Paul Schossier

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Paul Schossier (* 11. Oktober 1884 in Buer; † 24. Juli 1964 in Buer) war Dezernent der Städte Buer i. W. und Gelsenkirchen.

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Der Sohn eines Metzgermeisters machte 1904 das Abitur und nahm anschließend ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Freiburg, München und Münster auf. Er legte 1908 die erste juristische Staatsprüfung beim Oberlandesgericht in Hamm ab und trat nach seiner Militärdienstzeit ab dem 12. Februar 1913 als Magistratsassessor in die Dienste der Stadtverwaltung Buer.

Als Soldat im Ersten Weltkrieg geriet Schossier in französische Kriegsgefangenschaft. Danach wurde er am 27. April 1920 Magistratsrat und im Mai 1921 Stadtrat und Finanzdezernent der Stadt Buer. Bei der 1928 erfolgten Vereinigung von Gelsenkirchen, Buer und Horst zur Großstadt Gelsenkirchen-Buer wurde Schossier, der zu dieser Zeit der Zentrumspartei angehörte, zum Schul- und Kulturdezernenten gewählt. Nach der „nationalsosialistischen Machtergreifung“ blieb er Stadtrat. Er trat am 1. Oktober 1939 unter der Mitgliedsnummer 7.215.218 der NSDAP bei. Als bisheriger Leiter des Schul- und Kulturdezernats übernahm Schossier 1942 dann stattdessen das Rechts- und Polizeidezernat. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus bestanden seitens der alliierten Militärregierung keinerlei politische Bedenken gegen eine Weiterbeschäftigung von Schossier. Am 1. April 1946 trat er aus gesundheitlichen Gründen auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Nach seiner Pensionierung war er lange Zeit Vorsitzender des Buerschen Orts- und Heimatvereins und 2. Vorsitzender des Gelsenkirchener Verkehrsvereins. Der Bundespräsident verlieh ihm 1962 für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Schossier, der zunächst in der Hermann-Löns-Straße 6, dann in der Erlestraße 2 (Haus Kriegszertört) wohnte [1][2], starb am 24. Juli 1964 in Gelsenkirchen-Buer. Zu diesem Zeitpunkt lebte er in der Urbanusstraße 34 [3]

Nach ihm war der Paul-Schossier-Weg in Buer benannt. Aufgrund seiner über das Mitläufertum hinausgehende Verstrickungen in die Greueltaten des Nationalsozialismus gab es seit 2008 Bestrebungen, die Straße umzubenennen, was im November 2010 erfolgte und daraufhin in Josef-Sprenger-Weg umbenannt wurde.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Adressbuch Buer 1925
  2. Adressbuch Gelsenkirchen 1939
  3. Adressbuch Gelsenkirchen 1961