Steag

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Steag GmbH
Unternehmensform GmbH
Gründung 20. September 1937
Unternehmenssitz Rüttenscheider Str. 1-3
45128 Essen
Unternehmensleitung

Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung

Mitarbeiter ca. 6.575
Umsatz 2,9 Mrd. EUR (Stand: 31. Dezember 2018)
Branche Energie
http://www.steag.com

Die Steag (eigene Schreibweise entweder STEAG oder steag, vom früheren Namen Steinkohlen-Elektrizität AG) mit Sitz in Essen ist der fünftgrößte deutsche Stromerzeuger; seine Gesellschafter sind seit 2014 das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr (KSBG).

Steag-Zentrale 2011

Aktivitäten

Die Steag betreibt acht Steinkohle- und ein Raffineriekraftwerk in Deutschland und hat drei Standorte im Ausland (in der Türkei, in Kolumbien und auf den Philippinen). Weiterhin stellt die Steag Strom in Industriekraftwerken und Anlagen zur dezentralen Energieversorgung her. Die installierte elektrische Gesamtleistung national und international beträgt rund 10.000 Megawatt. Weitere Geschäftsgebiete des Unternehmens sind Energiedienstleistungen, Fernwärme, erneuerbare Energien (Biomasse, Geothermie, Biogas) und Handel mit Kohle sowie CO2-Zertifikaten. Die Steag-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 mit 6.493 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,6 Milliarden € und ein EBITDA von 354,2 Millionen €.

Kraftwerksstandorte

Standorte von Großkraftwerken (diverse kleinere Anlagen sind nicht aufgeführt):

Kraftwerk Standort (Land, Ort) Primärenergieträger
Kraftwerk Consol Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen-Schalke, Gewerkenstraße 38
Kraftwerk Bergkamen Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Bergkamen Steinkohle
Kraftwerk Bexbach Deutschland, Saarland, Bexbach Steinkohle
Kraftwerk Herne Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Herne-Baukau Steinkohle
Kraftwerk Köln-Godorf Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Köln-Godorf Raffineriegas und -öl, Erdgas
Kraftwerk Leuna Deutschland, Sachsen-Anhalt, Leuna Raffineriegas und -öl, Erdgas
Kraftwerk Lünen Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Lünen Steinkohle
Kraftwerk Voerde Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Voerde Steinkohle
Kraftwerk Völklingen-Fenne Deutschland, Saarland, Völklingen-Fenne Steinkohle, Grubengas, Erdgas
Kraftwerk Walsum Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Duisburg-Walsum Steinkohle
Kraftwerk Weiher Deutschland, Saarland, Quierschied-Weiher Steinkohle, Grubengas
Kraftwerk Iskenderun Türkei, Iskenderun Steinkohle
Kraftwerk Mindanao Philippinen, Mindanao Steinkohle
Kraftwerk Termopaipa Kolumbien, Boyacá, Paipa Steinkohle

Neben diesen Großkraftwerken betreibt die STEAG direkt oder über Contracting zahlreiche kleinere Kraft- und Heizkraftwerke, darunter viele auf Basis Erneuerbarer Energien und/oder in Kraft-Wärme-Kopplung, unter anderem:

  • Biomasseheizkraftwerk Warndt, mit ORC-Prozess, auf dem Gelände der ehemaligen Grube Warndt bei Karlsbrunn, Saarland
  • Biomasseheizkraftwerk Flohr, Neuwied, Rheinland-Pfalz
  • Geothermiekraftwerk Erding, Erding, Bayern
  • Windpark Scholven, Windpark auf der Halde Oberscholven, Nordrhein-Westfalen
  • Kraftwerk Lünen-Stummhafen der Trianel 750 MW, Steinkohle, Stummhafen Lünen, Nordrhein-Westfalen

Großbatterie-Systeme

Die Steag investierte bis Anfang 2017, ohne Fördermittel in Anspruch zu nehmen, 100 Millionen Euro in sechs Großbatterie-Systeme an sechs deutschen Standorten: Lünen, Herne und Duisburg-Walsum in Nordrhein-Westfalen sowie Bexbach, Völklingen-Fenne und Weiher im Saarland. Jedes Großbatterie-System besteht aus zehn Containern und kann 15 MW Primärregelleistung über 30 Minuten erbringen, somit 7,5 MWh. Die Gesamtkapazität ist deutlich größer als 45 MWh, mehr als 120 MWh.[2]

Mit dem am Kraftwerk Völklingen-Fenne installierten LESSY-System hat Steag als einer der ersten Anbieter überhaupt von Februar 2014 bis Ende Februar 2016 eine Großbatterie (1 MW Leistung) für die Primärregelleistung genutzt.

