Ruhrtriennale

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Ruhrtriennale ist das internationale Fest der Künste im Ruhrgebiet.

Spielstätten

Schauplätze der Ruhrtriennale sind die herausragenden Industriedenkmäler der Region, die größten Teils während der Internationalen Bauausstellung Emscher Park von 1989 bis 1999 in spektakuläre Aufführungsorte für Musik, Theater, Literatur und Tanz verwandelt wurden. Im Zentrum stehen die Kreationen – Produktionen, die den Dialog mit den charakteristischen Spielstätten suchen: Schauspiel und Oper verbinden sich in ehemaligen Maschinenhallen und Kokereien mit innovativen Entwicklungen der Bildenden Kunst, der Pop- und Konzertmusik.

Ein weiterer Programmpunkt war von 2003 bis 2010 die Konzertreihe Century of Song, in der sich internationale Songwriter mit den großen Traditionen des popular song auseinandersetzten. Nach acht Spielzeiten unter der Leitung von Thomas Wördehoff kam es 2010 zu einer Veränderung im Konzept von Century of Song. Der bewährte Titel blieb erhalten, aber die inhaltliche Ausrichtung rückt stärker an die Themenkreise heran, die das Festivalgeschehen jeweils bestimmen. Neuer Kurator der Konzertreihe ist Christoph Gurk.

Künstler wie Ariane Mnouchkine, Peter Brook, Bill Viola, Patrice Chéreau, Peter Sellars, Ilya Kabakov, Andrea Breth, Christian Boltanski, Johan Simons, Bill Frisell, Patti Smith, Thomas Hampson, Cecilia Bartoli, Alain Platel, Christoph Marthaler, Jan Fabre und Peter Zadek haben bislang das Profil der Ruhrtriennale mit ihren genreübergreifenden Projekten geprägt.

Die Jahrhunderthalle Bochum mit der angrenzenden Turbinenhalle und dem Damfgebläsehaus ist das natürliche Zentrum der Ruhrtriennale. Weitere Spielstätten sind unter anderem:

Geschichte

Die Ruhrtriennale findet seit 2002 jährlich unter in einem Zyklus von jeweils drei Jahren wechselnder künstlerischer Leitung statt. Die Idee, ein spartenübergreifendes Festival an die Industriekultur im Ruhrgebiet zu koppeln, wurde bei Publikum und Presse mit Begeisterung aufgenommen. Gründungsintendant Gerard Mortier (2002 bis 2004) gelang es mit seinem kompromisslosen Programm auf Anhieb, die Ruhrtriennale als eines der bedeutendsten europäischen Festivals zu etablieren.

Zwischen 2005 und 2007 fand die 2. Ruhrtriennale unter der künstlerischen Leitung von Jürgen Flimm statt. Verbindendes Thema seiner ersten Spielzeit war der Zusammenhang von Industrialisierung und Romantik. Auch im zweiten und dritten Jahr bilden Epochen thematische Schwerpunkte: 2006 stand der Mensch des Barock im Zentrum, das Programm im Jahr 2007 beschäftigte sich mit dem Mittelalter.

Zusammen mit Moritz Eggert (Musik) schrieb Michael Klaus 2005 für die Ruhrtriennale "Die Tiefe des Raumes", ein Fußballoratorium, im Rahmen des Kulturprogramms der FIFA WM 2006.

Nach dem Tod der designierten Intendantin Marie Zimmermann im April 2007 hatten sich Jürgen Flimm und sein Team aus Andrea Kaiser, Ulli Stepan und Thomas Wördehoff bereit erklärt, zusammen mit Jürgen Krings die Spielzeit 2008 zu leiten. Marie Zimmermanns Beschäftigung mit dem „Fremden“ war daher auch das Leitmotiv: "Aus der Fremde".

Willy Decker trat im Jahr 2009 die Nachfolge von Jürgen Flimm an und leitete die 3. Ruhrtriennale 2009 - 2011. Unter seiner künstlerischen Leitung erforschte die Ruhrtriennale in den drei Spielzeiten das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kreativität und den Urmoment des Religiösen. Im Jahr 2009 richtete sich dabei der Blick auf den jüdischen Kulturkreis, 2010 auf die islamische und schließlich 2011 auf die buddhistische Kultur.

