersten beiden Vorrundenspielen gegen Auswahlen Russlands und Frankreichs jeweils einen Treffer und scheiterte mit der Mannschaft erst im Halbfinale gegen Griechenland. Insgesamt bestritt Özil für die U-19-Auswahl bis Juli 2007 elf Länderspiele und schoss vier Tore.

Schon im Alter von 18 Jahren wurde er im September 2007 vom damaligen U-21-Bundestrainer Dieter Eilts in die U-21-Nationalmannschaft berufen. Özil gelang gleich in seinem Debütspiel beim 3:0-Auswärtssieg über die nordirische Auswahl am 7. September 2007 ein Treffer.

Im November 2007 beantragte Özil, dessen Vater im Kindesalter mit seinen Eltern nach Deutschland eingewandert war, seine Entlassung aus der türkischen Staatsbürgerschaft. Er hatte zuvor sowohl einen türkischen als auch einen deutschen Pass besessen.[13] Nachdem Özil zu Beginn der Saison 2008/09 auf sich aufmerksam gemacht hatte, wollte der türkische Nationaltrainer Fatih Terim ihn für die türkische A-Nationalmannschaft nominieren. Özil lehnte jedoch mit der Begründung ab, sich auf die deutsche U-21-Nationalmannschaft und die bevorstehende U-21-Europameisterschaft konzentrieren zu wollen. Er wurde jedoch weiterhin von Terim umworben. Was aus seinem Antrag auf Ausbürgerung wurde, war für lange Zeit unklar.[14] Nachdem sich Özil endgültig entschieden hatte, in Zukunft für Deutschland spielen zu wollen, bestritt er bei der 0:1-Heimniederlage gegen Norwegen am 11. Februar 2009 in Düsseldorf sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft.

Sein bis dahin größter internationaler Erfolg war der Gewinn der U-21-Europameisterschaft 2009 in Schweden unter Bundestrainer Horst Hrubesch. Im Finale war er als Spielmacher maßgeblich am 4:0-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen England beteiligt. Özil bereitete zwei Tore vor und erzielte das 2:0 selbst. Nachfolgend wurde er zum „Man of the Match“ (Bester Spieler der Partie) gewählt.

A-Nationalmannschaft

Özil (2011) im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
Mesut Özil im WM-Finale 2014

Nach seinem A-Pflichtländerspieldebüt für Deutschland in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 am 12. August 2009 in Baku gegen Aserbaidschan war Mesut Özil endgültig nur noch für Deutschland spielberechtigt. Am 5. September 2009 erzielte er sein erstes Tor für die deutsche Nationalmannschaft im Freundschaftsspiel gegen Südafrika. Am 9. Oktober 2009 ebnete er den Weg für die deutsche Elf zur Fußball-Weltmeisterschaft, als er das Tor von Miroslav Klose zum 1:0-Endstand gegen Russland vorbereitete.

Anfang Juni 2010 berief ihn Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für das Turnier in Südafrika, bei dem er in der Partie gegen Ghana am 23. Juni 2010 das entscheidende Tor für den Sieg der deutschen Mannschaft in der Vorrunde schoss und anschließend zum Man of the Match (bester Spieler der Partie) gewählt wurde. Nach einer guten Turnierleistung erreichten die Deutschen den dritten Platz. Özil spielte alle sieben Partien bei der WM und wurde als einer von zehn Spielern für den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers nominiert, ging bei der Wahl aber leer aus.

Özil kam in der Saison 2009/10 bei 16 von 17 Länderspielen zum Einsatz und damit so oft wie kein anderer Spieler in dieser Saison. Er fehlte nur beim Spiel gegen Malta am 13. Mai 2010, da er mit Werder zwei Tage später im Pokalendspiel spielte. Im Jahr darauf bestritt er neun der zehn Qualifikationsspiele für die Fußball-Europameisterschaft 2012, die alle gewonnen wurden. Er gab dabei sieben Torvorlagen und erzielte fünf Tore. Als Stammspieler wurde er in das deutsche EM-Aufgebot berufen und stand in allen fünf Spielen in der Stammelf im offensiven Mittelfeld. In der ersten Partie am 9. Juni 2012 beim 1:0-Sieg über Portugal und beim Viertelfinalsieg gegen Griechenland am 22. Juni wurde er zum Player of the Match gewählt. In diesem Spiel bereitete er drei Tore vor. Bei der Niederlage im Halbfinale gegen Italien verwandelte Özil in der Nachspielzeit den Elfmeter zum 1:2-Anschluss.

