Michael Skibbe

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Michael Skibbe
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Spielerinformationen
Geburtstag 4. August 1965
Geburtsort Gelsenkirchen, Deutschland
Größe 180 cm
Position Mittelfeldspieler
Vereine in der Jugend
bis 1982
1982–1984
SG Wattenscheid 09
FC Schalke 04
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1984–1986 FC Schalke 04 14 (1)
Nationalmannschaft
1982–1983 Deutschland U-18 18 (10)
Stationen als Trainer
1987–1989
1994–1997
1997–1998
1998–2000
2000–2004
2004–2005
2005–2008
2008–2009
2009–2011
2011
2012
2012
2013–2015
2015
2015–2018
2019–2020
FC Schalke 04 U-17
Borussia Dortmund U-19
Borussia Dortmund Amat.
Borussia Dortmund
Deutschland
Deutschland U-18
Bayer 04 Leverkusen
Galatasaray Istanbul
Eintracht Frankfurt
Eskişehirspor
Hertha BSC
Kardemir Karabükspor
Grasshopper Club Zürich
Eskişehirspor
Griechenland
Borussia Dortmund U19

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Michael Skibbe (* 4. August 1965 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Karriere

Als Spieler

In seiner Jugend spielte Skibbe zunächst bei der SG Wattenscheid 09. Mit ihr wurde er 1982 Deutscher B-Jugendmeister. Zur folgenden Spielzeit wechselte er in die Jugend-Abteilung des FC Schalke 04. In seiner ersten Saison bei den Königsblauen wurde er mit den A-Junioren unter Trainer Heinz Redepenning und mit Mitspielern wie Jörg Kunz und Olaf Thon Westfalenpokalsieger und Westfalenmeister. In der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft kam allerdings bereits im Viertelfinale gegen den späteren Meister Eintracht Frankfurt das vorzeitige Aus.

1983 gehörte Skibbe bei der U-18-Europameisterschaft in England zum deutschen Aufgebot und bildete dort mit Herbert Hoos und Manfred Pomp das Mittelfeld.

In der Saison 1983/84 gehörte er bereits zum erweitertem Profikader der Schalker und lief einmal für die Königsblauen in der 2. Bundesliga auf. Am Ende dieser Spielzeit stieg Schalke auf. Zwischen 1984 und 1986 absolvierte er für den Verein 14 Bundesliga-Spiele, bis seine Karriere durch zwei Kreuzbandrisse ein jähes Ende fand.[1]

Als Trainer

Schalke und Dortmund

Im Alter von 22 Jahren wurde er zum Sportinvaliden und begann eine Karriere als Trainer im Jugendbereich von Schalke 04. Durch eine Anfrage von Rudi Assauer wurde Skibbe Trainer der B-Jugend von Schalke und löste den bisherigen Trainer Günter Thon, den Vater von Olaf Thon, ab. Im Jahr 1989 wurde er Jugendkoordinator bei Borussia Dortmund, wo er 1994 Trainer der A-Jugendmannschaft und 1997 Trainer der Amateurmannschaft wurde. Im Jahr 1998 übernahm er kurzfristig als Nachfolger von Nevio Scala den Posten des Cheftrainers der Bundesligamannschaft. Skibbe führte den Verein in seiner ersten Saison auf den vierten Platz. Nach anderthalb Jahren und einer Serie von 23 Partien mit nur einem Sieg wurde Skibbe in der Winterpause der Saison 1999/2000 als Cheftrainer entlassen und wieder auf die Position des Nachwuchskoordinators gesetzt.

DFB

Diesen Posten gab er auf, als er ein Angebot des DFB zur Leitung der Fußballnationalmannschaft erhielt. Zusammen mit Rudi Völler, der selbst keine Trainerlizenz besitzt, bildete er in den Jahren 2000 bis 2004 eine Doppelspitze im DFB-Team. In der Außendarstellung war er der „zweite Mann“, die Verantwortung für die Mannschaft übernahm Rudi Völler. Nach dem Ausscheiden der Nationalelf in der Vorrunde der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal traten Michael Skibbe und Rudi Völler am 24. Juni 2004 von ihren Ämtern als Nationaltrainer zurück. Skibbe fungierte anschließend vom 24. August 2004 bis zum 9. Oktober 2005 als DFB-Jugendkoordinator und Trainer der U18-Nationalmannschaft. Im Sommer 2005 betreute er die U20-Auswahl Deutschlands bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden.