Geschichte

Bis 1937 war die Stromerzeugung der Bergwerkskonzerne von Einzelüberlegungen bestimmt gewesen; die Gründung der Steinkohlen-Elektrizität AG – oder kurz STEAG – Am 20. September 1937 wurde das Unternehmen als Steinkohlen-Elektrizität AG in Lünen gegründet. Denn dabei handelte es sich um eine Gemeinschaftsgründung des Ruhrbergbaus, genauer des Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat (RWKS), der Gutehoffnungshütte, der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, der Harpener Bergbau AG und der Essener Steinkohlenbergwerke AG Seit Februar 2002 gehörte Steag vollständig zum RAG-Konzern, nachdem dieser die Steag-Anteile der RWE und der E.ON erworben hatte. Zum 2. Januar 2007 wurde die AG in eine GmbH umgewandelt. Die RAG-Tochter RAG Beteiligungs-AG, in der die RAG ihre Industriebeteiligungen hielt (Degussa, Steag, RAG Immobilien), wurde am 12. September 2007 in Evonik Industries umbenannt. Unter dem Namen Evonik Steag fungierte die ehemalige Steag als Geschäftsfeld Energie der Evonik Industries.

Am 19. Dezember 2010 wurde der Vertrag über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung von 51 % an Evonik Steag an das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr, einen Zusammenschluss von 7 Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet (die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung, die Energieversorgung Oberhausen sowie die Stadtwerke Dortmund, Bochum, Essen, Dinslaken und Duisburg) unterzeichnet. Der Verkauf wurde am 2. März 2011 wirksam.[1] Nach einer Frist von 5 Jahren soll der Verkauf der restlichen 49 % durch Evonik an das Bündnis der Stadtwerke für rund 600 Millionen € umgesetzt werden.[2] Am 8. Juni 2011 entfiel der Namensbestandteil Evonik; das Unternehmen firmiert seitdem wieder unter dem alten Namen STEAG. Im September 2014 wurden diese 49 Prozent transferiert (Preis: 570 Mio. Euro). Die zuständige Bezirksregierung teile im November 2014 mit, im Rahmen des Genehmigungsverfahren u.a. noch zu prüfen, ob die Übernahme des Auslandsgeschäfts mit § 107 der Gemeindeordnung NRW vereinbar ist. Später genehmigte sie die Transaktion. Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag NRW (Dietmar Brockes) bezeichnet dies als einen Skandal.

Im November 2016 kündigte Steag an, fünf Kohlekraftwerksblöcke im Jahr 2017 stilllegen zu wollen. Hierfür wurden verbindliche Stilllegungsanträge bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Dabei es sich um einen Block des Kraftwerks Herne, zwei Anlagen in Voerde sowie die Kraftwerke Bexbach und Weiher. Der Standort Voerde am Niederrhein mit den Kraftwerken Voerde A/B (1.522 MW) und West 1/2 (712 MW) wurde am 31. März 2017 geschlossen. Der Block 3 des Kraftwerks Herne wurde am 30. Juni 2017 stillgelegt. Die saarländischen Kraftwerke Bexbach und Weiher wurden dagegen von Amprion zumindest bis 2019 als „systemrelevant“ eingestuft und befinden sich im Reservebetrieb. Am 2. März 2018 wurde zusätzlich das Aus für die beiden Blöcke des Kraftwerks Lünen im Jahr 2019 bekanntgegeben.

Sonstiges

Steag war von 2004 bis 2007 Hauptsponsor von Rot-Weiss Essen.

Weblinks

Einzelnachweise