Wilhelm Rosowski

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Wilhelm Rosowski (* 16. Mai 1918 in Gelsenkirchen; † 28. September 1968 ebenda) war ein deutscher Kommunalpolitiker und Agent.

Leben

Wilhelm Rosowski erlernte nach der Volksschule den Beruf des Bäckers und Konditors, den er nach der Gesellenprüfung bis 1938 ausübte. Es folgen die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und zum Wehrdienst bei der Luftwaffe. Die Kriegszeit verbrachte er unter anderem in Afrika, in Italien, auf dem Balkan und am Nordabschnitt der Ostfront. Im August 1944 wurde er zum Unteroffizier befördert. Im März 1945 geriet er mit seiner Einheit in der Gegend von Agram/Zagreb in Gefangenschaft.

Im Herbst 1946 war er nach der Gefangenschaft wieder in Gelsenkirchen und arbeitete in seinem erlernten Beruf als Bäcker. Zu dieser Zeit wohnte er in Ückendorf, Flöz Dickebank 32 [1]. Nach einer Mehlstauballergie konnte er den Beruf nicht mehr weiter ausüben. Er arbeitete als Arbeiter in Stahlbetrieben und zuletzt bis kurz vor seinem Tod als Bauhilfsarbeiter in einem Baubetrieb.

Nach dem Krieg begann er sich politisch zu betätigen. Bei den Kommunalwahlen im November 1952 kandidiert er für den Rat der Stadt Gelsenkirchen und wird zunächst Bürgerschaftsvertreter, unter anderem im Wohnungsausschuss. Im Oktober 1955 wird er Stadtverordneter der Stadt Gelsenkirchen. Er sitzt im Schulausschuss und im Ausschuss für die Wahl der Schöffinnen und Schöffen. Als gewähltes Betriebsratsmitglied organisiert Wilhelm Rosowski Ferienaufenthalte für Familien mit Kindern in der damaligen DDR. Anfang 1958 kandidiert er, wie auch andere frühere KPD-Mitglieder, als unabhängiger Kandidat für die nächste Landtagswahl. Am 25. August 1958 wurde er am Arbeitsplatz festgenommen, was auch seine fristlose Kündigung nach sich zieht. Erst am 6. November 1958 wird er aus der Untersuchungshaft entlassen und erwartet seine Anklage u.a. wegen Agententätigkeit, Staatsgefährdung und Geheimbündelei. Am 09.12.1960 verurteilt ihn das Landgericht Dortmund, AZ 18 KLs 5/60, zu 9 Monaten Gefängnis wegen Geheimbündelei, Staatsgefährdung und Agententätigkeit.

Eine dauerhafte Arbeitsstelle kann er danach nicht mehr finden und muss sich und seine Familie bis zu seiner schweren Erkrankung bis kurz vor seinem Tod mit Hilfsarbeiten auf dem Bau über Wasser halten.

Literatur

  • Udo Rosowski: Kohlenstaub und Wüstensand: Jugend- und Soldatenzeit des Luftwaffen-Unteroffiziers Wilhelm Rosowski, literates-Verlag 2012, ISBN-10: 3943360008

Einzelnachweise

  1. Adressbuch Gelsenkirchen 1951