Pianohaus Kohl

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Das Pianohaus Kohl war ein Klavier- und Musikinstrumentengeschäft in der Altstadt.

Briefkopf des Pianohaus Kohl
Betrieb in der Weberstraße

Geschichte

1912 gründeten Paul J. Tesch, Marie Tesch und Ludwig Rabanus das Pianohaus Tesch und Rabanus in Mülheim an der Ruhr. Am 1. Januar 1915 übernahmen sie das Pianohaus Brüning und Bongardt in Gelsenkirchen in der Weststraße 2. Dort fanden auch die ersten Konzertveranstaltungen in einem eigenen Konzertsaal mit 600 Plätzen statt.

Nachdem Paul J. Tesch 1917 im Ersten Weltkrieg in Frankreich gestorben war, heiratete Marie Tesch 1919 Karl Kohl. Von da an firmierte der Betrieb unter dem Namen Pianohaus K. Kohl & Co. Am 1. Januar 1920 erfolgte der Umzug des Betriebes in die Hindenburgstraße 6, und 1928 in die Hindenburgstraße 13. Dort war er bis Mai 1945 ansässig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Pianohaus in den Jahren 1945/46 neu aufgebaut. Am 19. Juni 1945 erfolgte der Umzug in das Haus Hauptstraße 38. Am 9. April 1946 wurde dieses neue Haus eröffnet. Inhaber waren in dieser Zeit Karl Kohl, Marie Kohl und ihr Sohn aus erster Ehe, Johannes Tesch. 1948 heiratete Johannes Tesch Ursula Eggert und es wurde eine Zweigstelle in Bad Wildungen eröffnet.

In den Jahren 1952 bis 1954 fanden die ersten 25 "Konzerte bei Kohl" und Kunstausstellungen statt. Die Konzerte waren die Vorläufer der späteren Casino-Konzerte. Am 6. April 1952 veranstaltete das Pianohaus Karl Kohl & Co. erstmalig einen Kammermusikabend, in dem Walter Kreppel von den Städtischen Bühnen die "Winterreise" von Franz Schubert sang. Karl Riebe begleitete ihn am Flügel. Diese Kammerkonzerte sollten allmonatlich stattfinden und einem von vielen empfundenen Mangel in der öffentlichen Musikpflege abhelfen, in der die Kammermusik Stiefkind geblieben war. Die künstlerische Leitung dieser Kammerkonzerte übernahm ebenfalls Karl Riebe.

Am 8. Dezember 1954 fand im Casino, dem Werksgasthaus in der Hohenzollernstraße 74 der Gelsenkirchener Gussstahl- und Eisenwerke, das 25. "Konzert bei Kohl" statt. Das Programm lautete "Singen und Musizieren zur Weihnachtszeit". Maria Hirsch sang Sololieder der Barockzeit und Weihnachtslieder von Paul Wibral. Hans Peters, Solo-Oboist des Städtischen Orchesters, blies die Metamorphosen für Oboe von Benjamin Britten allein und der "Chor der Jugend" des Städt. Volksbildungswerks sang unter der Leitung von Karl Riebe, der die Lieder auch am Klavier begleitete. Auch die Vestische Musikschule hatte seit einiger Zeit ihre Konzertveranstaltungen für Buer auf die Zusammenarbeit mit den Konzerten bei Kohl aufgebaut.

1954 wurde das Duisburger Pianohaus Tesch & Co. gegründet. Am 1. Mai 1955 erfolgte ein erneuter Umzug des Betriebes in die Straße Am Rundhöfchen 14 und am 23. Mai 1957 in die Weberstraße 19. Es war damit der sechste und letzte Umzug innerhalb Gelsenkirchens.

1957 verstarb Marie Kohl und Inhaber waren dann Karl Kohl und Ursula Tesch, geborene Eggert. Geschäftsführer wurde Johannes Tesch. Karl Kohl verstirbt 1971 in Bad Wildungen; alleinige Inhaberin wurde Ursula Tesch, Geschäftsführer Johannes Tesch.

In all den Jahren gab es in den jeweiligen Häusern neben den Konzerten bei Kohl auch Kunstausstellungen. So zeigte der "Kunstkreis 1952" am 25. März 1962 dort die "Benagelte Objekte" von Günther Uecker. Vor den dort versammelten Kunstfreunden benagelte Uecker ein altes Klavier.

Im Juni 1999 erfolgte die Schließung und Auflösung des Pianohaus Kohl in Gelsenkirchen.

Der Nachlass des Pianohaus Kohl befindet sich beim Institut für Stadtgeschichte (StadtA Ge, Na 36).

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum (Pianohaus Kohl & Günther Uecker)
GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum (Der Nachlass des Pianohaus Kohl)

Quellen