Ralf Rangnick

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Ralf Rangnick

Ralf Rangnick (2013)
Spielerinformationen
Geburtstag 29. Juni 1958
Geburtsort Backnang, Deutschland
Größe 181 cm
Position Mittelfeld
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1976–1979
1979–1980
1980–1982
1982–1983
1983–1985
1987–1988
VfB Stuttgart Amateure
FC Southwick
VfR Heilbronn
SSV Ulm 1846
FC Viktoria Backnang
TSV Lippoldsweiler
0
0
66 (6)
32 (0)
0
0
Stationen als Trainer
1983–1985
1985–1987
1987–1988
1988–1990
1990–1994
1995–1996
1997–1999
1999–2001
2001–2004
2004–2005
2006–2011
2011
2015–2016
2018–2019
FC Viktoria Backnang
VfB Stuttgart Amateure
TSV Lippoldsweiler
SC Korb
VfB Stuttgart (A-Jugend)
SSV Reutlingen 05
SSV Ulm 1846
VfB Stuttgart
Hannover 96
FC Schalke 04
TSG 1899 Hoffenheim
FC Schalke 04
RB Leipzig
RB Leipzig

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ralf Rangnick (* 29. Juni 1958 in Backnang) ist ein deutscher Fußballtrainer und -funktionär sowie ehemaliger Fußballspieler. Nachdem er seine Karriere als Mittelfeldspieler im Amateurbereich beendet hatte, fungiert er seitdem im deutschen Profifußball als Trainer und Sportdirektor.

Rangnick gelang es, als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim diese innerhalb von zwei Spielzeiten von der Drittklassigkeit heraus in die Bundesliga zu führen. Insgesamt stieg er mit vier verschiedenen Vereinen fünfmal auf. Im Profifußball gewann er 2011 als Trainer seinen bisher einzigen Titel durch den Sieg im DFB-Pokal mit dem FC Schalke 04, bei dem er zum zweiten Mal Trainer gewesen war.

Von 2012 bis 2019 war Rangnick bei RB Leipzig tätig, zunächst als Sportdirektor und darüber hinaus in den Spielzeiten 2015/16 und 2018/19 als Cheftrainer. Zwischen 2012 bis 2015 war Rangnick parallel als Sportdirektor beim FC Red Bull Salzburg verantwortlich. Von 2019 bis 2020 war er Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH.

Werdegang

Aktive Laufbahn und Anfänge als Trainer

Nach seinem Abitur am Max-Born-Gymnasium in seiner Heimatstadt Backnang begann Rangnick 1977 an der Universität Stuttgart ein Lehramtsstudium für Sport und Englisch. Parallel spielte er ab 1976 für die Amateurmannschaft des VfB Stuttgart, nachdem er zuvor bereits als A-Jugendlicher in die Auswahlmannschaft des Württembergischen Fußball-Verbandes berufen worden war.

Im Rahmen eines Studienauslandsaufenthaltes an der University of Sussex lief er in der Spielzeit 1979/80 im englischen Amateurfußball für den in West Sussex beheimateten FC Southwick auf. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland schloss er sich dem VfR Heilbronn an, für den er in der Oberliga Baden-Württemberg spielte. 1982 wechselte er innerhalb der Liga zum SSV Ulm 1846. Mit der Mannschaft stieg er am Ende der Spielzeit in die 2. Bundesliga auf, wurde aber aussortiert.[1]

Als Spielertrainer agierte er beim FC Viktoria Backnang, mit dem er von 1983 bis 1985 den Durchmarsch von der Bezirksliga in die Verbandsliga schaffte. Während dieser Zeit erwarb er 1984 an der Sporthochschule Köln im Fußball-Lehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester mit einem Notendurchschnitt von 1,2 die Fußballlehrer-Lizenz, nachdem er bereits im Alter von 22 Jahren die Trainer A-Lizenz erworben hatte.

