Theodor Kummer

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Dr. phil. Theodor Kummer (* 8. Juli 1857 in Saarn bei Mühlheim/Ruhr, † 2. August 1938 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Schriftsteller.

Theodor Kummer wurde 1857 in Saarn bei Mühlheim/Ruhr geboren, und war Gymnasiallehrer am Schalker Gymnasium Gelsenkirchen. Er starb am 2. August 1938 in Gelsenkirchen.

Leben

Kummer begriff sich als Vorreiter einer neu verstandenen Poesie, die die Industriedichtung mit dem neuen Technik- und Maschinenzeitalter versöhnen wollte. Auch wenn seine "Versöhnungs-Poesie" für die weitere Entwicklung der lokalen und regionalen Literatur problematisch, vielleicht sogar verhängnisvoll war, so ist Theodor Kummer als Motor ihres Entstehens, Fortschreitens und ihrer Entfaltung nicht wegzudenken. Adolf Wurmbach, ein aus dem Siegerland nach Gelsenkirchen zugezogener Lehrer und Autor, eignete ihm daher völlig zu Recht im Jahre 1922 seinen Gedichtband "Die schwarze Stadt" mit den Worten "dem Nestor der Industriedichtung" zu. Und diese Charakterisierung gilt nicht nur für Kummers Gelsenkirchener Rolle, sondern durchaus, zumindest zum Teil, für die Industriedichtung des Ruhrgebietes überhaupt. Es war schließlich Theodor Kummer selbst, der zeitlebens zum Vorkämpfer für ein schöneres Bild der Stadt Gelsenkirchen und der Region wurde. Stets fühlte er sich berufen, für eine "Verteidigung der Heimat", nach einem Wort von Michael Klaus, einzutreten. Seine heimatapologetischen Versuche koppelte Kummer zugleich an den Vorschlag einer "Poesie im Industriezeitalter", den er als Antwort auf alle kritischen Stimmen formulierte. Theodor Kummer leistete mit seiner "Verteidigung der Heimat" der Literatur seiner Region einen schlechten Dienst. Denn der in der Provinz Gelsenkirchen und auch darüber hinaus als Autorität akzeptierte Schalker Lehrer und Autorenmentor rammte mit seinem Konzept einer "Poesie im Industriezeitalter" Pflöcke ein, an denen sich niemand traute zu rütteln. Sie fixierten auf lange Zeit die Auffassungen der Autoren, die sich der Wirklichkeit ihrer Stadt und ihrer Umgebung literarisch näherten. Kummers ästhetische Vorstellungen sollten weiterwirken und die Literatur, die sich der Industriewelt Gelsenkirchens und der Region annahm, noch lange Zeit mitbestimmen. Kummer formulierte eine vorbehaltlose Zustimmung zum wilhelminischen Deutschland und seinen gesellschaftlichen Zuständen. (Knorr 1995)

Herausgabe

  • Poesie im Industriezeitalter. Gelsenkirchen: Munstermann 1911 (StB Mönchengladbach, StUB Köln).

Unselbständige Veröffentlichungen über Kummer

  • K. Haas: Fehde um Gelsenkirchen. Drei Dichter: Philipp Witkop, Theodor Kummer, Adolf Wurmbach, in: Gelsenkirchen in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Jg. 1. Gelsenkirchen 1948, S. 134-147.

Quelle