Am ersten Spieltag der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 schoss Özil zwei Tore beim 3:0-Sieg gegen Färöer und verwandelte am zweiten Spieltag einen Elfmeter beim 2:1-Sieg über Österreich.[15] Insgesamt markierte Özil sechs Treffer in der Qualifikation zur WM 2014.

Auch bei der Weltmeisterschaft 2014, an deren Ende der Titelgewinn stand, wurde er in den Kader der Nationalmannschaft berufen. Er stand in allen sieben Spielen in der Startelf. Im Achtelfinale gegen Algerien erzielte er in der 119. Minute das vorentscheidende 2:0.

Özil wurde in den Kader der Nationalmannschaft für die Fußball-Europameisterschaft 2016 aufgenommen und absolvierte als Stammspieler alle Turnierspiele über die volle Spielzeit. Im ersten Spiel gegen die Ukraine gab er die Vorlage für das 2:0 von Bastian Schweinsteiger. Gegen die Slowakei verschoss er einen Elfmeter, im Viertelfinale gegen Italien brachte er erst das deutsche Team mit 1:0 in Führung und nach Ausgleich und Verlängerung vergab er im Elfmeterschießen erneut vom Punkt. Trotzdem kam das Team weiter und schied anschließend im Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich aus.

Bei der WM 2018 in Russland, bei der Deutschland erstmals bei einer WM bereits nach der Vorrunde ausschied, kam Özil im ersten Spiel (0:1 gegen Mexiko) und im dritten Spiel (0:2 gegen Südkorea) jeweils über die volle Distanz zum Einsatz. Beim 2:1-Sieg gegen Schweden hingegen wurde er nicht berücksichtigt. Seine Leistungen gegen Südkorea wurden teilweise als phlegmatisch, mutlos und zaghaft kritisiert, während andere Medien bei Özil in diesem Spiel die besten Statistikwerte unter den deutschen Spielern feststellten. Am 22. Juli 2018 gab er seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekannt.

Weiteres

Özil war von Anfang 2013 bis Oktober 2014 mit der Sängerin Mandy Capristo liiert. Im November 2015 wurde bestätigt, dass Özil und Capristo wieder ein Paar sind. Im Juli 2017 gab Özil seine Beziehung mit der türkischen Schauspielerin und ehemaligen „Miss Turkey“, Amine Gülşe, bekannt.

Seit einigen Jahren unterstützt Özil die karitative Organisation BigShoe und kommt hierbei für die Kosten von Operationen für Kinder in Entwicklungsregionen auf.

Neben Manuel Neuer ist er als einziger aktiver deutscher Fußballer im Kabinett Madame Tussauds in Berlin als lebensechte Wachsfigur zu sehen. Zusammen mit René Adler war Özil bereits als Titelfigur auf dem deutschen Cover des Spiels FIFA 11 zu sehen.

Die Entscheidung, für deutsche Auswahlmannschaften zu spielen, rief zuweilen Unverständnis und teils offene Kritik seitens türkischer Fans hervor. Fußballprofi Hamit Altıntop wurde laut Süddeutscher Zeitung zitiert, Özil habe sich für das „Business“ entschieden, weil er als Deutscher „mehr Lobby, einen höheren Marktwert haben und mehr Geld verdienen würde“. Özils Entscheidung hätte seiner Meinung nach „nichts mit Integration zu tun“. Altıntop betonte später jedoch mehrfach, nichts Derartiges über Özil gesagt zu haben, und verwies auf seine jahrelange Freundschaft mit Özil.

Im März 2017 erschien Özils Buch Die Magie des Spiels. Und was du brauchst, um deine Träume zu verwirklichen im Bastei Lübbe-Verlag. In diesem erzählt er über seinen Weg zum Fußballprofi und mit welchen Eigenschaften man seine Ziele erreicht. Das Buch wurde weitestgehend positiv aufgenommen, so urteilte beispielsweise Der Tagesspiegel: „[…] ein erstaunlich offenes und aufschlussreiches Buch, das eine andere Sicht auf Özil erlaubt, das ihn als deutlich kritischeren Geist zeigt, als man bisher angenommen hatte.“

Kontroversen

Vorwurf des Steuerbetrugs

Anfang Dezember 2016 wurde im Rahmen der Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Football Leaks bekannt, dass die spanische Steuerbehörde von Mesut Özil eine Steuernachzahlung in Höhe von 2.017.152 Euro eingefordert hatte. Außerdem war eine Strafzahlung von 789.963 Euro gegen ihn verhängt worden. Nach den von Football Leaks veröffentlichten Informationen soll Özil über Offshore-Scheinfirmen, Schweizer Konten und Strohmänner Steuern hinterzogen haben. Dieser mutmaßliche Steuerbetrug sorgte für breite Kritik in der deutschen Öffentlichkeit. Özil zahlte im Februar 2016 Steuern in der verlangten Höhe nach. Gegen die Strafzahlung erhob er Einspruch. Eine Entscheidung der spanischen Justiz über die Strafzahlung stand Anfang 2018 noch aus.

