Salinos

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Salinos
Salinos
Gründung 1978
Auflösung 1985
Genre Punk
Gründungsmitglieder
Gesang und Gitarre Achim Weber
bis 1982, Gesang, Gitarre, ab 1980 Bass Lotte Würch
bis 1982 Gitarre Peter Stankewitz
bis 1982, Bass, ab 1980 Drums Bert Gossen
bis September 1979, Drums, Trompete Siggi Hermes
Gesang, Akkordeon, Flügelhorn, Minimoog Beate Brosda
Gesang, Akkordeon Gabi Guth
Gesang, Percussion Meggi Pöpping
Wichtige ehemalige Mitglieder
Gesang, Bass Bill Brown ab 1982
Saxophon, Drums Gerd Posny ab 1982
Drums Reinhard Banker (1979/1980)

Die Salinos wurden 1978 in Gelsenkirchen gegründet und waren eine der ersten deutschen Punkbands.

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Geschichte

Die Salinos entstanden aus dem Küchentheater. 1978 machte das Küchentheater eine Nummer über einen „Popstar“, besorgte sich (mit Hilfe seines Freundes Gottfried Tollmann, Fred Banana Combo Wikipedia-Link) elektrische Instrumente und schrieb Lieder. Der erste Auftritt außerhalb des Theaters erfolgte am 26. August 78 beim ersten Gelsenkirchener Punkkonzert im Arminbunker. Das zweite Mal spielten sie zu einer Ausstellungseröffnung Jürgen Kramers am 8. September 1978) in der New Wave-Galerie Art Attack, Wuppertal. Für beide Auftritte verwendeten sie das Kürzel K.O.T.S. (Küchentheater On Tour Secretly).

Die Besetzung der Salinos war klassisch: zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug. Dazu bei einigen Liedern ein oder zwei Akkordeons, Flügelhorn, Trompete und später Minimoog. Soundprägend war jedoch der Frauenchor, der zu jedem Lied beigesteuert wurde. Die Salinos spielten zum größten Teil eigenes Material, setzten dabei „die deutsche Sprache souverän und völlig selbstverständlich ein (und zeigten) einen Sinn für hintergründigen Witz, eine Seltenheit in der ansonsten so bescheuert bierernsten Punk-Szenerie“ (Sounds, Mai 1979). Daneben adaptierten sie in sehr freier Weise Klassiker des deutschen Schlagers.

Ihre im April 1979 veröffentlichte EP mit sechs Stücken war eine der ersten selbstproduzierten Platten der Neuen Welle. Auf dem Cover dieser Single verdeutlichen die Salinos ihre Verbundenheit mit den Ideen der Free International University durch Verwendung des Gelsenkirchener FIU-Stempels Free International University Gelsenkirchen. Außerdem sind Joseph Beuys und seine Honigpumpe auf zwei kleinen Bildern zu sehen.

Die Salinos tourten regelmäßig durch alle Szenekneipen des Ruhrgebiets (u.a. Che’Coolala – Dortmund, Rotthaus – Bochum, Pappschachtel in Buer) und spielten an Unis, besetzten Fabriken, Festivals und wiederholt im Ratinger Hof in Düsseldorf. 1979 traten sie beim Antifaschistischen Festival in Berlin und zum Jahreswechsel beim legendären „Geräusche für die 80-er“ in der Hamburger Markthalle auf.[1]

Die Salinos waren bis 1982 äußerst aktiv. Nach einer Pause ersetzten Bill Brown (Ex-Fred Banana Combo) und Gerd Posny (* 4. September 1953 in Gelsenkirchen , † 17. Juli 2018 in Düsseldorf [2][3]) (Ex-Gesundes Volksempfinden) die ausgeschiedenen Mitglieder Lotte Würch, Bert Gossen und Peter Stankewitz. 1985 war Schluss. Auch danach kamen es verschiedenen Reunions, zuletzt im November 2017 beim Abschiedskonzert der befreundeten Schweizer Band „Baby Jail“, die in den 90-ern den Salinosong „Du Schwein“ gecovert haben.

Veröffentlichungen

  • 1979 präsentiert von the Küchentheater (7") (Eigen K 7901)
  • 1980: Überzeugungstäter - live (MC) (Titanic-Produktion ohne Nummer)
  • 1981: Du siehst nicht aus wie ich ausseh (LP) (Eigen K 0281)

Sampler

  • Antifaschistisches Festival - Live Berlin 1979, Cassette 1980
  • Geräusche für die 80-er, LP 1980
  • Schöner Wohnen – Abber Fixx, LP 1982
  • Antifaschistisches Festival - Live Berlin 1979, LP 2001

Soloveröffentlichungen

  • Sportsmann (Bert Gossen), 7“ EP 1980
  • Titanic (u.a. Siggi Hermes), Single 1980

Ausstellungstext

zu "Im Spannungsfeld des Erweiterten Kunstbegriffs - Gelsenkirchener um Beuys" von Achim Weber

Literatur (Auswahl)

  • Alfred Hilsberg, Neue Deutsche Welle. Eine Discographie deutscher New Wave Platten, in: Rock Session 4, Rowohlt Taschenbuchverlag, Hamburg1980, S. 233, 240
  • Christoph Biermann, Die Salinos, in: Marabo 9/1981, Bolero Verlags- und Produktionsgesellschaft, Bochum 1981, S. 6 - 9
  • Rainer Weber: Komm nach Hagen, werde Popstar. In: Der Spiegel. Nr. 1, S. 5, 102 - 105 (spiegel.de).
  • Christoph Schurian: Die Wüste lebt. Ruhr-Pop als Erfolgsrezept. In: Rock & Pop im Pott. 60 Jahre Musik im Ruhrgebiet. Klartext Verlag, Essen, ISBN 978-3-8375-1593-0, S. 126–139 (Ausstellungskatalog).
  • Thomas Groetz, Kunst – Musik, Deutscher Punk und New Wave in der Nachbarschaft von Joseph Beuys, 2002
  • Jürgen Kramer (Hrsg.), Im Spannungsfeld des erweiterten Kunstbegriffs – Gelsenkirchener um Beuys, Ausstellungskatalog 2010
  • Dr. Theo Grütter, Rock und Pop im Pott, Ausstellungskatalog 2016

Weblinks

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Einzelnachweise