Bayer Leverkusen

Vom 9. Oktober 2005 bis zum 21. Mai 2008 war er Cheftrainer von Bayer 04 Leverkusen. Nach einer guten Hinrunde in der Saison 2007/08 folgte eine schlechte Rückrunde, in der zuerst die Champions League und am letzten Spieltag der Einzug in den UEFA-Pokal verspielt wurde. Aus diesem Grund entschied sich der Werksklub, den Vertrag mit Skibbe vorzeitig zu beenden. Michael Skibbe war der erste Leverkusener Trainer seit der erstmaligen Teilnahme des Vereins am Wettbewerb in der Saison 1997/98, dem es während seiner kompletten Amtszeit kein einziges Mal gelang, mit der Mannschaft in die UEFA Champions League einzuziehen.

Skibbes größter Erfolg in Leverkusen war eine beachtliche Siegesserie von 7 Bundesliga-Spielen in Folge, die ihm in der Rückrunde seiner ersten Saison gelang.

Galatasaray Istanbul

In der Saison 2008/2009 trainierte Skibbe den Klub Galatasaray Istanbul. Skibbe erhielt einen Einjahresvertrag mit Option für ein weiteres Jahr. Bereits kurz vor Ligastart konnte er mit den Löwen seinen ersten Titel gewinnen. Im Finale um den Türkischen Supercup setzte sich seine Truppe mit 2:1 gegen Kayserispor durch. Nach dem knappen Verpassen der Champions League gegen Steaua Bukarest stand er in der öffentlichen Kritik und wurde am 23. Februar 2009, nach einer 2:5-Niederlage am Vortag gegen den Aufsteiger Kocaelispor, entlassen.[2]

Eintracht Frankfurt

Am 5. Juni 2009 wurde er bei Eintracht Frankfurt als Nachfolger des zurückgetretenen Friedhelm Funkel vorgestellt. Am 22. März 2011 wurde Skibbe entlassen, nachdem sein Team nach einer sehr erfolgreichen Hinrunde (Platz 7) in der Rückrunde mit nur 5 Punkten aus 10 Spielen bis in die Abstiegsränge gestürzt war. Nachfolger wurde Christoph Daum, dem in 7 Liga-Spielen aber auch nur 3 Remis gelangen. Unter Skibbe stellte die Eintracht mit 793 torlosen Minuten einen Negativ-Rekord der Bundesliga auf, ehe Tzavellas aus 73 Metern gegen Schalke traf.

Eskişehirspor

Am 17. Juli 2011 einigte sich Michael Skibbe mit dem türkischen Erstligisten Eskişehirspor auf einen Dreijahresvertrag. Sein Debüt an der Seitenlinie gab er am 10. September 2011 gegen Beşiktaş Istanbul, das mit einem 2:1 Sieg endete. In der Hinrunde holte Skibbe in 17 Spielen 30 Punkte und führte das Team auf den vierten Tabellenplatz. Eskisehirspor wurde zur Mannschaft des Jahres gekürt und mit Dedê wurde ein Spieler des Teams als Spieler der Hinrunde ausgezeichnet.

Hertha BSC

Am 22. Dezember 2011 stellte Hertha BSC Skibbe als neuen Chef-Trainer des Vereins vor. Skibbe machte von seiner Ausstiegsklausel zum 31. Dezember 2011 bei Eskişehirspor Gebrauch und unterschrieb in Berlin einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Nach drei Bundesliganiederlagen in Folge folgte das Aus im DFB-Pokal. Nachdem die Hertha auch das Bundesligaspiel danach 0:5 beim VfB Stuttgart verlor, wurde er nach nur fünf Pflichtspielen entlassen, wobei er keinen einzigen Punkt holen konnte. Sowohl nach Dauer der Amtszeit als auch nach Anzahl der Pflichtspiele war dies eine der schnellsten Entlassungen eines eigentlich als langfristige Lösung geplanten Trainers in der Bundesligageschichte. Skibbe hatte bei der Hertha einen Vertrag bis 2014, was ihm nach Angaben der BILD-Zeitung vom 13. Februar 2012 eine Abfindung in Höhe von 500.000 Euro einbrachte (zuzüglich 150.000 Euro bereits verdienten Gehalts). Die BILD bezifferte seine aus dem Arbeitsverhältnis resultierenden Einnahmen unter dem Strich mit etwa 15.000 Euro pro Tag, den er in Berlin gearbeitet hatte, womit er ebenfalls ein Stück Bundesligageschichte schrieb.

