Robert Jessel

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Robert Max Jessel (* 3. April 1886 in Weilburg, Lahn , † unbekannt) war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen.

Leben

Robert Jessel war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen. Er war beruflich als Einkäufer und Abteilungsleiter bei Gustav Carsch & Co tätig. Seine Ehefrau, Augusta Jessel, geb. Gehleb, war nicht jüdisch. Die beiden lebten im Heimgarten 11 [1]. Am 19. September 1944 wurde er verhaftet und in das Polizeigefängnis in Gelsenkirchen gebracht, von dort wurde er in das Zwangsarbeitslager Oberloquitz bei Zeitz, Thüringen weiter transportiert. Anfang November 1944 konnte er von dort fliehen und kehrte nach Gelsenkirchen zurück. Dort konnte er zusammen mit David Herstein in der Wanner Straße 4 untertauchen. Sie wurden anschließend durch den Einmarsch der Alliierten befreit.

Nach Kriegsende gehörte Robert Jessel zu den Gründern des Jüdischen Hilfskommitees in Gelsenkirchen und baute die Gemeinde mit auf. Neben den Hilfeleistungen für die Überlebenden gehörte dazu auch die Pflege der jüdischen Friedhöfe, die im Nationalsozialismus geschändet wurden. Das Komitee erstattete im Oktober 1946 Anzeige wegen der Brandstiftung der Synagoge im November 1938.

1956 übergibt Jessel den Gemeindevorsitz an Kurt Neuwald und zieht nach Hessen. Dort lebte er in Königstein, Taunus.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Adressbuch 1939