Zunächst war Rangnick 1985 nicht mehr selbst als Fußballer tätig, sondern arbeitete zwei Jahre als Trainer der Amateurmannschaft des VfB Stuttgart. Parallel legte er 1986 sein Erstes Staatsexamen an der Stuttgarter Universität ab. Für die Spielzeit 1987/88 kehrte er für den Bezirksligisten TSV Lippoldsweiler als Spielertrainer noch einmal auf das Feld zurück und arbeitete hauptberuflich für die Stuttgarter Firma fee Sprachreisen als Leiter der Abteilung High-School- und College-Programme. Dort war er bis 1992 tätig und engagierte sich nebenher als Trainer im baden-württembergischen Amateurfußball beim SC Korb sowie ab 1990 in der Jugend des VfB Stuttgart. 1992 gab er seine Arbeit zugunsten einer Anstellung beim schwäbischen Bundesligisten auf, der ihn als Sportkoordinator mit der Betreuung des Jugend- und Amateurfußballs bedachte.

Als der VfB Stuttgart im Sommer 1994 Rangnick die gewünschte Rolle als Trainerassistent von Jürgen Röber bei der Profimannschaft in der Bundesliga verwehrt hatte, verließ er den Verein. Er unterschrieb einen Vertrag bei seiner vormaligen Spielstation, dem damaligen Regionalligisten SSV Ulm 1846, konnte das Traineramt jedoch krankheitsbedingt nicht antreten.

SSV Reutlingen 05

Im Sommer des folgenden Jahres 1995 übernahm er den Trainerjob beim in der Regionalliga Süd antretenden SSV Reutlingen 05. War der Klub in der Spielzeit 1994/95 nur knapp dem Abstieg entgangen, führte er die Mannschaft um Michael Mayer, Thomas Winter, Kristijan Djordjevic und Joachim Cast auf den vierten Tabellenplatz, so dass die Teilnahme an der Amateurmeisterschaft mit zwei Punkten Rückstand auf den SSV Ulm nur knapp verpasst wurde. Den Höhenflug setzte er mit der Mannschaft in der folgenden Spielzeit 1995/96 fort, als diese sich im vorderen Ligadrittel hielt. Jedoch überwarf er sich mit der sportlichen Leitung und beendete sein Engagement am Ende der Hinrunde im Dezember 1996. Er wechselte dann innerhalb der Liga zum SSV Ulm 1846.

SSV Ulm 1846

Der SSV Ulm 1846 hatte in den Vorjahren jeweils um die Rückkehr in die 2. Bundesliga gespielt, in der Spielzeit 1996/97 lag die vom langjährigen Jugendtrainer Martin Gröh trainierte Mannschaft jedoch deutlich hinter dem die Liga dominierenden Spitzenduo 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth. Rangnick installierte nach seiner Ankunft das von ihm präferierte ballorientierte Spielsystem mit Vierer-Abwehrkette. Nach Anlaufschwierigkeiten in der ersten Saison – die Spielzeit beendete der Klub mit 50 Gegentoren, davon wurden 31 in der zweiten Saisonhälfte unter Rangnicks Leitung kassiert – lieferte sich die Mannschaft in der folgenden Spielzeit mit Kickers Offenbach ein Duell um die Regionalligameisterschaft und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Mit einem Punkt Vorsprung beendete sie die Spielzeit auf dem ersten Rang. Zudem gewann er mit dem Klub seinen ersten Titel, als im Endspiel um den WFV-Pokal der VfL Kirchheim/Teck besiegt wurde.

Zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt, etablierte sich der SSV Ulm 1846 auf Anhieb an der Ligaspitze in der 2. Bundesliga und blieb von allen Mannschaften im deutschen Profifußball am längsten ungeschlagen. Durch die Erfolge mit seinem innovativen Spielsystem befeuerte Rangnick die schwelenden Diskussionen um moderne Fußballtaktik. In der Folge avancierte er zu einem vielgefragten Fachmann und begehrten Trainerkandidaten. Nachdem beim Bundesligisten VfB Stuttgart unter Gerhard Mayer-Vorfelders Wunschtrainer Winfried Schäfer der Erfolg ausgeblieben und Wolfgang Rolff als Nachfolger eingesetzt worden war, sicherte sich der Klub bereits in der Winterpause die Dienste des Schwaben für Beginn der Spielzeit 1999/2000. Nach Bekanntgabe des Wechsels rutschte die Ulmer Mannschaft als Herbstmeister der zweiten Liga nach einer Serie von sieglosen Spielen bis zum März 1999 auf den fünften Platz zurück, so dass Rangnick von seinem Amt zurücktrat.

