Ostfriedhof

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
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Der Ostfriedhof liegt zwischen der Erdbrüggenstraße, Bickerer Höfe und der Erzbahntrasse.

Gräberfeld auf dem Ostfriedhof

Geschichte

Der Ostfriedhof entstand 1897 auf Initiative der damaligen Gemeinde Hüllen. Weil viele Freiflächen den Zechen gehörten, konnte er nur auf Wanner Gemeindegebiet angelegt werden. Im Zuge eines Gebietsaustausches um 1925 kam der Friedhof zusammen mit den Bickerer Höfen zu Gelsenkirchen. Anfangs wurden die Toten noch nach Konfessionen getrennt bestattet. Charakteristisch für die gesundheitlichen Verhältnisse vor dem Ersten Weltkrieg war, dass von 1897 bis 1919 auf dem Ostfriedhof 3.691 Erwachsene, aber 6.242 Kinder begraben wurden. Ursache der Kindersterblichkeit waren mangelnde Hygiene und die häufig tödlichen Infektionskrankheiten wie Scharlach oder Diphtherie.

Nachdem 1903 durch den Zusammenschluss mehrerer Ämter die Großstadt Gelsenkirchen entstanden war, wurden drei Friedhöfe ausgebaut: neben dem Südfriedhof in Ückendorf und dem Westfriedhof in Heßler wurde der Ostfriedhof deutlich vergrößert. Der ältere Teil im Nordwesten behielt seinen eigenen Eingang. In dem südlich angrenzenden neuen Teil wurde um 1920 die großzügige Grün-Achse angelegt, von der mehrere Platanen noch stehen. Eine repräsentative, 1923 am Eingang geplante Einsegnungshalle wurde aus Geldmangel erst 1926/28 gebaut.

Nach Kriegszerstörungen entstanden 1955/57 neue Eingangsgebäude. Der niedrige Flügel enthält u.a. die Leichenkammer. Eine Fensterrose über dem Haupteingang und ornamental verglaste Fenster geben der hohen Trauerhalle sakrale Würde.

Nach den schweren Luftangriffen vom Oktober 1944 wurde ein neues Gräberfeld angelegt, auf dem 426 Bombenopfer beigesetzt wurden. Auch elf vom NS-System getötete Menschen fanden hier ihr Grab. Auf dem benachbarten Sonderfeld liegen 55 sowjetische Kriegsgefangene und 265 aus der Sowjetunion, 39 aus Polen und 20 aus Westeuropa zur Zwangsarbeit nach Gelsenkirchen deportierte und dabei umgekommene Menschen. Ein Grabdenkmal in der Nähe erinnert an vier Bergleute, die am 29. September 1947 auf der Zeche Unser Fritz verunglückten.

Auf dem Ostfriedhof wurde der am 25. August 1996 verstorbene Stan Libuda beigesetzt.

Quelle

Weblinks

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