Will Schwarz

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Wilhelm "Will" Schwarz (* 23. Juli 1907 in Rotthausen[1]; † 21. Januar 1992 in Dortmund[2]) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Künstler.

Biografie

Wilhelm Schwarz wurde als älterer von zwei Brüdern in Rotthausen geboren. Seine Eltern, Johann und Marie Schwarz, geb. Kress, waren seinerzeit aus Hessen ins Ruhrgebiet übergsiedelt, wo der Vater zunächst auf der Zeche Dahlbusch, später auf der Zeche Rheinelbe in Ückendorf arbeitete. In Rotthausen ging Wilhelm Schwarz ab 1914 zur Volksschule. Nachdem die Familie Anfang der 1920er Jahre nach Lünen umgezogen war, besuchte er die Wilhelmschule in Lünen-Horstmar. Nach dem Ende seiner Volksschulzeit machte er ab 1924 in Dortmund-Lindenhorst eine Lehre als Bauhandwerker.

Nachdem er seine Lehre im Herbst 1927 abgeschlossen hatte, erhielt Will Schwarz eine Volontärstelle bei dem größten und renommiertesten Dortmunder Architekturbüro. Zeitgleich und im folgenden Jahr besuchte er auch die Handwerker- und Kunstgewerbeschule (Fachabteilung für Bau- und Raummaler) in Dortmund. Von 1929 bis 1932 studierte er - mit einer rund einjährigen Unterbrechung nach einem schweren Unfall - an der Hochschule für bildende Künste (Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst) in Berlin-Charlottenburg Architektur.

Ab 1934 arbeitete er als freier Architekt in Dortmund. Seine Berufstätigkeit musste er kriegsbedingt unterbrechen, leistete von 1939 bis 1945 den Kriegsdienst bei der Luftwaffe und nahm 1946 seine freiberufliche Praxis wieder auf. 1968 wurde Will Schwarz in die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) berufen und begründete 1972 eine Partnerschaft mit den Dortmunder Architekten Hans und Petra Magoley, seinem Schwiegersohn und seiner einzigen Tochter.

Will Schwarz übte nicht nur durch seine Bauten einen nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft aus, sondern war zudem als Lehrender und Mitglied in zahlreichen fachspezifischen Gremien tätig. Er war Ehrenvorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Westfalen Süd-Nord, Mitglied im Deutschen Werkbund NW, im Bund Deutscher Architekten (BDA), hier von 1948 bis 1968 Erster Vorsitzender der BDA-Kreisgruppe Dortmund[3], und lehrte an der Schule für Bildende und Angewandte Kunst Dortmund.[4] Zahlreiche seiner Werke wurden in Fachzeitschriften publiziert.

Er starb am 21. Januar 1992 und wurde auf dem Dortmunder Hauptfriedhof beigesetzt. Sein beruflicher Nachlass wird im Stadtarchiv Dortmund aufbewahrt. 2016 wurde die Dortmunder Castellestraße in Will-Schwarz-Straße umbenannt.

Bauten

  • 1954–1960: Mahnmal Bittermark in Dortmund-Bittermark (mit dem Bildhauer Karel Niestrath und Léon Zack)
  • 1955–1959: Gesundheitshaus in Dortmund, Hövelstraße
  • 1958–1959: Aussichts- und Fernmeldeturm Florianturm „Florian“ in Dortmund
  • 1959: Parkcafé im Westfalenpark in Dortmund (heute: „AltenAkademie – Forum für Bildung und Begegnung“)
  • Wohnhaus Dr. K. in Dortmund
  • Fabrikgebäude Gebrüder Vedder in Dortmund
  • eigenes Wohnhaus von Will Schwarz mit Atelier und Arbeitsräumen in Dortmund, Thomas-Mann-Straße
  • Renault-Autohaus in Dortmund, Westfalendamm
  • Verwaltungsgebäude der Stadtsparkasse in Dortmund, Westfalendamm
  • Landesgehörlosenschule in Dortmund, Glückaufsegenstraße (mit Mechtild Gastreich-Moritz, Ulrich Gastreich, Otto-Heinz Groth, Richard Riepe)
  • Rehabilitationszentrum in Dortmund-Hacheney, Hacheneyer Straße (Wettbewerb publiziert 1966/1970, 1. Preis)
  • Berufsförderungswerk in Dortmund
  • Berufsförderungswerk in Oberhausen (mit Hans und Petra Magoley)
  • 1971–1978: Landgericht und Staatsanwaltschaft in Bochum, Westring (mit Hans Magoley)

Will Schwarz entwarf nicht nur Einfamilienhäuser, Schulen, Bauten für Industrie und Verwaltung, er gestaltete auch Möbel und nahm an über fünfzig Architektenwettbewerben teil.[5]

Literatur

  • Thomas Schulp und Andrea Zupancic (Hrsg.): Das neue Dortmund – Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, fotografiert von Gerd Kittel. Wasmuth, Tübingen/Berlin 2014, ISBN 978-3-8030-0783-4.
  • Bettina Heine-Hippler (Dissertation): Will Schwarz 1907–1992. Der Künstler, Architekt und Städtebauer.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bettina Heine-Hippler (Dissertation): Will Schwarz 1907–19924. Der Künstler, Architekt und Städtebauer.
  2. NRW-Architekturdatenbank TU Dortmund: [1] nach: BDA-Kreisgruppe Dortmund (Hrsg.): Architekten BDA in Westfalen, Dortmund 1986, S. 60.
  3. Information des ehem. Vorsitzenden der BDA-Kreisgruppe Dortmund, Norbert Wörner
  4. Hans Tombrock
  5. FH Dortmund Vortrag „Bauen und Gestalten in den 50er Jahren“