Peter August Blandenier

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Peter August Blandenier (* 19. November 1905 in Gelsenkirchen, † 20. April 1941 im KZ Dachau) war ein Ordensbruder im Orden der Minoriten.

Leben

Peter August Blandenier wurde 1905 als Sohn des Reisenden August Blandenier und dessen Frau Karoline, geb. Gantenberg in Ückendorf in der Bochumer Straße 53 geboren.

Er besuchte von 1928 bis 1932 das Gymnasium Clementinum in Aschaffenburg. 1934 machte er sein Abitur am humanistischen Gymnasium in Münnerstadt. Anschließend führte ihn sein Lebensweg nach Österreich. In Wien ersuchte er um Aufnahme in den Minoritenorden und begann sein Noviziat am 19. Oktober 1937 im Konvent Asparn an der Zaya. Nach Beendigung des Noviziats legte Blandenier am 19. Oktober 1938 seine einfache Profess ab und belegte wenige Tage später an der Wiener Universität katholische Theologie.

Im Wiener Konvent in der Alserstraße fand er in seinem Mitbruder, dem Kleriker Bruder Otho Josef Pinzenöhler, einen Gesinnungsgefährten. Sie schlossen sich der legitimistischen Widerstandsgruppe „Hebra“ an, in die sie der Medizinstudent Karl Alfons Portele einführte. Bruder Beda Lang und Bruder Franz Hierzer waren zunächst auch mit dabei, zogen sich jedoch bald zurück. Es fanden Treffen der Gruppe im Konvent in der Alserstraße statt, bei denen Diskussionen geführt und Flugzettel-Steuaktionen vorbereitet wurden. Ein eingeschleuster Spitzel lies die Gruppe allerdings auffliegen.

Wilhelm von Hebra wurde Ende März 1939 verhaftet und am 31. Mai wurde auch Blandenier in Schutzhaft genommen, mit der Begründung, dass er

durch sein Verhalten den Bestand und die Sicherheit des Volkes und des Staates gefährdet

Auch sei er der Vorbereitung zum Hochverrat dringend verdächtigt. Wegen Mangel an Beweisen wurde das Verfahren am 20. Dezember 1939 eingestellt. Am 4. März 1940 wurde er erneut in Haft genommen, da zu befürchten sei, dass er sich

weiterhin staatsfeindlich verhalten werde

Am 4. Mai wurde er ins KZ Dachau eingeliefert, wo er die Häftlingsnummer 7203 erhielt.

Peter August Blandenier verstarb am 20. April 1941 in der Haft, wobei die Umstände seines Todes und die Todesursache unbekannt sind. Die Verwaltung des KZ Dachau fragte bei dem Minoriten-Provinzial Johann Fischer an, wohin die Urne des Verstorbenen geschickt werden soll.

1986 wurde in der Pfarrkirche Alser Vorstadt in Wien 8, Alser Straße 17, eine Gedenktafel enthüllt. Da sie von den Besuchern kaum bemerkt wird, hat der Konvent beschlossen, die Tafel im Kreuzgang neben dem großen Kreuz anzubringen, wo auch die übrigen verstorbenen Mitbrüder verzeichnet sind.

Quelle

  • Minoriten.at
  • Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien

Weblinks