Rathaus

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
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Das erste Rathaus der Stadt Gelsenkirchen befand sich am Machensplatz.

Das alte Rathaus der Stadt Gelsenkirchen

Es entstand nach Plänen des Kölner Architekten Heinrich Wiethase. Nach dessen Tod 1893 übernahm der Kölner Architekt Eduard Endler die Bauaufsicht des Gebäudes.

Am 25. Mai 1895 erfolgte der erste Spatenstich für das Gelsenkirchener Rathaus, und nach zweijähriger Bauzeit konnte das es am 20. September 1897 eingeweiht werden.

Mit Ziergiebeln, Erkern, Zinnen und einem hohen runden Turm wurden Anklänge an mittelalterliche Rathäuser aus der Mark Brandenburg und an Ordensritterburgen in Ostpreußen gesucht. Nach dem Zusammenschluß der Städte Buer und Gelsenkirchen 1928 zog die Verwaltungsspitze der Stadt in das Rathaus Buer um, und 1932 wurde das Gebäude der Polizei übergeben.

Beschreibung und Ausstattung

Die von zwei Straßen (der damaligen Dickampstraße und der Ahstraße) und einem freien Platz begrenzten Gebäudeflügel umschlossen einen nach Osten hin offenen, größeren Hofraum, an den sich noch durch eine hohe Mauer umfasster Gefängnishof reihte.

Der Haupteingang des Rathauses war der Lage entsprechend nach dem freien Platz ausgelegt und führte durch den Eingangs-Korridor in eine geräumige Mittelhalle, in welcher die Axen der Gänge ausliefen, und von wo aus sich das helle und luftige Haupttreppenhaus erschloss. An der Ahstraße lag der Eingang für das Publikum, während der Eingang zum Polizeiflügel und zum Leihamt mehr der Waisenhausgasse (Verlängerung der damaligen Klosterstraße in Richtung Aloysianum) angeordnet war.

Zu den im zweiten Obergeschoss befindlichen Wohnungen des ersten Bürgermeisters und des Polizei-Inspektors führten besondere Ein- und Aufgänge, ebenso waren zu den Wohnungen des Polizeidieners und des Kastellans (Pförtner, Hausmeister) besondere Zugänge geschaffen worden. Außer der Wendeltreppe, welche die Geschäftsräume des Leihamtes mit den in Dachgeschoss befindlichen Räumen zur Unterbringung der in Pfand gegebenen Gegenstände verbannt, gab es noch einen Aufzug.

Der Sitzungssaal, der in an der Hauptecke mit der Front nach dem freien Platz ausgelegt war, enthielt um dem Sitz des Bürgermeisters und den Beigeordneten-Sitzen noch 32 Klappsitze für die Stadtverordneten und einen durch Schranken abgetrennten Raum für Publikum und Presse. Der Raum hatte eine Holz-Kasettendecke, während der Erkerbau mit einem Kreuzgewölbe überdeckt war. Die Wände waren auf 160 cm mit Holztafelwerk versehen. Drei kunstvoll geschmiedete Kronleuchter stammten von dem Kölner Kunstschlosser Paffrath.

Neben dem Sitzungssaal lagen die Räume des Bürgermeisters Friedrich Wilhelm Vattmann und des zweiten Bürgermeisters.

Die Eingangshalle und die Gänge des Erdgeschosses waren mit Kreuzgewölbe überdeckt, während Sterngewölbe, von Granitsäulen getragen, die Treppenvorhallen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss zierten.

Die Fußböden der Korridore war mit gemusterten Fliesen ausgestattet. In der Eingangshalle, der Mittelhalle und im Haupttreppenhaus waren farbige Thonstift Mosaikböden ausgelegt, die von der Firma Rud. Leistner aus Dortmund stammten.

Die drei Glasfenster im Erker des Bürgermeisterzimmers entstammten nach Skizzen des Architekten Heinrich Wiethase und wurden von der Glasmalerei Reuter & Reichard aus Köln hergestellt, ebenso wie die Fenster im Sitzungssaal.

Als Heizung diente eine Niederdruck-Dampfheizung von der Hannoverschen Maschinenbau AG und die Beleuchtung erfolgte durch Gasglüchlicht.

Außengestaltung

Organisch aus der Grundrisseinteilung entwickelte sich der Aufbau des Äußeren. Die Architektur lehnte sich an die Formen der späten Gothik des nordischen Backsteinbaus an. Die Außenflächen des Gebäudes waren mit Verblendziegel der Grube Theresia bei Hürth-Hermühlheim im Rhein-Erft-Kreis ausgeführt worden.

Die Maurerarbeiten wurden von dem Bauunternehmer A. Traugott aus Düsseldorf durchgeführt. Sämtliche Dächer, mit Ausnahme der Kupferdeckung des Turmhelms, waren mit rheinischen Schiefer eingedeckt.

Die bebaute Grundfläche betrug 1250 qm. Die Überwachung der Bauarbeiten wurden Peter Labonte anvertraut.

Abriss

Am 14. März 1970 fiel der Turm des alten Rathauses mit Hilfe von 20 kg Ammon Gelit, die Sprengmeister Kurt Mai gegen 17.30 Uhr zündete.

An gleicher Stelle wurde das Hamburg-Mannheimer-Hochhaus errichtet.

Von dem altem Rathaus wurde lediglich das Rathauswappen sichergestellt, das über dem Haupteingang des Gebäudes angebracht war.

Weblink

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Quelle

  • Sonderdruck Deutsche Bauzeitung 1895