Kardemir Karabükspor

Am 17. Mai 2012 gab der türkische Erstligist Kardemir Karabükspor die Verpflichtung von Skibbe bekannt. Skibbe unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre bis zum 30. Juni 2014.

Skibbe wurde jedoch schon nach dem 10. Spieltag der Saison 2012/13 wieder entlassen. Seine Mannschaft konnte nur zwei Ligaspiele gewinnen und war mit neun Punkten aus insgesamt zehn Spielen auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht.

Grasshopper Club Zürich

Am 15. Juni 2013 bestätigte der Schweizer Vize-Meister Grasshopper Club Zürich die Verpflichtung von Michael Skibbe. Er unterschrieb einen Vertrag für eine Saison, im Erfolgsfall sollte sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Im Januar 2014 wurde sein Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Im Januar 2015 gaben die Zürcher die einvernehmliche Trennung von Skibbe bekannt, da dieser sich „beruflich neu orientieren“ wolle.

Eskişehirspor

Am 9. Januar 2015 gab Eskişehirspor die Verpflichtung von Michael Skibbe bekannt.[3] Nachdem Eskişehirspor in der SÜPER LIG Saison 2015/2016 4 Niederlagen in Folge hinnehmen musste, trennte sich der Klub bereits am 11. Oktober 2015 wieder von Skibbe.

Griechische Nationalmannschaft

Von Oktober 2015 bis Oktober 2018 war Skibbe Cheftrainer der griechischen Nationalmannschaft. In der Qualifikationsgruppe zur WM 2018 erreichte Skibbe mit den Griechen Platz zwei und zog damit in die Play-offs ein, wo das Team gegen Kroatien scheiterte. Im Anschluss verlängerte Skibbe seinen Vertrag bis Ende 2019. Skibbe sei es gelungen, "aus einem wilden Haufen, gegen den jede andere Mannschaft gewinnen konnte, wieder eine Mannschaft zu machen", meinte Verbandschef Evangelos Grammenos. Am 25. Oktober 2018 gab der griechische Verband nach Niederlagen in der C-Liga der Nations League gegen Ungarn und Finnland seine Entlassung bekannt. Der 65-jährige Angelos Anastasiades wurde zum Nachfolger bestellt.

Rückkehr zum BVB

ZZur Saison 2019/20 übernahm Skibbe die A-Jugend (U19) von Borussia Dortmund, die in der Bundesliga West spielt und wurde gleichzeitig Chefausbilder der Jugendmannschaften des BVB. Anfang Mai 2020 gab der Verein bekannt, Skibbe zur Folgesaison als Übungsleiter der zweiten Mannschaft, die er bereits bis 1998 betreut hatte, einsetzen zu wollen. Deren bisheriger Trainer Mike Tullberg soll hingegen die A-Jugend übernehmen.

Noch Ende Mai 2020 trennte sich der Verein jedoch von seinem Mitarbeiter, dessen Vertrag bis 2022 verlängert worden war. Ihm wurden eine „laxe Arbeitsauffassung“ und weitere persönliche Gründe zur Last gelegt, die das „Vertrauensverhältnis erschüttert“ hätten.

Auszeichnung

Michael Skibbe erhielt 2002 den Verdienstorden der Bundesrepublik[4]

Sportliche Erfolge

Als Spieler

  • Deutscher B-Jugend-Meister mit der SG Wattenscheid 09 (1982)

Als Trainer

  • Vize-Weltmeister 2002 mit der deutschen Fußballnationalmannschaft
  • Türkischer Supercupsieger 2008 mit Galatasaray Istanbul

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kicker Sportmagazin, Nr. 53 vom 29. Juni 1995, S. 21
  2. „Galatasaray feuert Skibbe“ (kicker.de)
  3. ntvspor.net: "Es-Es'te Skibbe dönemi!" (abgerufen am 9. Januar 2015)
  4. Rau ehrt die Nationalelf