VfB Stuttgart

Auch der VfB Stuttgart hatte unter dem mittlerweile dritten Trainer im Saisonverlauf, Rainer Adrion, nicht aus dem hinteren Tabellendrittel gefunden. Um den drohenden Abstieg zu vermeiden, holte der Klub daher Rangnick bereits im Mai an den Neckar. Während sein vormaliger Klub unter Leitung von Martin Andermatt dennoch zum Saisonende den Sprung in die erste Liga schaffte, erreichte er mit Stuttgart zum Saisonende den elften Tabellenrang. Unter dem neuen Präsidenten Manfred Haas schlug der Verein im folgenden Jahr einen wirtschaftlichen Konsolidierungsprozess ein, der insbesondere den Weggang arrivierter Leistungsträger wie Frank Verlaat oder Fredi Bobič vorsah. Dabei kam es im Umfeld des Klubs immer wieder zu Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen den wirtschaftlichen und sportlichen Verantwortlichen des Vereins. Rangnick wurde hierbei des Öfteren vorgeworfen, übereifrig seine Ideen und Vorstellungen dem Verein überstülpen zu wollen. Insbesondere die Suspendierung des verbliebenen Starspielers Krassimir Balakow im Herbst 2000 brachte ihm Kritik ein.[2] Nachdem sich die Mannschaft mit dem Erreichen eines achten Tabellenplatzes in der Spielzeit 1999/2000 und der anschließenden Qualifikation für den UEFA-Pokal über den UI-Cup im Aufwind befunden hatte, rutschte sie in der folgenden Spielzeit erneut in den Bereich der Abstiegsränge. Nach dem Ausscheiden im UEFA-Pokal im Februar 2001 gegen den spanischen Vertreter Celta Vigo ersetzte ihn der kurze Zeit zuvor verpflichtete Sportdirektor Rolf Rüssmann durch Felix Magath.

Hannover 96

Im Sommer 2001 übernahm Rangnick den damaligen Zweitligisten Hannover 96, der seit seinem Erfolg im DFB-Vereinspokal 1991/92 vergeblich den Sprung in die Bundesliga versucht und dabei 13 verschiedene Trainer angestellt hatte. Nach der Umstellung des Spielsystems dominierte die Mannschaft die Zweitliga-Spielzeit 2001/02. Insbesondere die Offensive um Daniel Stendel, Jiří Kaufman, Jan Šimák und Nebojša Krupniković glänzte im Laufe der Saison, sie erzielte für den niedersächsischen Klub am Saisonende 93 Tore. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Arminia Bielefeld stieg die Mannschaft ungefährdet in die Bundesliga auf.

In der höchsten deutschen Liga spielte die von Rangnick betreute Mannschaft insbesondere nach dem Abgang von Mittelfeldmotor Šimák gegen den Wiederabstieg und stand lange Zeit auf einem Abstiegsplatz. Dennoch setzte der Verein auf eine langfristige Zusammenarbeit und verlängerte Rangnicks Vertrag im September 2002 vorzeitig bis zum Sommer 2005.[3] Erst nach einigen Nachverpflichtungen in der Winterpause – insbesondere der Einkauf von Bobič, der sich zurück in die deutsche Nationalmannschaft spielte, wirkte sich positiv aus – verließ der Klub am 20. Spieltag die Abstiegsränge und erreichte zum Ende der Saison 2002/03 den elften Tabellenrang. In der Folgezeit geriet Rangnick immer wieder mit dem Präsidenten Martin Kind sowie dem Sportdirektor Ricardo Moar aneinander. Als Ende des Jahres 2003 eine Ausstiegsklausel aus dem Trainervertrag publik geworden war, eskalierte der Streit vor dem Hintergrund eines möglichen Wechsels zu Hertha BSC. Obwohl sich die Situation zunächst wieder beruhigt hatte, wurde Rangnick nach nur vier Punkten aus den ersten sechs Rückrundenspielen im März 2004 entlassen.

