Paul Rohde

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Paul Rohde (* 2. Juli 1878 in Magdeburg; † 17. April 1941 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Montanindustrieller und Rüstungsindustrieller, der die NSDAP förderte.

Leben

Im Jahre 1902 wurde er Teilhaber und 1909 alleiniger Inhaber des Stahlwerks Otto Mansfeld & Co. GmbH. 1926 besaß er 80 % der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke AG, deren Vorstandsvorsitzender er wurde und die er in Rheinisch-Westfälische Stahl- und Walzwerke AG umbenannte. Er war Teilhaber des bedeutenden Rüstungskonzerns Berlin-Karlsruher Waffenfabrik AG wo er der Stellvertreter von Günther Quandt war. Außerdem war er Aufsichtsratsvorsitzender der Waffenfirma Mauser-Werke AG und Aufsichtsratsmitglied der Daimler-Benz AG.

Im Dezember 1929 verkaufte er seine Unternehmen an die Vereinigte Stahlwerke.

Am 19. Juni 1938 schrieb Emil Georg von Stauß an Heinrich Schallbroch (1897−1978), Professor für Werkzeugmaschinen an der Technischen Hochschule München:

„Er (Rohde) ist mir schon eine Reihe von Jahren vor der Machtergreifung auch politisch nahe gestanden und hat früher als die meisten anderen Männer der Wirtschaft die Entwicklung des Nationalsozialismus anerkannt und gefördert.“[1]

Außerdem versorgte er vor 1933 die Sturmabteilung mit Waffen.[2] Im Jahre 1931 vermittelte er zusammen mit dem Bankier Paul Hamel, ein Gespräch zwischen Günther Quandt und Hitler im Hotel Kaiserhof (Berlin).[3] Er gehörte auch der 1931 gegründeten profaschistischen Gesellschaft zum Studium des Faschismus an.

Von 1933 bis 1935 war er Präsident des Reichsverbandes des Deutschen Groß- und Überseehandels.

Einzelnachweise

  1. Hans Radandt: Das Monopolkapital und der deutsche Faschismus, Konzern-Akten gegen Louis P. Lochners „Die Mächtigen und der Tyrann“. In: Wissenschaftliche Annalen, Beiheft 1956, S. 78.
  2. Christine Königs: Unterstützungs des deutschen Widerstands: Franz Koenigs und Hans Leibholz. In: Detlef J. Blesgen (Hrsg.): Financiers, Finanzen und Finanzierungsformen des Widerstandes. Berlin 2006, S. 143.
  3. Rüdiger Jungbluth: Die Quandts: Ihr leiser Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie Deutschlands. Campus 2002, S. 120.