Medientermine mit Erdoğan

In den Jahren 2011, 2012 und 2016 kam es zu Treffen zwischen Özil und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, die in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet blieben.

Am 13. Mai 2018 kam es zum insgesamt vierten Treffen von Mesut Özil mit Erdoğan. Auch Özils Nationalmannschaftskollege İlkay Gündoğan und Cenk Tosun nahmen teil. Wie schon bei den vorigen Treffen überreichten alle drei jeweils eines ihrer Trikots und posierten für die Medien mit dem Präsidenten. Diesmal wurde Özil, ebenso wie Gündoğan, nach der Veröffentlichung der Fotos teilweise scharf kritisiert. Die Trikotübergabe wurde als „geschmacklose Wahlkampfhilfe für Erdoğan“ verstanden, und beiden Nationalspielern wurde mangelndes „politisches Bewusstsein“ vorgeworfen. Die Aktion wurde als „Gegenteil von gelungener Integration“ bezeichnet. Der Deutsche Fußball-Bund erklärte durch seinen Präsidenten Reinhard Grindel, man stünde „für Werte, die von Herrn Erdoğan nicht hinreichend beachtet werden.“ Deshalb sei es nicht gut, dass sich Nationalspieler für dessen „Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Der Integrationsarbeit des DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen.“

Am 18. Mai 2018 gab es ein Treffen Özils und Gündoğans mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Dieser äußerte daraufhin in einem Zeit-Gespräch, es habe die beiden nicht überraschen dürfen, dass ihr Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Kritik auslöse. Ob sich Özil und Gündoğan für das Treffen mit Erdoğan entschuldigt hätten, sei „eine Interpretationsfrage“. Für Kritik sorgte, dass Özil sich im Gegensatz zu Gündoğan nicht öffentlich zu dem Erdoğan-Treffen äußerte. Nationalmannschaftskollegen wie Khedira, Manuel Neuer und Müller beklagten die durch das Erdoğan-Treffen entstandene Unruhe in der Mannschaft. Müller stellte sich aber hinter Gündoğan und Özil („Thema ist abgehakt“), auch Jérôme Boateng verteidigte Özil. Nachdem Deutschland bei der WM ausgeschieden war, forderte der DFB-Präsident Reinhard Grindel am 8. Juli, dass Özil sich öffentlich zur Sache äußern solle, wenn er aus dem Urlaub zurückkehre.[

Özil erklärte am 22. Juli 2018 auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf Englisch: „Ich bin in Deutschland aufgewachsen, aber meine Familie ist stark in der Türkei verwurzelt. Ich habe zwei Herzen, ein deutsches und ein türkisches. In meiner Kindheit hat mir meine Mutter beigebracht, immer respektvoll zu sein und nie zu vergessen, wo ich herkomme – an diese Werte denke ich bis heute“. Für ihn sei es bei dem Treffen weder um Politik noch um Wahlen gegangen. Ferner warf Özil einigen Medien vor, sein Foto mit Präsident Erdoğan als rechte Propaganda zu benutzen, um ihre politische Sache voranzutreiben. Weiterhin erklärte er, „nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen“ zu wollen, solange er „dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“. Er forderte DFB-Präsident Grindel zum Rücktritt auf.

Der türkische Sportminister Mehmet Kasapoğlu (AKP) erklärte in seiner Reaktion auf Özils Rücktritt: „Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruders Mesut Özil von Herzen.“ Justizminister Abdülhamit Gül (AKP) gratulierte Özil, weil dieser das „schönste Tor gegen den faschistischen Virus geschossen“ habe. Der Sprecher Erdoğans, İbrahim Kalın (AKP), begrüßte Özils Aussage, dass er den türkischen Präsidenten wieder treffen würde und fügte hinzu: „Aber stellen Sie sich vor, welchem Druck Herr Mesut in diesem Prozess ausgesetzt war. Wo sind Höflichkeit, Toleranz, Pluralismus geblieben...?!“.

