Scholven

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Wappen von Gelsenkirchen

Scholven
Stadtteil von Gelsenkirchen

Höhe 44 m über NN
Fläche 12,3 km²
Einwohner 8994 [1](31. Dez. 2020)
Bevölkerungsdichte 731,3 Einwohner/km²
Ausländeranteil 13 %
Postleitzahl 45896
Vorwahl 0209
Gliederung
Stadtbezirk Nord
Stadtteile

Buer, Hassel, Scholven

Politik
Bezirksbürgermeister Dominic Schneider (SPD)
Verkehrsanbindung
Autobahn Bundesautobahn 52 number.svg
Bundesstraße Bundesstraße 224 number.svg
Bus 247, 255, NE2, SB28
Quelle: Statistikamt Gelsenkirchen
Satellitenbild
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Scholven ist der nördlichste Stadtteil Gelsenkirchens und wird gebildet aus den Teilen Oberscholven (Norden), Nieder- und Mittelscholven (Mitte) sowie Bülse (Süden).

Geographie

Die Stadtteile Gelsenkirchens mit Scholven im Norden

Scholven liegt im Norden Gelsenkirchens und wird im Westen von der Stadt Gladbeck, im Norden von der Stadt Dorsten und im Nordosten von der Stadt Marl, alle im Kreis Recklinghausen, begrenzt. Im Osten und Süden grenzt Scholven an die Gelsenkirchener Stadtteile Hassel und Buer. Neben diesen beiden zuletzt genannten Stadtteilen zählt Scholven zum Stadtbezirk Gelsenkirchen-Nord. Die innerstädtische Grenze wird im Süden von der Straße Nordring und nach Osten hin von der Autobahn A52 bzw. die alte Bundesstraße B224 gebildet. Durch die Aus-/Auffahrt 43 der Autobahn A52 hat Scholven direkten Zugang zum deutschen Autobahnnetz.

Scholven 1820.jpg

Es haben sich zwei Stadtteilzentren gebildet. Zum einen der Bereich des Marktplatzes ‚Im Brömm’ mit Geschäften, Grundschule, Katholischer, Evangelischer und Neuapostolischer Kirche und zum anderen der Bereich um die Bülseschule.

Geschichte

Obwohl bereits im frühen Mittelalter als Sculven erwähnt, war Scholven auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Bauernschaft mit vielen Wiesen und Äckern, mit Wald und Heide, standen Gehöftgruppen, Einzelhöfe der Bauern und Kötterhäuser von Oberscholven bis Niederscholven und Bülse. Scholven war eine der vielen Bauernschaften rund um das Kirchspiel und die Freiheit Buer. Aber schon drang die Kunde von jenseits der Emscher herüber, wie das Vordringen des Steinkohlebergbaus zwischen 1860 und 1873 in Gelsenkirchen Leben und Landschaft veränderte. Die Zechen Dahlbusch in Rotthausen, Wilhelmine Victoria in Heßler, Holland in Ückendorf und Nordstern in der alten Freiheit Horst begannen in diesen Jahren mit der Förderung. Nach der Abteufung der Zeche Hugo in Buer 1873 und dem Beginn der Kohleförderung im Jahre 1877 rückte die Industrie näher. Die Hibernia-Zechen im Buerschen Norden begannen mit dem Abteufen des jeweils ersten Schachtes auf Bergmannsglück 1903, auf Westerholt 1907 und schließlich in Scholven 1908. Die Förderung begann in Scholven im Jahre 1910.

Gleichzeitig mit dem Bau der Zechenanlage Scholven und der Kokerei entstand in wenigen Jahren die „Zechenkolonie“. Schmucke Zwei- und Vierfamilienhäuser, alle mit eigenem Garten und Stall, waren von den Bergarbeitern begehrt, lockten die Landsleute aus vielen deutschen Provinzen, vornehmlich aber aus Ostpreußen und Schlesien, in das neue Bergarbeiterviertel.

