Stadthafen

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
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Hafen Gelsenkirchen
Der Handelshafen mit dem Abzweig ins Industriehafenbecken
Gastanks an der Südseite im Industriehafen
Getreideverladung im Industriehafen
Hafeneinfahrt 1921
Der Hafen 1920

Der Stadthafen liegt am Rhein-Herne-Kanal. Er ist ein bedeutender Umschlagplatz für Mineralölprodukte und zweitwichtigster Binnenhafen für Getreide in Nordrhein-Westfalen. Der Gesamtumschlag betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich über 2 Mio. t pro Jahr (davon ca. 1,2 Mio. t Wasserumschlag). Betrieben wird er von der Gelsenkirchener Logistik-, Hafen- und Servicegesellschaft (Gelsen-LOG), einem Tochterunternehmen der Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW).

Geschichte

Der Antrag zum Bau eines Hafens in Gelsenkirchen wurde am 9. November 1911 genehmigt. Das Gelände für den Bau wurde auf dem Gut Haus Goor gefunden, und konnte im Austausch mit einem ebenso großen Gelände erworben werden. Am 28. August 1912 erfolgte der erste Spatenstich durch den damaligen Bürgermeister von Gelsenkirchen, Theodor Machens. Die Bauarbeiten wurden von der Vereinigten Eisenbahn-, Bau- und Betriebsgesellschaft Berlin durchgeführt. Eröffnet wurde der Hafen am 13. Juli 1914. Drei Tage später legte der Motorsegler "Elisabeth" als erstes Schiff am Hafen an und löschte 200 Tonnen Zucker. Zu den ersten Unternehmen die sich am Hafen ansiedelten gehörte die Müller & Co. KG, die Kalthoff & Söhne KG sowie die Rhenania Schifffahrts- und Speditions AG. 1927 wurde eine öffentliche Zollniederlage (Zollamt) errichtet. Am 27. April 1932 unterzeichneten Vertreter der Stadt Gelsenkirchen und Vertreter der Speditionen und Reederei aus Gelsenkirchen einen Gesellschaftervertrag und gründeten damit die Gelsenkirchener Hafenbetriebsgesellschaft mgH, heute eine eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Gelsenkirchen.[1]


Güterumschlag von 1946-1993

Jahr Schiffe Wasserumschlag t Gesamtumschlag

Schiff u. Bahn t

1946 172 61.751 180.267
1948 340 89.600 237.320
1950 494 169.003 323.553
1952 619 229.275 416.821
1954 1.156 441.306 709.250
1956 1.949 856.296 1.428.228
1958 2.365 1.185.210 1.798.865
1960 2.039 1.018.443 1.870.564
1962 1.728 860.120 1.618.091
1964 1.789 866.175 1.543.660
1966 1.376 741.947 1.223.270
1968 2.o66 1.257.744 1.671.752
1970 2.034 1.295.794 1.814.861
1972 2.063 1.269.799 2.177.733
1974 2.429 1.489.259 2.297.233
1976 2.017 1.098.310 1.681.586
1978 1.927 1.129.271 1.642.475
1980 1.763 1.175.413 1.675.206
1982 1.948 1.391.656 1.800.939
1984 1.663 1.149.086 1.745.210
1986 1.886 1.428.948 2.086.998
1988 2.256 1.734.083 2.442.188
1989 2.342 1.866.941 2.592.752
1990 2.038 1.608.497 2.522.721
1991 1.942 1.560.384 2.480.255
1992 2.272 2.066.668 3.148.845
1993 1.993 1.819.502 2.891.661

[2]


Heutiger Zustand

Heute umfasst das Hafengebiet 1,2 Mio m² Gesamtfläche und zwei Hafenbecken (Handels- und Industriehafen) mit einer Wasserfläche von 117 800 m². Es können Koppel und 2-er Schubverbände oder größere Motorschiffe mit einer Abladetiefe von bis zu 2,8 m bzw. mit einer Ladefähigkeit von bis zu 4 800 t gelöscht werden. Angeschlossen ist das Hafengebiet an das Schienennetz der DB Netz. Außerdem existiert eine nichtöffentlich betriebene Eisenbahn mit 18,4 km Gleisnetz die einen Jahresumschlag von ca. 1 Mio. Tonnen erreicht.

Für die Zukunft wird die Errichtung eines Containerterminals geprüft und die Möglichkeit in Kooperation mit anderen Binnenhäfen Containerzugverbindungen zu deutschen Seehäfen aufzubauen.

Übersicht für den Güterumschlag im Jahr 2002:

Güterbereich
Güterumschlag
in 1 000 t
Landw. Erzeugnisse
195
Nahrungs- und Futtermittel
57
Kohle
52
Mineralölprodukte
265
Schrott, NE-Metallerze
110
Eisen, Stahl und NE-Metalle
313
Steine und Erden
50
Chemische Erzeugnisse
219
Investitionsgüter
7
Verbrauchsgüter
1
Summe
1.269

[3]

Einzelnachweise

  1. Festschrift 75 Jahre Stadthafen Gelsenkirchen
  2. Festschrift 80 Jahre Hafen Gelsenkirchen
  3. Wasserstraßenverkehrs- und Hafenkonzept NRW, 2004

Weblinks

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