FC Schalke 04

Im September 2004 wurde Rangnick Nachfolger von Jupp Heynckes beim FC Schalke 04 und führte die Mannschaft in der Hinrunde an die Tabellenspitze, wo man punktgleich mit dem FC Bayern München überwinterte. Am 25. Spieltag konnte Schalke die Münchner schlagen und die Tabellenführung übernehmen. Vier Niederlagen der Schalker in den darauffolgenden fünf Spielen bedeuteten jedoch die Entscheidung im Titelkampf zugunsten des Rekordmeisters.

Die Hinrunde 2005/06 verlief unbefriedigend, obwohl Schalke in der Liga solide Ergebnisse erzielte. Im Pokal unterlag man 0:6 in Frankfurt und schied auch in der Champions League früh aus. In den Wochen vor der Winterpause gab es Medienberichte, wonach der Vereinsvorstand plane, sich in der Winterpause von Rangnick zu trennen; Rangnick hatte seinerseits eine Trennung zum Saisonende angekündigt. Als Reaktion darauf gab es vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 10. Dezember lautstarke Unmutsbekundungen des Publikums gegen Vorstand und Mannschaft sowie Solidaritätsbekundungen gegenüber Rangnick, der daraufhin eine spontane Ehrenrunde durch das Stadion drehte. Rangnick bezeichnete dies im Nachhinein als Fehler. Er könne verstehen, dass Vorstand und einige Spieler dies als Provokation gedeutet hätten; es sei jedoch eine „emotionale Ausnahmesituation“ gewesen. Zwei Tage später wurde Rangnick entlassen.

TSG 1899 Hoffenheim

Rangnick bei Hoffenheim in der Regionalliga (2007)

Am 22. Juni 2006 wurde die Verpflichtung Rangnicks als Cheftrainer der von Mäzen Dietmar Hopp geförderten drittklassigen TSG 1899 Hoffenheim (Regionalliga Süd) zur Saison 2006/2007 bekannt gegeben. Nach einem schwachen Start mit zwei Niederlagen in den ersten vier Pflichtspielen schaffte der Verein am 5. Mai 2007 mit einem 4:0 über die Sportfreunde Siegen den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Innerhalb eines Jahres gelang schließlich der Durchmarsch in die Fußball-Bundesliga. Diese rasante Entwicklung des Vereins wurde in den folgenden Jahren neben den erheblichen Investitionen in Spielertransfers auch auf das Trainergeschick Rangnicks zurückgeführt, der vielfach als Architekt des Erfolgs bezeichnet wurde.[4][5]

Im ersten Bundesligajahr gelang es Rangnicks Elf, die inoffizielle Herbstmeisterschaft zu erringen, sie rutschte aber in der Rückrunde ab und beendete die Saison auf Platz sieben. Nach einem elften Platz in der zweiten Bundesligasaison – am 13. Mai 2010 wurde die vorzeitige Verlängerung von Rangnicks Vertrag bis 2012 bekannt gegeben[6] – und einer auf Platz acht abgeschlossenen Hinrunde 2010/2011 trat Rangnick am Neujahrstag 2011 als Trainer der TSG zurück.[7] Grund dafür waren Medienberichten zufolge vor allem Meinungsverschiedenheiten mit Dietmar Hopp. Das Verhältnis der beiden war auch schon in den Jahren zuvor nicht spannungsfrei gewesen.[8] Kurz vor der Vertragsauflösung war der sofortige Wechsel des Spielers Luiz Gustavo zu Bayern München bekannt geworden. Rangnick hatte sich vehement gegen einen Verkauf seines brasilianischen Mittelfeldstars gewehrt. Nachfolger Rangnicks wurde sein bisheriger Assistent Marco Pezzaiuoli.[9]

FC Schalke 04

Ralf Rangnick bei Schalke 04

Am 21. März 2011 wurde Ralf Rangnick nur drei Monate später erneut Cheftrainer bei Schalke 04. Er trat damit die Nachfolge von Felix Magath an, der zuvor Trainer und Manager des FC Schalke 04 gewesen war. Nachdem die Mannschaft um Raúl, Klaas-Jan Huntelaar, Jefferson Farfán und Manuel Neuer unter Leitung seines Vorgängers das Viertelfinale der Champions League erreicht hatte, schlug sie dort den amtierenden Titelträger Inter Mailand in Hin- und Rückspiel mit 5:2 und 2:1 und scheiterte erst im Halbfinale an Manchester United – bis dato größter Erfolg des Vereins in diesem Wettbewerb. Im ebenfalls noch unter Magath erreichten Endspiel um den DFB-Pokal gewann Rangnick gegen den MSV Duisburg seinen ersten Titel auf nationaler Ebene. Der Konkurrent aus dem Ruhrpott wurde mit einem 5:0-Erfolg besiegt. Somit erreichte er trotz eines am Ende der Bundesliga-Spielzeit 2010/11 belegten 14. Tabellenplatzes dennoch einen europäischen Wettbewerb.