Die Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz (CDU), erklärte, es sei gut, dass sich Özil endlich erklärt habe. „Bei allem Verständnis für die familiären Wurzeln“ müssten sich Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft aber auch „Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben“. Diese berechtigte Kritik dürfe aber „nicht in eine pauschale Abwertung von Spielern mit Migrationshintergrund umschlagen“. Die deutsche Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) erklärte: „Es ist ein Alarmzeichen, wenn sich ein großer deutscher Fußballer wie Mesut Özil in seinem Land wegen Rassismus nicht mehr gewollt und vom DFB nicht repräsentiert fühlt.“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärte in einer Stellungnahme, er bedauere den Rücktritt von Mesut Özil und erklärte: „Dass der DFB mit Rassismus in Verbindung gebracht wird, weisen wir [...] in aller Deutlichkeit zurück“. Der DFB hätte sich „gefreut, wenn Özil [...] weiter Teil des Teams hätte sein wollen“, hieß es weiter. Er wolle seine „erfolgreiche Integrationsarbeit weiter konsequent und aus tiefer Überzeugung“ fortsetzen. „Dass Mesut Özil das Gefühl hatte, als Ziel rassistischer Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein, wie es bei Jerome Boateng der Fall war, bedauern wir“, hieß es in der Stellungnahme. Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Reinhard Rauball, wies Özils Rassismusvorwürfe ebenfalls zurück. Rauball erklärte: „Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden. Der deutsche Fußball hat mit unzähligen Aktionen bewiesen, dass er sich für Integration, ein faires Miteinander und ein weltoffenes Land engagiert.“ Er stellte fest: „In den vergangenen Wochen sind offensichtlich von allen Seiten Fehler gemacht worden. Die Abrechnung von Mesut Özil schießt aber über jedes nachvollziehbare Maß hinaus und lässt keinerlei Selbstkritik erkennen.“

Auszeichnungen

  • Fußballer des Monats im September 2008 und November 2009
  • Spieler der Hinrunde 2009/2010
  • Silbernes Lorbeerblatt 2010 und 2014
  • Bambi 2010, in der Kategorie „Integration“
  • Elf des Jahres der Primera División 2011
  • Elf des Jahres der Primera División 2012
  • UEFA-All-Star-Team der Europameisterschaft 2012
  • UEFA Team of the Year: 2012, 2013
  • Englands Fußballer des Monats: April 2015
  • Einstufung als Weltklasse in der Rangliste des deutschen Fußballs: Winter 2016/17

Literatur

  • Andreas Spohr, Uli Hesse, Heiko Buschmann: Mesut Özil. Auf dem Weg zum Weltstar. Delius Klasing, Bielefeld 2012. ISBN 3-7688-3528-6.
  • Markus Alexander: Mesut Özil Superstar. Baltic Sea Press, Rostock 2012. ISBN 3-942654-37-7.
  • Die Magie des Spiels - Und was du brauchst, um deine Träume zu verwirklichen, Co-Autor: Kai Psotta ISBN 978-3-7857-2592-4

Weblinks

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Einzelnachweise

<references>


  1. Spielerpass von Mesut Özil für die Schulmanschaft vom Berger Feld
  2. Aus dem Pott nach Madrid. In: Stuttgarter Zeitung, 2. Oktober 2011, S. 6.
  3. Vaterschaftstest beweist: Mesut Özil hat eine Halbschwester vip. de vom Juni 2016
  4. Krusch, Hendrik: Elf deutsche WM-Spieler haben Wurzeln in acht Ländern. In: Stuttgarter Nachrichten, 17. Juni 2010, S. 31.
  5. Real Madrid in Beverly Hills; zu Gast Özil trennt sich von Berater Fazeli Kicker Online, 12. Juli 2011
  6. Mutter, Christian: Stars als Schüler: Neuer „unscheinbar“, Özil „ein wenig autistisch“ bei welt.de, 30. Mai 2012 (abgerufen am 10. Juni 2012).
  7. Mesut Özil. In: Internationales Sportarchiv 18/2012 vom 1. Mai 2012, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 18/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  8. Gartenschläger, Lars: Was Joachim Löw an Nelson Mandela bewundert bei welt.de, 6. Juni 2012 (abgerufen am 15. Juni 2012).
  9. Pressemitteilung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, 19. Dezember 2014, abgerufen am 9. November 2015
  10. Kein türkischer Staatsbürger mehr. Özil derzeit nicht für die Türkei spielberechtigt Spox, 16. Februar 2009
  11. Özils Vertrag wird nicht verlängert. In: kicker online. 2008-01-17. Abgerufen am 2011-05-28.
  12. Perfekt! Özil an die Weser. In: kicker online. 2008-01-31. Abgerufen am 2011-05-28.
  13. Jones fehlt in Hannover. In: kicker online. 2007-11-23. Abgerufen am 2011-07-03.
  14. Mesut Özil: Türken buhlen um Talent. In: Focus Online. 9. Oktober 2008. Abgerufen am 21. Dezember 2008.
  15. Maximilian Rau: Knapper DFB-Sieg in Wien Lehrstunde vom Verlierer. Spiegel, 2012-09-12. Abgerufen am 2012-09-12.