Willi Schulz

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Willi Schulz
Schulz 72.jpg
Spielerinformationen
Geburtstag 4. Oktober 1938
Geburtsort Wattenscheid, Deutschland
Position Vorstopper
Vereine in der Jugend
1950–1960 Union Günnigfeld
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1960–1965
1965–1973
FC Schalke 04
Hamburger SV
135 (9)
211 (3)
Nationalmannschaft
1959
1959
1959–1970
Deutschland Junioren
Deutschland B
Deutschland
1 (0)
1 (0)
66 (0)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Willi Schulz (* 4. Oktober 1938 in Wattenscheid-Günnigfeld) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Vereinsspieler

Willi Schulz begann seine fußballerische Laufbahn im Juli 1950 beim westfälischen Amateurverein Union Günnigfeld. Zur Saison 1960/61 wechselte er zum FC Schalke 04 in die Fußball-Oberliga West, damals eine der fünf höchsten Spielklassen im deutschen Fußball. Nachdem Schalke im zweiten Bundesligajahr 1964/65 Tabellenletzter wurde und dem Abstieg nur durch die Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine entging, wechselte Schulz nach 135 Spielen für Schalke zum Hamburger SV. Hatte er zuvor meist auf der Position des Mittelläufers gespielt, entwickelte er sich in Hamburg als Vorstopper zu einem der besten deutschen Abwehrspieler der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Nach 211 Bundesligaspielen für den HSV beendete Willi Schulz 1973 seine aktive Laufbahn. Am 24. April 1973 bestritt er mit dem HSV gegen eine Weltauswahl sein Abschiedsspiel (2:5).

Nationalspieler

Bereits während seiner Zeit bei Union Günnigfeld wurde der damalige DFB-Trainer Dettmar Cramer auf das junge Talent aufmerksam. Nachdem Schulz zu je einem Einsatz in der Junioren- und in der B-Nationalmannschaft gekommen war, berief Bundestrainer Sepp Herberger den Amateurspieler erstmals zu einem A-Länderspiel; es war das Spiel gegen Jugoslawien am 20. Dezember 1959 in Hannover (1:1). Mit der DFB-Amateurmannschaft (insgesamt acht Einsätze) bestritt er auch die Olympia-Qualifikationsspiele für Rom 1960 gegen Finnland und Polen; die DFB-Elf konnte sich jedoch nicht qualifizieren. Bis zur Weltmeisterschaft 1962 in Chile hatte Schulz bereits sieben von 15 Spielen der Nationalelf bestritten und wurde in das Weltmeisterschaftsaufgebot berufen. In Chile nahm er an allen vier Spielen der DFB-Auswahl teil. Auch bei den Weltmeisterschaften 1966 in England und 1970 in Mexiko gehörte er zum Aufgebot und kam insgesamt auf zwölf WM-Einsätze. Der Höhepunkt seiner Länderspielkarriere war das WM-Finale am 30. Juli 1966 in London gegen England (2:4). In diesem Turnier zeigte er als Abwehrchef eine Weltklasseleistung, die ihm zur Ehrenbezeichnung „World-Cup-Willi“ verhalf. Sein 66. und letztes Länderspiel bestritt Schulz am 17. Juni 1970 im WM-Halbfinale gegen Italien (3:4). Am Spiel um Platz 3 konnte er nicht teilnehmen, da er auf der Fahrt zum Stadion seine Fußballschuhe vergessen und kein anderer Spieler seine Schuhgröße hatte.[1] Während seiner Länderspielkarriere führte er die DFB-Elf zwanzigmal als Kapitän an. Zweimal wurde er in eine Weltauswahl berufen. Für seine sportlichen Leistungen erhielt er am 30. Juli 1966 das Silberne Lorbeerblatt.

Geschäftsmann und Funktionär

Nach seiner Karriere als aktiver Fußballer begann Willi Schulz ein ebenso erfolgreiches Leben als Generalvertreter einer Versicherung, als Eigentümer von Immobilien und als Besitzer von gastronomischen Betrieben.

Dem Hamburger SV blieb er als Vereinsmitglied weiter treu, und sein Engagement führte ihn bis zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats.

Datenübersicht

  • 1960–1963 Schalke 04, 83 Spiele – 6 Tore, Oberliga West
  • 1963–1965 Schalke 04, 52 Spiele – 2 Tore, Bundesliga
  • 1965–1973 Hamburger SV, 211 Spiele – 3 Tore, Bundesliga
  • 66 A-Länderspiele
  • 8 Amateur-Länderspiele
  • Weltmeisterschaftsteilnahmen 1962, 1966, 1970
  • Vizeweltmeister 1966, 3. Platz bei der WM 1970
  • 2 Spiele in der Weltauswahl

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Ludger Schulze, Josef Kelnberger: Die Fußball-Weltmeisterschaften - 1970, Mexiko. Süddeutsche Zeitung GmbH, München 1970, S. 99, ISBN 3-86615-158-6.

Quellen

  • Deutschlands Fußball-Nationalspieler, Das Lexikon, Sportverlag Berlin 1997,ISBN 3-328-00749-0
  • Deutschlands Fußball, Das Lexikon, Sportverlag Berlin 2000, ISBN 3-328-00857-8
  • KICKER, Fußball-Almanach '93, Copress Verlag 1992, ISBN 3-7679-0398-9
  • KICKER, Sonderheft 40 Jahre Bundesliga, Olympia-Verlag, ISSN 1612-0116
  • Triumphe im Europapokal, AGON-Verlag 1996, ISBN 3-928562-75-4