Noch lange nach dem Bau der Zeche und Zechenkolonie, der Kokerei und des Hydrierwerkes (der späteren Scholven-Chemie, heute BP Gelsenkirchen) blieb Scholven der Stadtteil mit der größten landwirtschaftlich genutzten Fläche vor allem im nördlichen Bereich jenseits des Zechentores an der Glückaufstraße. Schon nach der Übernahme des Hydrierwerkes durch die Hibernia AG im Jahre 1935 und der Ausweitung des Werkes zur VEBA-Chemie (Ruhr-Öl GmbH) nach Westen bis über die Grenze der ursprünglichen Zechenkolonie hinaus, vor allem aber nach Osten und Norden bis zum Bellendorfsweg ging immer mehr Bauernland an diesen Industriegiganten verloren. So ist inzwischen jeder Grenzgang in den Ortsteil Hassel verbaut; ist fast vergessen, dass diese beiden Ortsteile einen vormals fußläufig leicht erreichbaren Nordfriedhof an der Pawiker Straße hatten, dessen Reste noch vorhanden sind.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Industrieanlagen ebenso wie die sonstigen Gebäude des Stadtteils weitestgehend zerstört.

Kraftwerk Scholven von Nordwesten

Die Aufschüttung der ersten Großhalde nach dem Zweiten Weltkrieg an der nördlichen Feldhauser Straße, der Bau des Großkraftwerkes (ehemals Veba Kraftwerke Ruhr AG (VKR), heute E.ON Kraftwerke GmbH seit 1968 nördlich der ehemaligen Zechenanlage und die Aufschüttung der zweiten Großhalde östlich der alten Dorstener Straße im Bereich Auf der Kämpe sind die letzten Stationen der Industrieausweitung und des Rückgangs der Bauernschaft auch im Norden des Stadtteils. Das 1988 erbaute Gipswerk hat dann noch die alte Schrebergartenanlage an der Feldhauser Straße verdrängt. Jedoch ist dies durch die Schaffung einer schönen neu angelegten Kleingartenanlagen westlich der Buddestraße und südlich der Metterkampstraße kompensiert worden.

Öffentlicher Personennahverkehr

Im öffentlichen Personennahverkehr Scholvens verkehren die Buslinien 247, 255 und der Nachtexpress NE2 der Vestischen Straßenbahnen GmbH (Vestische) sowie die Schnellbuslinie SB 28 der Busverkehr Rheinland GmbH (BVR).

Wirtschaft

Wichtigste Wirtschaftsfaktoren und Arbeitgeber im Stadtteil sind die folgenden Unternehmen:

Einzelhandel

Im Bereich Feldhauser Straße, Im Brömm und Metterkampstraße finden sich zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte; darunter Bäckerei/Café, Metzgerei, Drogeriemarkt und Apotheke, Bankfilialen, Versicherungen, Fahrschulen, Kioske, Schreibwarengeschäft, Gaststätten und Imbiss sowie der Vollsortimenter REWE Baum und KiK-Textildiscount. Die alteingesessenen Geschäfte Möbel Hüve und Gardinen Stieglitz sorgen seit Jahrzehnten für Wohnambiente. In dezentraler Lage befinden sich weitere Lebensmitteldiscounter in der Nienkampstraße und am Scheideweg sowie in Bülse.
Mittwoch und Freitags findet auf dem Marktplatz Im Brömm ein Wochenmarkt statt.

Bildung

Im Stadtteil gibt es 2 Schulen: die Gemeinschaftsgrundschulen Bülsestraße und Im Brömm. Für den Besuch von Schulen der Sekundärstufe (Haupt-, Real-, Gesamtschulen oder Gymnasien) muss der benachbarte Stadtteil Buer genutzt werden.

Sport

Besondere Bedeutung hat in diesem Stadtteil der Schießsport. In Bülse ist der Luftgewehr-Bundesligist BSV Buer-Bülse 1926 e.V. zu Hause. Im ländlich geprägten Oberscholven wird vor allem Reitsport betrieben. Daneben gibt es auch noch Fußballvereine und einen Tennisclub.


Bevölkerungsentwicklung

In den zwanziger Jahren lag die Einwohnerzahl um die 8500 Personen, kurz nach dem Krieg (1946) war mit 4920 Einwohnern der Tiefpunkt erreicht. Seinen Höhepunkt erlebte Scholven in den achtziger Jahren mit einer Zahl von 12.025 Einwohnern (1980). Danach waren die Einwohnerzahlen rückläufig und lagen 2012 bei 9.218 Einwohnern. Nach leichtem Ansteigen bis 2015 (9.471 Einwohner) nahm die Einwohnerzahl danach wieder ab.

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Literatur

  • Moritz Grän: Erinnerungen aus einer Bergarbeiterkolonie im Ruhrgebiet. 1983 (Volltext als PDF)

Einzelnachweise

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