Siedlung Flöz Dickebank

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Siedlung Flöz Dickebank
Virchow.JPG
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Flöz Sonnenschein / Flöz Dickebank / Virchowstraße / Ulmenstraße / Ottilienaustraße
Stadtteil: Ückendorf
Baujahr: ab 1870
Seit wann in Denkmalliste: 28.01.2008
Bemerkung: Bauherren: Zeche Vereinigte Rheinelbe & Alma, Zeche Holland
Dokument der Denkmalbehörde: DB03.pdf
Forum: GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum
Lagekarte
Die Karte wird geladen …
Zentraler Platz in der Siedlung
Blick in die Gärten der Siedlung

Die Arbeitersiedlung Siedlung Flöz Dickebank in Ückendorf wurde ab 1868 für die Bergleute der Zechen Holland, Alma und Rheinelbe geplant. Die ersten Gebäude der Siedlung wurden 1872 errichtet und bis zum Jahr 1976 wurde die Siedlung um Gebäude im Stil der jeweiligen Epoche ergänzt.

Die drei Zechen fusionierten 1873 zur Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft. Der ursprüngliche Name der Arbeiterkolonie war Ottilienaue.

Geschichte

Bekannt wurde Flöz Dickebank durch den Widerstand der Bewohner gegen die geplante Kahlschlagsanierung in den 1970er Jahren. 1974 wurden von der Stadtverwaltung Gelsenkirchen und der Eigentümerin Rheinisch-Westfälische Wohnstätten AG der Abriss der Siedlung beschlossen. Anstelle der Arbeiterkolonie mit ihren Zwei- und Vierfamilienhäusern sollten 4- bis 12-geschossige Plattenbauten entstehen.

In der Dickebank formierte sich der Widerstand der Bevölkerung, die sich in einer Bürgerinitiative organisierte. 1976 fand hier der Kongreß zur Erhaltung von Arbeitersiedlungen statt. Unterstützt wurden die Bewohner von der damals entstehenden Häuserkampf-Bewegung. So dokumentierten Studenten der Berliner Filmakademie 1975 den Widerstand der Bewohner in dem parteinehmenden Film.

Trotz Zwangsräumungen und Zumauerns einzelner Häuser gaben die Mieter nicht nach und gewannen schließlich den Kampf um ihre Häuser. Ab 1979 wurde die Siedlung modernisiert und blieb bis heute erhalten. Noch heute organisiert die Mieterschaft in einem Gemeinschaftsgebäude politische Veranstaltungen und gemeinsame Treffen.

Der siegreiche Widerstand der Bewohner um Flöz Dickebank gilt vielen als Grundstein für einen sich andeutenden Paradigmenwechsel: von Stadtplanern hin zu menschenwürdigeren Lebenswelten. Anfang 2012 jedoch bekundete der derzeitige Eigentümer Deutsche Annington, die Siedlung verkaufen zu wollen; und seitens der Anwohner wurde eine Einzelprivatisierung befürchtet.[1] Am 21. Juni 2012 wurde bekannt, das die Bochumer Häusser-Bau die Siedlung von der Deutschen Annington erworben hat.[2]

Schlagzeile 1974

Eine Bürgerinitiative protestiert gegen den geplanten Abriss der Siedlung Flöz Dickebank in Ückendorf, die 1873 als Siedlung Ottilienau von der Zeche Rheinelbe errichtet worden war.

Die Rheinisch-Westfälische Wohnstätten AG, Eigentümerin der Siedlung, wollte 61 Häuser abreißen lassen, um dort mit Hilfe von Landesmitteln 750 neue Wohnungen zu bauen, für die sie erheblich höhere Mieten hätte verlangen können.

Eine von der Bürgerinitiative durchgeführte Umfrage ergab, dass 95 % der Bewohner in der Siedlung bleiben wollen. Gelsenkirchens Oberstadtdirektor Heinrich Meya erreicht in Verhandlungen mit der Wohnstätten AG, dass ein Großteil der Häuser erhalten bleibt.

Lage

Zu den Straßenzügen zählen Virchowstraße zwischen Bochumer Straße und Ottilienaustraße, Ulmenstraße, Flöz Dickebank und Flöz Sonnenschein. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bochumer Straße liegen Häuser an der Stephanstraße und Rudolfstraße, die speziell für die Steiger errichtet worden waren.

Die Siedlung Flöz Dickebank ist heute Teil der Route der Industriekultur und steht als Denkmalbereich Wohnsiedlungen auf der Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen.

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum

Einzelnachweise

  1. Artikel in der WAZ
  2. Artikel in der Immoblilien-Zeitung


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Siedlung Flöz Dickebank“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. Januar 2009 (Permanentlink) und steht unter der Lizenz Creativ Commons Attribution/Share-Alike 3.0 (Unported). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.