Am 22. September 2011 löste Rangnick seinen Vertrag wegen eines Burnout-Syndroms („vegetativen Erschöpfungssyndroms“) mit sofortiger Wirkung auf.[10][11]

Rangnick im September 2011

Tätigkeiten bei RB Leipzig (2012 bis 2019)

Sportdirektor Rangnick bei einem Jugendturnier von Red Bull Salzburg

Ende Juni 2012 wurde Ralf Rangnick nach einer 10-monatigen Auszeit als neuer Sportdirektor des FC Red Bull Salzburg vorgestellt. Darüber hinaus war er auch für die Entwicklung von RB Leipzig zuständig. Zu Antrittsbeginn beurlaubte er den Trainer von RB Leipzig, Peter Pacult, und ersetzte ihn durch Alexander Zorniger. In Salzburg wurde Roger Schmidt als Cheftrainer verpflichtet, diese Position übte zuvor Ricardo Moniz aus. Kurz darauf scheiterte Salzburg am luxemburgischen Verein FC Düdelingen in der Champions-League-Qualifikation, was in den Medien als eines der blamabelsten Ereignisse im österreichischen Fußball bewertet wurde. Rangnick baute daraufhin den Kader um, junge Spieler wie Kevin Kampl, Sadio Mané und Valon Berisha wurden verpflichtet. Die Mannschaft beendete die Saison unter Sportdirektor Rangnick auf Platz zwei.

Die Saison 2013/14 war erfolgreich, der Verein stand acht Runden vor Saisonende als Meister fest. Mit 106 Toren nach 34 Runden wurde der Bundesligarekord des SK Rapid Wien übertroffen. In der Qualifikation zur Champions League scheiterte die Mannschaft knapp an Fenerbahçe Istanbul, in der darauffolgenden Europa-League-Gruppenphase gewann sie alle sechs Spiele und wurde Gruppensieger. Im Sechzehntelfinale besiegten die Salzburger den niederländischen Meister Ajax Amsterdam in beiden Spielen (3:0, 3:1). Im Achtelfinale unterlag man dem FC Basel nach einem 0:0 in der ersten Partie mit 1:2 im Rückspiel.

Zur selben Zeit gelang es der Leipziger Mannschaft, mittlerweile unter Trainer Zorniger, in Deutschland zwei Mal in Folge aufzusteigen, aus der viertklassigen Regionalliga Nordost 2014 in die 2. Bundesliga. Während dem Leipziger Verein so ein unerwartet schneller Aufstieg in den Profifußball gelang und sich in den darauffolgenden Jahren auch in der 1. Bundesliga etablierte, waren die Salzburger weniger erfolgreich, so z.B gab es wiederholte Misserfolge in der Qualifikation zur Champions League. Dadurch fokussierte sich Rangnick unter den von Red Bull bestimmten Vereinen stärker auf den Standort in Leipzig. Im Februar 2015, Leipzig spielte seine ersten Saison in der 2. Liga, gab Rangnick bekannt, dass er nach dem Saisonende die Trainerposition der Leipziger Mannschaft übernehmen und seine Aufgaben in Salzburg niederlegen werde. Daraufhin trat der Leipziger Trainer Zorniger vorzeitig zurück, bis zum Ende der Saison übernahm der U-17-Trainer Achim Beierlorzer die erste Mannschaft.