Intendant der Ruhrtriennale 2012 - 2014 ist der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels, der vor allem durch Kompositionen und Inszenierungen im Bereich Musiktheater bekannt ist. Unter seiner Leitung bekommt die Ruhrtriennale den Untertitel "International Festival of the Arts".

Die wachsende überregionale und internationale Bedeutung der Ruhrtriennale spiegelt sich auch in der zunehmenden Zahl von Einladungen zu Gastauftritten. Nach dem erfolgreichen Gastspiel der Triennale mit David Pountneys Inszenierung und Steven Sloane als Dirigent von Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ 2008 in New York war Willy Deckers Eröffnungsinszenierung der Ruhrtriennale 2007 „Le Vin herbé“ von Frank Martin im Januar 2009 an der Opéra de Lyon] zu sehen. Christoph Schlingensiefs Fluxus-Oratorium „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ aus dem Jahr 2008 eröffnete am 1. Mai 2009 das Berliner Theatertreffen. Außerdem gastiert diese Produktion beim Holland Festival in Amsterdam im Juni 2009.

Um den Erfolg der Triennale nachhaltig zu sichern, wurde von der Triennale ein Kuratorium eingerichtet, dem unter anderem Alfred Biolek, Dieter Gorny und Michael Vesper angehören. In Ergänzung zum Kuratorium engagiert sich der 2005 gegründete Verein der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale für die ideelle und materielle Unterstützung des Festivals und für dessen nachhaltige Verankerung - bundesweit und international.

Künstler und Reihen

Von 2003 bis 2010 fand die Konzertreihe Century of Song statt, in der sich internationale Songwriter mit den Traditionen des popular song auseinandersetzten. Nach acht Spielzeiten unter der Leitung von Thomas Wördehoff kam es 2010 zu einer konzeptionellen Veränderung von Century of Song. Der Titel blieb erhalten, aber die inhaltliche Ausrichtung rückte stärker an die Themenkreise heran, die das Festivalgeschehen jeweils bestimmen. Neuer Kurator der Konzertreihe war Christoph Gurk bevor die Reihe 2011 eingestellt wurde. Seit 2012 fanden weitere Konzerte am "Rande des Pops" (Heiner Goebbels) statt, die allerdings nicht mehr unter dem Titel Century of Song stehen.

Einige Produktionen der Ruhrtriennale waren international zu sehen:

David Pountneys Inszenierung von Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ war 2008 in New York zu sehen.

Im Januar 2009 war an der Opéra de Lyon Willy Deckers Inszenierung von „Le Vin herbé“ von Frank Martin zu sehen, mit der die Ruhrtriennale 2007 eröffnet wurde.

Christoph Schlingensiefs Fluxus-Oratorium „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ aus dem Jahr 2008 eröffnete am 1. Mai 2009 das Berliner Theatertreffen. Außerdem gastiert diese Produktion beim Holland Festival in Amsterdam im Juni 2009.

Seit 2012 wird verstärkt Wert darauf gelegt, Eigenproduktionen der Ruhrtriennale auch an anderen Orten zu zeigen. Unter dem Titel Tourtriennale werden einige Produktionen der Spielzeiten 2012 und 2013 international gezeigt.

Organisation

Träger der Ruhrtriennale ist die Kultur Ruhr GmbH mit Sitz in Gelsenkirchen. Die drei weiteren Programmsäulen der Kultur Ruhr GmbH sind neben der Ruhrtriennale das ChorWerkRuhr, die Tanzlandschaft Ruhr und Urbane Künste Ruhr. Diese drei Institutionen liefern neben ihrer sonstigen programmatischen Arbeit einen regelmäßigen Beitrag zur Ruhrtriennale.

Förderer und Gesellschafter sind der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, der Regionalverband Ruhr und der Verein Pro Ruhrgebiet.

Die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW fördern darüber hinaus zahlreiche Einzelproduktionen.

Unter der Intendanz von Jürgen Flimm wurde ein Kuratorium eingerichtet, dem unter anderem Alfred Biolek, Dieter Gorny und Michael Vesper angehören. In Ergänzung zum Kuratorium engagiert sich der 2005 gegründete Verein der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale für die ideelle und materielle Unterstützung des Festivals.

Die Ruhrtriennale 2013 fand vom 23. August bis 6. Oktober 2013 statt.

Weblinks