Stephanuskirche

Aus Gelsenkirchener Geschichten Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Stephanuskirche
Stephanus 2019 05 12.JPG
Art des Denkmals: Baudenkmal
Standort: Westerholter Straße 92-94
Stadtteil: Buer
Baujahr: 1968-70
Seit wann in Denkmalliste: 06.07.2004
Bemerkung: Architekten: durch den Architekten N.W. Heinen, Darmstadt, nach Plänen des Architekten Peter Grunds, Darmstadt
Dokument der Denkmalbehörde: A327.pdf
Forum: GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum
Lagekarte
Die Karte wird geladen …
Stephanuskirche

Die Stephanuskirche ist eine evangelische Kirche in Buer an der Westerholter Straße.

Die Stephanuskirche wurde von 1968 bis 1970 nach Plänen des Architekten Peter Grund aus Darmstadt er­baut. Die Grundform des Kirchbaus ist entwickelt aus dem Dreieck. Zwei Dreiecke, ein spitz­winkliges als Grundfläche des Hauptbaus und ein stumpfwink­liges als Grundfläche der sogenannten Tageskapelle bilden den Grund­riss. Gleichfalls ein Dreieck bilden Taufstein, Kanzel und Altar. So­gar die Schleierbretter über den sichtbaren Pfeifen der Orgel zeigen auf der Spitze stehende Dreiecke.

Ausstattung

Glasbetonfenster

Die Glasbetonfenster, wieder als Dreiecke, gewinnen über dem Altarraum ihre größte Höhe. Sie wurden durch Inge Vahle (Darmstadt) gestaltet. So ist die Stephanuskirche, lange bevor die Ev. Trinitatis Kirchengemeinde Buer gegründet wurde, auf Grund dieser Symbolik zur Trinitatiskirche geworden.

„Die Blickbewegung wird aus den tiefen, abschirmenden Blau­tönen in hellere und aktivere Schichten geleitet, ruht bei neutralen und Übergangsfarben aus, um dann hochgeleitet zu werden in den Bahnen der lichten Gelbtöne. Diese helleren Lichtträger bewirken ihrerseits wieder ein Abwärtsströmen, eine Mitteilung des Lichtes in den Raum hinab, eine Ausgießung des Elementes, das alles Leben bedingt." (Inge Vahle)“

Altarwand

1991 wurde die Altarwand von Josef Baron, einem Maler und Bildhauer aus Unna-Hemmerde gestaltet. Der lebensgroße Bronze-Corpus stellt den triumphierenden, auferstandenen Jesus dar. Bewusst vermeidet die Altarwand die Farben der Fenster. Wie dort weitet sich auch hier die helle Farbe zur größten Höhe hin. Bis dahin diente ein emailliertes Kreuz aus Kupfer über dem Altar, gestaltet und gestiftet von der Witwe Peter Grunds, als Ersatz. Heute ist das Kreuz in der Eingangskapelle angebracht. Die darunter liegenden Steine erinnern an die Steinigung des Stephanus', dem ersten Märtyrer.

Glocken

Die 4 Bronzeglocken (g', b', c", es") wurden 1970 bei der Glocken- und Kunstgießerei Rincker (Sinn/Dillkreis) gegossen.

Beckerath-Orgel

Die Beckerath-Orgel wurde 1975 von der Hamburger Orgelbauwerkstatt Rudolf von Beckerath erbaut. 19 Register verteilen sich auf zwei Manuale (die jeweils 56 Tasten werden mit den Händen gespielt) und dem Pedal, dessen 32 Tasten mit den Füßen gespielt werden. Ein Register ist eine Pfeifenreihe mit mindestens einer Pfeife pro Taste. Bei einigen Registern erklingen bis zu 5 Pfeifen pro Taste. Die Register unterscheiden sich in der Tonhöhe, der Bauform und dem Material. Die Pfeifen des oberen Manuals stehen in einem Kasten, dessen Türen per Fußtritt verschließbar sind (Schwellwerk). So ist eine dynamische Schattierung möglich. Tonhöhe: Die Länge einer Pfeife regelt die Tonhöhe. Diese wird mit einem alten Maß, dem Fuß (etwa 30 cm) angegeben. Je länger die Pfeife umso tiefer ist der Ton. Jede Pfeife kann nur einen bestimmten Ton in einer bestimmten Klangfarbe und Lautstärke erzeugen, so dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Pfeifen benötigt werden. In unserer Orgel sind es 1.452 Pfeifen.

Die 1.352 Metallpfeifen sind aus einer ZinnBlei-Legierung hergestellt, wobei der Zinnanteil zwischen 40 und 75% liegt. Bei den 100 Holzpfeifen wurde Eiche und Mahagoni verwendet.

Sonstiges

Geschichte

Mitte der 2010er Jahre verkaufte die Gemeinde ihre Kirche an einen privaten Investor. Dieser lässt das umliegende Grundstück mit einem Seniorenheim bebauen. Für die Fertigstellung[1] wurde Sommer 2020 angegeben. Dafür wurde das ehemalige Gemeindehaus abgerissen. Für die Kirche wurde eine Mitnutzung durch das entstehende Seniorenheim angedacht.[2] Die evangelische Gemeinde ließ sich vom neuen Eigentümer auf zehn Jahre eine Nutzungsmöglichkeit zusichern.

Die Stephanuskirche ist von Mai bis Oktober auch außerhalb der Gottesdienste und Veranstaltungen Dienstags und Donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, und steht seit dem 06. Juli 2004 auf der Denkmalliste der Stadt Gelsenkirchen.

Quelle

Weblinks

GG-Icon.png Thematisch passender Thread im Forum
GG-Icon.png Thematisch passender Beitrag in den Gelsenkirchener Geschichten

Einzelnachweise

  1. Vgl. Lena Reichmann: Das Seniorenheim an der Stephanuskirche nimmt Formen an, auf: waz.de, 7. November 2019, Abrufdatum: 25. Oktober 2020.
  2. Vgl. Im Schatten der Stephanuskirche, auf: kirchegelsenkirchen.de, 19. August 2020, Abrufdatum: 25. Oktober 2020.