Wie angekündigt, arbeitete Rangnick zur Saison 2015/16 als Cheftrainer in Leipzig, Beierlorzer fungierte als sein Co-Trainer. Nachfolger in Salzburg wurden Geschäftsführer Jochen Sauer und Sportkoordinator Christoph Freund. Unter Rangnick stieg RB Leipzig in die Bundesliga auf. Zur Saison 2016/17 verpflichtete der Verein Ralph Hasenhüttl als Cheftrainer und Rangnick konzentrierte sich wieder vollständig auf seinen Posten als Sportdirektor. Nachdem sich der Verein nach der Saison 2017/18 von Hasenhüttl getrennt und Julian Nagelsmann als neuen Trainer ab Juli 2019 verpflichtet hatte, übernahm Rangnick die Position des Cheftrainers für die Saison 2018/19. Unter Rangnick qualifizierte sich RB Leipzig als Drittplatzierter für die Champions League und erreichte das Finale des DFB-Pokals, in dem man dem FC Bayern München unterlag.

Sportmanager bei Red Bull

Zum 1. Juli 2019 verließ Rangnick RB Leipzig und wurde Head of Sport and Development Soccer bei der Red Bull GmbH in Fuschl am See. In dieser Position kümmerte er sich vorwiegend um die New York Red Bulls und Red Bull Bragantino, war aber auch als Berater für RB Leipzig tätig.[34] Am 31. Juli 2020 wurde der bis zum 30. Juni 2021 gültige Vertrag aufgelöst.

Größte Erfolge

mit dem FC Schalke 04

mit der TSG 1899 Hoffenheim

  • Herbstmeisterschaft 2008
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2007
  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2008

mit Hannover 96

  • Aufstieg in die 1. Bundesliga 2002

mit dem SSV Ulm 1846

  • WFV-Pokalsieger: 1997
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 1998

als Sportdirektor

mit RB Leipzig

  • Aufstieg in die 3. Liga 2013
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2014

mit Red Bull Salzburg

  • Meister 2014, 2015
  • Meister 2014, 2015

Trivia

  • Aufgrund eines Auftritts in der ZDF-Sendung das aktuelle sportstudio am 19. Dezember 1998, bei dem er die Taktiken eines Spiels sehr ausführlich an einer Tafel erklärte, wird er bis heute als „Fußballprofessor“ bezeichnet.
  • Zwei von ihm betreute Vereine schafften mit zwei Aufstiegen in Folge den Durchmarsch von der (damals drittklassigen) Regionalliga in die Bundesliga. Dies waren der SSV Ulm 1846 mit Aufstiegen zum Saisonübergang 1998 und 1999 – wo er allerdings zum Ende der erfolgreichen Zweitligasaison nicht mehr Trainer war – sowie die TSG Hoffenheim mit Aufstiegen 2007 und 2008.
  • Als der damals neue Bundestrainer Jürgen Klinsmann 2004 einen Assistenten suchte, hatte er auch Ralf Rangnick im Visier. Dieser lehnte das Angebot ab, stattdessen bekam Joachim Löw diesen Posten.
  • Neben seiner Trainerkarriere betreibt Rangnick seit 1994 mit einer Partnerin in Böblingen ein Reha-Zentrum.
  • Rangnick war 2010 auf dem Cover des PC-Spiels Fußball Manager zu sehen.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. „Ralf Rangnick – deutscher Fußballtrainer“ im Munzinger Archiv (abgerufen am 23. März 2011)
  2. VfB-Hammer: Rangnick feuert Balakov, auf bz-berlin.de (abgerufen am 23. März 2011)
  3. Rangnick bleibt bei 96, auf n-tv.de (abgerufen am 23. März 2011)
  4. Rentenvertrag für Ralf Rangnick, Bild Online vom 21. Oktober 2008
  5. Stefan Hermanns: Dietmar Hopp, wie dämlich! In: Die Zeit, 3. Januar 2011.
  6. Ralf Rangnick bleibt bei der TSG 1899 Hoffenheim
  7. Pezzaiuoli tritt Rangnick-Nachfolge an
  8. Die dunkle Seite des Ralf Rangnick. In: Spox.com, 5. Mai 2009.
  9. Löw-Freund macht Rangnick-Job. In: Bild, 2. Januar 2011.
  10. Rangnick – Ausnahme-Trainer am Ende seiner Kraft
  11. Steffen Dobbert: Als Trainer ein Visionär, als Mensch ein Vorbild. In: Die Zeit, 22. September 2011.