St. Josef (Scholven)

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St. Josef

St. Josef war eine katholische Kirche in der Buddestraße 37 im Ortsteil Scholven. Sie gehörte zur Pfarrei St. Urbanus.

ehemalige Orgel

Geschichte

Die erste „Kirche“ in Scholven war eine Schulbaracke an der Heidestraße, in der seit dem 12. Juni 1912 die Sonntagsmesse gefeiert wurde. Nach einer Übergangszeit auf dem Flur der neu erbauten kath. Vincke-Schule stand ab dem 3. Advent 1913 der neu errichtete Saal des Gastwirts Venemann (Scheideweg/Baulandstraße) für den Gottesdienst zur Verfügung. Die Pfarrei „St. Josef“ (Patron der Arbeiter) wurde am 1. November 1916 errichtet, mit der Morgengabe der Muttergemeinde St. Urbanus: der Glocke aus dem Jahr 1688. Sie ist heute Wandlungsglocke.

Nach dem 1. Weltkrieg konnte 1923-25 die erste Kirche an der Feldhauser Straße errichtet werden. Die Industrie hielt weiteren Einzug mit dem „Werk“, das bereits 1935 aus Kohle Benzin herstellte. Ab 1938 wuchs der Orsteil Bülse mit einer bis heute vorbildlichen Siedlung. Der 2. Weltkrieg walzte die Industrie unter den Bomben nieder, aber auch viel Wohnraum und 1944 die Pfarrkirche. Zum Schutz der Bevölkerung baute man 5 Hochbunker, die noch heute wie Mahnmale stehen. Es gab kaum Todesopfer. Die Gemeinde versammelte sich wieder im Saal Vennemann, bis dieser infolge von Bombenschäden am 25. März 1945 einbrach, dann im Saal Naber (Scheideweg/Schwedenstraße).

Nach dem Krieg wurde an der Feldhauser Straße eine Notkirche errichtet, die bis zum Bau der heutigen Kirche genutzt und schließlich 1980 abgerissen wurde.

Mit der Hilfe aus der Gemeinde und von Freunden konnte Weihnachten 1947 der neue Gottesdienstraum fertiggestellt werden. Gleichzeitig wurde auch mit dem Wiederaufbau des alten Pfarrhauses begonnen, das 1949 bezogen werden konnte. 1958 wurde der Kindergarten und das Jugendheim eröffnet. 1959 erfolgte die Weihe und die Aufstellung des Bülser-Kreuzes.

Grabstein Christoph Wallmeyer auf dem alten Friedhof in Buer

Pfarrer Christoph Wallmeyer ist dafür zu danken, daß durch seine Bemühungen schon 1961 die Don-Bosco-Schwestern die Leitung des Kindergartens und einen Teil der Jugendarbeit übernahmen. 1967 konnte dann auch das Schwestern-Wohnheim am Kindergarten fertig werden.

Am 6. Mai 1973 weihte Bischof Franz Hengsbach die neue Kirche ein. Ein passendes Gotteshaus - modern und schön zugleich. Ursprünglich war die Kirche als achteckiger Sakralbau mit angegliedertem Gemeindehaus und ohne Turm vorgesehen. Der sechseckige mehr als 80 m hohe Glockenturm, der etwas abseits der Kirche steht, wurde erst im Jahr 1974 errichtet. Er beherbergt vier Glocken: Vitus, Maria, Christopher und Josef.

Die Pläne für die Kirche stammten von dem Architekten Paul Günther.

Eine von Rudolf von Beckerath Orgelbau GmbH, Hamburg, gebaute Orgel konnte am 20. November 1983 eingeweiht werden. Die Orgel hat insgesamt 1682 Pfeifen, davon 105 aus Holz. Die größte ist bei einen Durchmesser von 14,8 cm 3,20 m lang, die kleinste ist 20 cm lang und hat einen Durchmesser von 4 mm.

Die Kirche beherbergte die aus dem Mittelalter stammende Plastik der Anna Selbdritt, die ursprünglich in der Anna-Selbdritt-Kapelle in Oberscholven beheimatet war.

Am Pfingstmontag 21. Mai 2018 fand die letzte Messfeier statt. Nach einem geplanten Abriss soll auf dem Grundstück ein Bau für seniorengerechter Wohnungen oder einer Pflegeeinrichtung entstehen.[1]

Die demontierte Orgel wurde 23. Dezember 2018 in der evangelischen St.-Georgs-Kirche in Dettingen unter Teck eingeweiht.

Christoph Wallmeyer

Christoph Wallmeyer (* 17. April 1904 in Lette/Oelde, † 6. Juni 1978). Nach seinem Studium in Münster empfing er am 5. April 1930 in Hohen Dom zu Münster durch den damaligen Bischof Johannes Poggenburg die hl. Priesterweihe. Seine erste Tätigkeit als Kaplan war von 1930 bis 1936 in Münster St. Elisabeth. Es folgte von 1936 bis 1945 sein Wirken in der Liebfrauen-Gemeinde in Beckhausen. Am 30. Oktober 1945 ernannte ihn Bischof Clemens August von Galen zum Pfarrer von St. Josef. Nach der Einführung am 16. Dezember 1945 in der Notkirche an der Schwedenstraße setzte er sich für den Wiederaufbau der im Krieg völlig zerstörten Kirche an der Feldhauser Straße ein.[2]

Quelle

Kirchen gaben der Stadt den Namen - Katholisches Stadtsekretariat Gelsenkirchen - 1986

Weblinks

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Einzelnachweise