Ohne Titel (Betonrelief)

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ohne Titel (Betonrelief)
Musiktheater Im Revier Robert Adams.jpg
Künstler: Robert Adams
Entstehungsjahr: 1959
Art: Betonrelief, weißer Ortbeton, ca. 3 m × 22 m × 0,45 m
Bemerkung: Außenwand der Kassenhalle des Musiktheater im Revier
Stadtteil: Schalke
    
Lagekarte
Die Karte wird geladen …

Was von weitem wie ein massiver Sockel wirkt, der den transparenten Glaskörper des Gelsenkirchener Musiktheaters zu tragen scheint, entpuppt sich beim Herangehen als ein vorgelagerter Betonbau, genauer gesagt als die Kassenhalle des Musiktheaters. Auf dem Theatervorplatz stehend, bleiben dem Besucher die dazugehörenden Eingangstüren zunächst verborgen, da sich diese an den Seiten des Vorbaus befinden. Stattdessen wird der Betrachter mit der frontalen, drei Meter hohen und zweiundzwanzig Meter langen Betonwand konfrontiert, deren ästhetische Qualität nicht zu unterschätzen ist. Im Zuge der Bauarbeiten des Musiktheaters Gelsenkirchen übersetzte der englische Künstler Robert Adams die komplette Außenwand der Kassenhalle in ein Relief, indem er es direkt vor Ort aus Beton in eine Holzverschalung gießen ließ. Auf diese Weise bildet es im konstruktiven Sinne eine untrennbare Einheit mit der Architektur. Gleichzeitig sucht auch die Gestaltung des Reliefs die unmittelbare Verbindung zum Baukörper. Denn die massiven, großen, eckigen Formen, der sich Adams hier bedient, entsprechen durchaus dem blockhaft-klotzigen Gesamtcharakter dieses dem Theater vorgesetzten Betonbaus. Die den Anblick bestimmende asymmetrische Formenkomposition wiederum stellt der undurchdringlichen Massivität eine überraschende Lebendigkeit und Bewegtheit gegenüber. Auch, dass die Formen unterschiedlich stark plastisch hervortreten, verstärkt diesen Eindruck. Trotz monochromer weißer Farbgebung entsteht auf diese Weise ein nuanciertes Licht- und Schattenspiel; ein Effekt, der früher noch durch eine Beleuchtung von unten verstärkt wurde. Gerade in der Dunkelheit konnte das abstrakte Relief somit zur „Bühne“ werden: Der sich vor der gestalteten Wand bewegende Mensch wurde automatisch zum Bestandteil einer Inszenierung, noch bevor er das Theater überhaupt betrat.

Quelle

Weblinks